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Vereinigte Staaten : Beckham trifft aus elf Metern - und verliert trotzdem

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Das leidet mit den Elfmeterschießen: Beckham verliert mit Galaxy ohne eigenes Zutun Bild: REUTERS

Da trifft David Beckham schon und verliert dennoch einmal mehr im Elfmeterschießen. Im Finale der amerikanischen Major League Soccer war der Engländer freilich bei der Endspielniederlage seines Klubs L.A. Galaxy gegen Real Salt Lake unschuldig. Als Trost darf er einen eigenen Klub kaufen.

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          Immer wieder ist David Beckham durch ausgefallene Frisuren aufgefallen, das Publikum hat sich an den eigensinnigen Kopf gewöhnt. Mit einer Art Irokesenschnitt hat sich der Engländer zum zweiten Mal seit seinem Wechsel in die Vereinigten Staaten von jenem Publikum verabschiedet, das ihm in einem seltsamen Zwiespalt verbunden ist. Beckham wird, obwohl im April die neue Saison von Major League Soccer beginnt, vor der Weltmeisterschaft in Südafrika nicht nach Amerika zurückkommen. Sein Kopf und seine Beine gehören bis dahin dem AC Mailand und der englischen Nationalmannschaft – und damit auch den Londoner Boulevardzeitungen, die noch immer der Hauptumschlagplatz für alle Kuriosa aus dem Leben der Familie Beckham sind.

          Der Meister des gezirkelten Freistoßes wird der langsam wachsenden und gedeihenden amerikanischen Liga nicht wirklich fehlen. Denn wie sich am Sonntag beim Meisterschaftsfinale um den MLS Cup zwischen Beckhams Klub Los Angeles Galaxy und Real Salt Lake zeigte, vermag er zwar noch immer nach Art eines klugen Spielmachers Spielzüge einzufädeln, die andere mit einem Tor abschließen. Aber genauso kann es passieren, dass er im eigenen Strafraum nicht ernsthaft eingreift und dadurch dem Gegner die Chance gibt, den Ausgleich zu erzielen.

          So war es auch in diesem Spiel. Immerhin konnte niemand Beckham ankreiden, dass er nicht sein Soll erfüllt hätte. Als es nach der Verlängerung beim Stand von 1:1 das Elfmeterschießen gab, verwandelte Beckham sicher. Allerdings nützte das am Ende Galaxy auch nichts, weil diesmal Kapitän Landon Donovan patzte, als er seinen Versuch über die Latte schoss. Die Außenseiter aus Utah gewannen den Titel mit 5:4 Toren. Ihr Torwart Nick Romando wurde zum wertvollsten Spieler der Begegnung ernannt.

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          Aufkeimende Fußballbegeisterung ohne Beckham

          Dieser Preis hätte eigentlich an die mehr als 40.000 Zuschauer auf neutralem Boden in Seattle gehen sollen, die das riesige Football-Stadion im Zentrum der Stadt immerhin zu zwei Drittel gefüllt und für gute Stimmung gesorgt hatten. Und die auf eine aufkeimende Fußballbegeisterung im amerikanischen Nordwesten hindeuten, die nur wenig mit der abgeflauten Werbewirkung des importierten Medienstars Beckham zu tun hat.

          Die Fans der neu gegründeten Seattle Sounders hatten schon während der Saison gezeigt, wie groß das Reservoir aus Neugier und Sachverstand ist. Die Sounders stellten bei ihren Heimspielen mit einem Schnitt von knapp 31.000 Zuschauern einen Liga-Rekord auf. Die Mannschaft mit dem ehemaligen Nationalspieler Kasey Keller im Tor und dem aus der englischen Premier League verpflichteten Schweden Freddie Ljungberg im Angriff revanchierte sich und erreichte die Playoffs der acht Punktbesten.

          Beckham mit Option auf Klubbesitz

          Schon vor dem Finale hatte Beckham erklärt, dass er die letzten beiden Jahre seines Vertrages – zumindest teilweise – in Los Angeles erfüllen wird. Damit zerstreute er Befürchtungen, dass es ähnlich wie im Frühjahr wieder zu einem Tauziehen hinter den Kulissen kommt. Damals hatte der 34-jährige Engländer deutlich gemacht, dass er am liebsten in Mailand bleiben würde. Diesmal stellte ihm Major League Soccer fürs Durchhalten bereits eine Prämie in Aussicht. Commissioner Don Garber bestätigte, dass Beckham nach dem Ende seiner Laufbahn die Möglichkeit hat, einen MLS-Klub zu kaufen oder aufzubauen.

          Die Liga mit zur Zeit 15 Klubs wird im kommenden Jahr um einen Ableger in Philadelphia erweitert. Portland und Vancouver kommen 2011 dazu. Als zweite kanadische Stadt und als 19. Team ist Montreal im Gespräch. „David hat die Option auf unsere zwanzigste Mannschaft“, sagte Garber. Als Minimum für eine solche Investition verlangt die Liga eine Aufnahmegebühr von 40 Millionen Dollar und ein brauchbares Stadion.

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