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Verhaltene Freude : Bayern feiern nur ein bisschen

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Zerberus Sammer: „Da kam kein Bier durch“ Bild: dpa

Kein Bier in der Kabine, Training am frühen Sonntag: Richtige Feiern sehen anders aus. Die Bayern konzentrieren sich auf Juventus Turin. Auch die Fans feiern halbgar.

          Als schnellster deutscher Meister der Bundesliga-Geschichte machte selbst der ewig mahnende Matthias Sammer einen Witz. „Ich habe mich vor die Kabine gestellt. Da kam keiner mit einem Bier durch“, sagte der Sportvorstand des FC Bayern München.

          Die Spieler tanzten nach dem 1:0-Sieg bei Eintracht Frankfurt zwar wild auf dem Rasen herum, liefen mit einer Papp-Meisterschale durchs Stadion und warfen sogar ihren 67 Jahre alten Trainer Jupp Heynckes durch die Luft. Aber eine richtige Meisterfeier, meinte Sammer, sieht anders aus. Es gab keine Bierduschen, keinen Besuch eines edlen Szene-Lokals - stattdessen schon am Sonntagfrüh das nächste Training und die volle Konzentration auf das Champions-League-Spiel am Mittwoch bei Juventus Turin.

          „Juventus können wir nicht verlegen“

          „Feiern kann man verlegen, aber Juventus können wir nicht verlegen. Dieses Spiel wird all unsere Kraft und Power benötigen. Die Mannschaft muss einfach begreifen, dass aufgrund ihrer herausragenden Leistungen in diesem Jahr mehr möglich ist“, sagte Sammer, der noch betonte: „Wir müssen wieder so eine Leistung bringen wie im Hinspiel. Wir wollen auch da gewinnen und wollen nicht anfangen zu rechnen. Dazu brauchen wir die volle Kraft, sowohl geistig als auch körperlich.“

          Kleine Feier auf der Leopoldstraße: auch die Fans üben sich in Zurückhaltung

          Die ganz große Sause blieb auch bei den Fans aus. Einige hundert johlende Fans feierten den schon lange absehbaren 23. Meistertitel ihres FC Bayern noch am Samstagabend spontan mit wehenden Flaggen und Autokorsos auf der Münchner Leopoldstraße. Nur eine Hand voll war am Samstagabend um halb Neun zum Flughafen gekommen, um die Spieler zu empfangen - eines der obligatorischen Pappmeisterschalen-Exemplare hatte keiner dabei. Am Sonntag stand für die vom Samstag belasteten Profis eine Regenerations-Einheit an. Rund 1500 Zuschauer verfolgten das Training des restlichen Personals auf dem Rasen am Vereinsgelände.

          „Wenn wir den Pokal und die Champions League holen, dann können wir drei, vier Tage zusammen Party machen“, sagte Franck Ribéry. Oder wie es der vor Stolz auf sein Team fast platzende Präsident Uli Hoeneß formulierte: „Jetzt wollen wir aus einer Super-Saison noch eine Super-Super-Saison machen.“

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