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Trainer Stevens in Stuttgart : In letzter Minute

  • -Aktualisiert am

Neue Zeitrechnung beim VfB: „Ärmel aufkrempeln“ ist angesagt Bild: dpa

Eben erst in Saloniki entlassen, kurz bei seiner Frau in Eindhoven vorbeigeschaut, schon in Stuttgart angeheuert. Trainer Huub Stevens ist unsentimental, aber selbstsicher.

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          Ein Fußball-Romantiker war Huub Stevens noch nie. Stattdessen ist der 60 Jahre alte niederländische Trainer ein Praktiker, der gelegentlich das „Abenteuer“ wie zuletzt beim griechischen Erstligaklub Paok Saloniki sucht. Dort sah er nach Monaten voller Irrungen und Wirrungen seine Entlassung vor einer Woche längst „kommen“. Stevens war mit Paok zwar Ligazweiter, aber der Rückstand auf Spitzenreiter Olympiakos Piräus wurde immer größer – zu wenig für die Ansprüche im Norden Griechenlands.

          Stevens sagte also „Dank u wel“, reiste heim zu seiner Frau nach Eindhoven, fühlte sich kurz wie zu Hause und telefonierte schon „zwanzig Stunden“ danach mit Fredi Bobic, dem Sportvorstand des VfB Stuttgart, über den Plan B des schwäbischen Fußballtraditionsklubs für den Fall des Falles. Also die mögliche Entlassung von Trainer Thomas Schneider, die am Sonntag nach einer Misserfolgsserie Wirklichkeit wurde.

          „Ich hoffe nicht, dass es so kommt“, will Stevens seinem früheren Spieler bei Hertha BSC gesagt haben, „aber wenn es so kommt, bin ich bereit.“ Zu einem neuen Abenteuer in vertrauter Umgebung, denn am Montag ist der mit 336 Bundesliga-Einsätzen erfahrenste unter den derzeit verantwortlichen 18 Erstligacheftrainern beim VfB als Schneiders Nachfolger präsentiert worden.

          Stevens’ Uhrenvergleich in Stuttgart: „Es ist eins vor Zwölf“
          Stevens’ Uhrenvergleich in Stuttgart: „Es ist eins vor Zwölf“ : Bild: dpa

          Er hat sich dabei genauso vorgestellt, wie er am 16. Dezember 2012 seine alte Liebe, den FC Schalke 04, verließ: unsentimental, von sich und seinen Qualitäten überzeugt, professionell. Beim VfB, wo er einen Vertrag bis zum Saisonende unterschrieb, freut er sich wie einst beim Hamburger SV auf seinen Nothelferjob. Den HSV übernahm er im Februar 2007 als Tabellenletzten und hievte ihn noch auf Rang sieben; die Situation beim Tabellenfünfzehnten in Stuttgart scheint zehn Spieltage vor Schluss heikler. Stevens’ Uhrenvergleich lautet: „Es ist eins vor Zwölf.“

          Die neue Zeitrechnung sollen ab sofort auch die Spieler verinnerlichen, die zuletzt regelmäßig zwischen der 80. und 90. Minute die Panik bekamen. So „kurz und knackig“ Stevens laut Bobic mit dem VfB einig wurde, so zupackend schafft der Holländer ab sofort auf dem Cannstatter Wasen. „Ich werde versuchen, deutlich zu sein, so dass die Spieler genau wissen, was zu tun ist“: Ärmel aufkrempeln, keine Angst vor der eigenen Courage haben und Gemeinsamkeit leben.

          Um keine Minute zu verlieren, besprach er sich noch am Sonntag mit seinem Vorgänger Schneider, um Näheres über seine neue Mannschaft und seinen neuen Klub zu erfahren. Der VfB will, wie Präsident Bernd Wahler hervorhob, „nicht von der Strategie abweichen“, auf die Jugend zu setzen, „doch jetzt ist es unsere Strategie, nicht abzusteigen“. Stevens, seit Montag auf dem Stuttgarter Weg, nickte und sagte: „Die Philosophie des Vereins ist super und bleibt bestehen.“ Danach begann das erste Survival-Training.

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