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RB Leipzig gegen VfL Wolfsburg : Die Klubs der starken Männer

VW-Chef Martin Winterkorn hat viel für den Fußball übrig. Bild: dpa

Volkswagen gegen Red Bull: Die von Martin Winterkorn protegierte Werkself Wolfsburg spielt an diesem Mittwoch (19.00 Uhr) gegen das Lieblingsprojekt Leipzig von Dietrich Mateschitz. Der Weg der beiden Klubs an die Spitze in Europa ist vorgezeichnet.

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          Mit den beiden Männern, die den deutschen Fußball derzeit so grundlegend verändern, wie das der Profifußball hierzulande in über fünfzig Jahren nicht erlebt hat, einfach mal über ihre Sicht des Fußballs zu sprechen, ist unmöglich. Zumindest öffentlich. Journalistische Anfragen versanden bei Martin Winterkorn immer wieder sehr freundlich, und auch Dietrich Mateschitz ist seit Jahren leider nicht zu sprechen.

          Michael Ashelm

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Michael Horeni

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Wenn jedoch Klaus Allofs, der Sport-Geschäftsführer des VfL Wolfsburg über den Vorstandsvorsitzenden des VW-Konzerns plaudert, dann klingt das nach einem erstaunlich vertrauten Verhältnis. Winterkorn ist bei fast allen Heimspielen der Wolfsburger im Stadion dabei, und nach dem Abpfiff diskutieren die beiden dann immer wieder regelmäßig über Fußball. Die Zeit nimmt sich der leidenschaftliche Fußballfan Winterkorn gerne. Auch unter der Woche sind der Fußball-Mann und der Auto-Mann stets in Kontakt, entweder telefonieren sie miteinander oder Allofs geht einfach rüber zum VW-Chef, und dann reden sie auch schon mal eine Stunde oder länger über die Lage. Nicht nur die räumliche Nähe von Winterkorn zum Fußball ist da in Wolfsburg.

          Ralf Rangnick, der Sportdirektor von RB Leipzig und Red Bull Salzburg besitzt ebenfalls einen kurzen Draht zum milliardenschweren Firmengründer. Auch sie telefonieren regelmäßig miteinander und treffen sich gerne persönlich. Zudem ist Mateschitz für Rangnick stets über SMS oder Handy zu erreichen, aber das sei eigentlich nur dann nötig, so der Sportdirektor, wenn etwas außergewöhnlich Wichtiges passiere, wenn man etwa einen Spieler verpflichte, der sich außerhalb des üblichen Budgets bewege.

          Auch das ist eine Gemeinsamkeit zwischen den Spiel- und Werkzeugen, die sich die Unternehmen von Mateschitz und Winterkorn mit RB Leipzig und dem VfL Wolfsburg leisten: Investitionen und Transfers außerhalb der üblichen Größenordnungen, mit denen sie leisten die Bundesliga-Konkurrenz immer stärker in die Bredouille bringen. Und viele Fans auf die Barrikaden.

          An diesem Mittwoch treffen die Werkteams der beiden einflussreichen Macher und Manager erstmals unter Profibedingungen aufeinander (19.00 Uhr / Live bei Sky und im DFB-Pokal-Ticker bei FAZ.NET). Der unumstrittene Herrscher des Extrem-Sports auf dieser Welt, der seine Red-Bull-Sportler von Klippen, Abhängen und der Stratosphäre herunter stürzen lässt und nach neuester Forbes-Liste über ein Vermögen von 10,6 Milliarden Dollar verfügen soll, will mit seinem ebenso umstrittenen wie aufstrebenden Zweitligaklub nun auch den deutschen Profifußball aufmischen. Leipzig trifft im Heimspiel auf die aktuelle Nummer zwei des Fußball-Landes mit dem vielleicht wichtigsten Mann im deutschen Fußball im Hintergrund. Aber auch bei diesem Viertelfinalspiel der besonderen Art wird man von Mateschitz und Winterkorn nicht persönlich sehen. Sondern nur ihr Werk.

          Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz sponsert Leipzig.

          Winterkorn leitet als führender Angestellter den zweitgrößten Automobilhersteller der Welt und den mit Abstand umsatzstärksten Konzern Deutschlands mit einer Marktkapitalisierung von über 100 Milliarden Euro. Auch im deutschen Fußball ist VW längst zu einer Macht herangewachsen. Das Unternehmen sponsert mit seinen unterschiedlichen Automarken 16 von 36 Vereinen aus der ersten und zweiten Liga, dazu den DFB-Pokalwettbewerb. Auch ein Sponsorship in der Champions League reizt das Unternehmen. Der VfL Wolfsburg gehört dank einer Sondergenehmigung schon lange zu 100 Prozent VW. Über Audi ist das Unternehmen zu 8,33 Prozent an der AG des FC Bayern München beteiligt, wo Winterkorn dem Aufsichtsrat angehört. Beim Tabellenführer der zweiten Liga, dem FC Ingolstadt, hält wiederum die Audi-Tochter Quattro GmbH 19,94 Prozent der Anteile. „Die beiden Vereine, die wir maßgeblich unterstützen, sind der VfL Wolfsburg und der FC Bayern. Eine gewisse Liebe zu diesen Klubs gebe ich gern zu“, sagte Winterkorn in der vergangenen Woche im „Stern“. „Mein Sohn ist übrigens ebenfalls glühender VfL-Fan.“

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