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Virgil van Dijk : Vom Tellerwäscher zum Superverteidiger

Der weltbeste Verteidiger? Virgil van Dijk könnte in diesem Jahr Messi und Ronaldo überflügeln. Bild: EPA

Zu langsam, zu klein, zu schlecht: Mit 17 Jahren schien vor Virgil van Dijk eher die Karriere eines Tellerwäschers zu liegen. Nun ist er der beste Verteidiger der Welt – auch dank eines Deutschen.

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          Als Matthijs de Ligt 17 war, konnte jeder sehen, dass er mal ein herausragender Verteidiger würde. Beim Profidebüt für Ajax Amsterdam gegen Tilburg im September 2016 spielte der blonde Hüne, als wäre er ein alter Hase, und erzielte ein wuchtiges Kopfballtor. Diesen Donnerstag, im Halbfinale der Nations League gegen England, ist de Ligt eine fast identische Kopie jenes Kopfballtores gelungen, so wie in dieser Saison auch schon gegen Almelo, Lüttich, Feyenoord, Juventus und Tottenham. Fast schon sein Markenzeichen: Eckball, Blockbildung am Strafraumrand, Finte, Antritt zum Fünfmeterraum, dem Ball entgegen, worauf er weder in Spurt noch Sprung aufhaltbar scheint. Mit 19 ist Matthijs de Ligt Kapitän von Ajax, Stütze im Nationalteam und einer, den gerade alle großen Klubs in Europa jagen.

          Nations League
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          Christian Eichler

          Sportkorrespondent in München.

          Als Virgil van Dijk 17 war, sah niemand, was aus ihm mal werden könnte, nicht mal er selbst. „Ich war ein langsamer Außenverteidiger und nicht gut genug, um Innenverteidiger zu sein“, damals, als Jugendspieler in Tilburg, der sich an zwei Abenden in der Woche als Tellerwäscher ein paar Euro dazuverdiente. Zu klein war er auch, sein jüngerer Bruder begann ihn schon zu überholen. Dann, einen Sommer lang, wuchs er: 18 Zentimeter. Da war er zumindest lang genug fürs Abwehrzentrum und bekam mit zwanzig einen Profivertrag in Groningen. Er steckte das erste Gehalt in Fahrstunden, um nicht mehr zum Training radeln zu müssen, und überstand einen lebensbedrohlichen Blinddarmdurchbruch. Doch auch nach zwei Spielzeiten in der „Eredivisie“ sah niemand in den Niederlanden sein Potential – das sich dann erst auf der Insel, bei Celtic, Southampton und Liverpool, entfalten konnte.

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