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Hasenhüttl warnt : „Es ist unsere Pflicht, die Spieler zu schützen“

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Nachdenklich: Der deutsche Fußballtrainer Ralph Hasenhüttl will die Gefahr von Spielsucht mehr in den Fokus rücken. Bild: Reuters

Vor dem Duell mit dem FC Liverpool spricht Southampton-Trainer Ralph Hasenhüttl über die Gefahren einer ganz bestimmten Sucht. Und in sportlicher Hinsicht zieht er einen interessanten Vergleich zum FC Bayern.

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          Der frühere Bundesliga-Trainer Ralph Hasenhüttl hat sein Videospiel-Verbot für die Profis des FC Southampton verteidigt und davor gewarnt, das Spielsucht-Problem zu unterschätzen. „Während die Alkohol- und Drogensucht in der Öffentlichkeit als Krankheit anerkannt ist und thematisiert wird, habe ich das Empfinden, dass es bei der Spielsucht leider noch nicht der Fall ist“, sagte der 51-Jährige in einem Interview von „Spox“ und „Goal“.

          So spiele das E-Gaming mittlerweile eine bedeutende Rolle und beeinflusse auch die Jugendlichen. „Bei aller Begeisterung gilt es auch zu sensibilisieren und beispielsweise das Ausmaß und die aufgewendete Zeit zu hinterfragen“, forderte Hasenhüttl. „Als Trainer ist es generell unsere Pflicht, die Spieler zu schützen und zu schauen, wie sie mit dem Thema umgehen, weil sie eben auch eine Vorbildfunktion haben.“

          WLAN-Verbot im Mannschaftshotel

          Der Trainer des abstiegsgefährdeten Premier-League-Klubs hatte seiner Mannschaft kürzlich untersagt, sich am Abend vor einer Partie im Mannschaftshotel ins WLAN einzuwählen. Damit solle verhindert werden, dass sich die Profis mit Spielen und Surfen in sozialen Netzwerken die Nacht um die Ohren schlagen. Spätestens an diesem Freitagabend (21.00 Uhr) sollte deren Fokus und Konzentration wieder voll und ganz auf den Fußball gerichtet sein. Genauer gesagt auf die Auseinandersetzung mit der Mannschaft von Jürgen Klopp, dem FC Liverpool.

          Als Tabellensechzehnter hat der FC Southampton nach einer Aufholjagd zwar fünf Punkte Vorsprung vor Rang 18, der den Abstieg in die zweite Liga bedeuten würde, kann sich dem Klassenverbleib deshalb aber noch nicht sicher sein. „Jetzt haben wir einige Zähler mehr auf dem Konto, stehen aber noch immer hinten drin“, sagte Hasenhüttl. Den schwersten Schritt sieht er jedoch hinter sich gebracht. „Wir hatten nach 16 Spielen neun Punkte, diesen Rückstand holt man nicht so schnell auf“, sagte er.

          Vor allem, wenn man gleich sechs Mannschaften auf dem Niveau des FC Bayern München als seine Konkurrenten weiß. Im Interview mit Spox sagte Hasenhüttl weiter: „Wir spielen in der Saison quasi zwölfmal gegen Bayern. Zwölf Spiele, in denen man normalerweise nicht viel holt. Dazu gibt es vier oder fünf Vereine mit der Qualität von RB Leipzig oder Bayer Leverkusen.“

          „Wir sind das Mainz, Freiburg oder Augsburg der Premier League“, sagte der Österreicher mit Blick auf seine Mannschaft. „Wir müssen perfekte Spiele abliefern und selbst dann ist es nicht garantiert, dass danach auch Punkte auf dem Konto stehen. Das macht die Geschichte zu einer besonderen Herausforderung.“

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