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Verschollener Fußballer Sala : „Er kann nicht einfach so verschwunden sein“

  • Aktualisiert am

Fans sind in Gedanken beim vermutlich toten Fußballer Emiliano Sala. Bild: Reuters

Die Suche nach dem mit einem Flugzeug abgestürzten Fußball-Profi Emiliano Sala wird eingestellt. Vater und Schwester aber flehen die britischen Behörden an, damit sie die Hoffnung nicht aufgeben.

          Nach der Schwester des vermissten Fußballprofis Emiliano Sala hat auch sein Vater die britischen Behörden angefleht, die Suche nach dem vermutlich über dem Ärmelkanal abgestürzten 28-Jährigen wieder aufzunehmen. „Das einzige, worum ich bitte, ist, die Suche fortzusetzen. Er kann nicht einfach so verschwunden sein“, sagte Horacio Sala örtlichen Medien in seinem argentinischen Wohnort Progreso.

          Bereits am Donnerstag hatte Salas Schwester Romina, die von Argentinien nach Cardiff flog, vor laufenden TV-Kameras gesagt: „Bitte, bitte, hört mit der Suche nicht auf. Ich weiß in meinem Herzen, dass Emiliano noch lebt.“ Zuvor war die Suche nach Sala am Donnerstag endgültig eingestellt worden. Dies teilte die Polizei der britischen Kanalinsel Guernsey mit. „Die Überlebenschancen sind zu diesem Zeitpunkt äußerst gering“, hieß es. „Wir haben diese schwierige Entscheidung getroffen, nachdem wir alle Informationen noch einmal bewertet haben, auch im Hinblick auf die Notfall-Ausrüstung an Bord des Flugzeugs“, hieß es in einem Statement des zuständigen Hafenkapitäns David Barker.

          Auch wenn die aktive Suche beendet sei, werde der Fall nicht geschlossen. Alle Flugzeuge und Schiffe in der betreffenden Gegend seien angehalten, nach dem mutmaßlich havarierten Flieger Ausschau zu halten. „Dies werde ohne Zeitlimit fortgesetzt“, teilte Barker mit. Bis Donnerstag seien an drei Tagen von drei Flugzeugen und fünf Helikoptern 4400 Quadratkilometer abgesucht worden. Von der Maschine mit Sala sei keine Spur entdeckt worden.

          Ein Bericht der britischen „The Times“ legt nun nahe, dass der Pilot der kleinen Maschine keine Erlaubnis hatte, diese zu fliegen. Demnach habe der 59 Jahre alte hauptberufliche Gasinstallateur zwar laut der Luftaufsichtsbehörde über eine Privatpilotenlizenz verfügt, diese erlaubt aber keine kommerzielle Flüge. Dafür ist eine Extra-Lizenz notwendig, die mehr Schulungs- und Flugstunden erfordere. Es wird nun geprüft, ob Sala den Flug als Zahlender in Anspruch genommen hat. Dies sagte gegenüber der „Times“ ein Sprecher der Abteilung für Flugunfalluntersuchungen: „Wir betrachten alle Aspekte des Fluges einschließlich der Lizenzierung. Als Teil der Untersuchung wollen wir feststellen, ob es sich um einen privaten oder kommerziellen Flug handelt.“

          Ein Kleinflugzeug mit Sala an Bord war am Montagabend auf dem Flug von Nantes nach Cardiff rund 20 Kilometer nördlich der Kanalinsel Guernsey verschwunden. Sala hatte in einer Sprachnachricht während des Flugs seine Angst vor einer Katastrophe geäußert. Es wird vermutet, dass die Maschine in den Ärmelkanal gestürzt ist. Die Wassertemperatur beträgt derzeit nur rund zehn Grad. Stürmer Sala hatte am vergangenen Samstag seinen Wechsel vom französischen Erstligaverein FC Nantes zu Cardiff City in die englische Premier League perfekt gemacht. Die Waliser sollen eine Klub-Rekordablöse von rund 17 Millionen Euro bezahlt haben.

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