https://www.faz.net/-gtl-8493u

1:2 im Testspiel : Klinsmanns Amerikaner ärgern DFB-Elf

Nicht zu fassen: Die Amerikaner siegen, Götze fragt nach dem Warum Bild: dpa

Gut begonnen, stark abgebaut: Die deutsche Fußball-Nationalelf verliert ein Testspiel gegen die Vereinigten Staaten 1:2. Götze trifft früh für den Weltmeister. Am Ende aber landet Jürgen Klinsmann schon seinen zweiten Coup gegen Deutschland.

          3 Min.

          Jürgen Klinsmann ist im Duell gegen Jogi Löw 2:1 in Führung gegangen. In ihrer dritten Begegnung nach dem Sommermärchen bedeutete das 2:1 der Amerikaner im Testländerspiel in Köln gegen Weltmeister Deutschland am Mittwochabend den zweiten Sieg für den ehemaligen Bundestrainer gegen seinen früheren Assistenten. In einer zeitweilig unterhaltsamen Begegnung, die aber nie höchstes Niveau erreichte, hatte Mario Götze den Favoriten in der zwölften Minute noch in Führung gebracht, die Mix Diskerud (41. Minute) jedoch kurz vor der Pause ausglich.

          Michael Horeni

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          In der 87. Minute machte Bobby Wood mit einem plazierten Schuss aus zwanzig Metern Entfernung dann den überraschenden zweiten amerikanischen Erfolg unter Klinsmann gegen Deutschland perfekt (nach einem 4:3 vor zwei Jahren sowie einem 0:1 bei der WM).

          Der Erfolg der Amerikaner war insgesamt etwas glücklich. Das Team von Jogi Löw hatte zahlreiche und bessere Chancen, aber es mangelte dem Weltmeister immer wieder an der nötigen Entschlossenheit. Auf die Deutschen wartet nun am Samstag in der EM-Qualifikation (20.45 Uhr / Live bei RTL und im Länderspiel-Ticker bei FAZ.NET) nur noch der Fußballzwerg Gibraltar, die Vereinigten Staaten wollen im Juli zuhause dagegen Titelgewinn im Gold Cup wiederholen. Sie fühlen sich nach diesem Sieg bestens gerüstet.

          In der ersten Viertelstunde machte vor allem ein Neuling im Team des Bundestrainers auf sich aufmerksam: Patrick Herrmann. Der pfeilschnelle Mönchengladbacher brachte auf der rechten Seite immer wieder Höchstgeschwindigkeit in ein in der Anfangsphase ohnehin schon gefälliges deutsches Spiel. In der siebten Minute leitete er den ersten schnellen Konter ein, aber Götzes Rückpass brachte Mesut Özil dann allerdings nicht mit der notwendigen Wucht und Präzision aufs amerikanische Tor.

          Mensch, Jogi, schau mal: Klinsmann (links) und Löw beim Wiedersehen Bilderstrecke

          Fünf Minuten später machten es Hermann und Götze allein dann weit besser. Der WM-Torschütze schloss den Angriff, den wiederum Hermann mit einem scharfen Antritt erst möglich gemacht hatte, ganz souverän ab. Und nach einer Viertelstunde legte der Gladbacher, der immer wieder Tempo ins deutsche Spiel brachte, seine dritte dynamische Aktion direkt vor den Augen des Bundestrainers hin.

          Und auch nach einer halben Stunde, als der zweite deutsche Treffer ganz nahe schien, war wiederum Hermann der Ausgangspunkt eines Angriffs, der Götze völlig freie Bahn verschaffte. Aber der Münchner, der in dieser Saison so häufig und hart kritisiert wurde, scheiterte an Torhüter Guzan.

          Im DFB-Trikot hinterließ der Schütze des goldenen WM-Tores, den Manager Bierhoff im Vormonat noch ausdrücklich und lautstark in Schutz genommen hatte vor der Kritik („Ich finde es einfach unsäglich, wie auf Mario rumgehackt wird. Er ist ein sehr professioneller Spieler“), einen in der Anfangsphase ansprechenden und dann eher unauffälligen Auftritt.

          Nach 33 Minuten versuchte es das WM-Duo Götze und Schürrle dann auch einmal andersherum. Doch nach der Flanke von Götze bekam der Wolfsburger nicht mehr ausreichend Druck hinter seinen Kopfball. Das Team von Klinsmann sah sich gegen den Weltmeister bis dahin meist in der Defensive, startete aber immer wieder Attacken, die jedoch bis kurz vor der Pause allesamt ihr Ziel verfehlten.

          In der 41. Minute jedoch profitierte Mix Diskerud von einer Unaufmerksamkeit in der deutschen Defensive, als er einen weite Flanke von Bradley unbedrängt annehmen und zum 1:1 gegen den chancenlosen Ron-Robert Zieler verwerten konnte. Rudy war auf der rechten Abwehrseite nicht mehr rechtzeitig hinterher gekommen. Und ganz ähnlich wie am vergangenen Wochenende, als die Amerikaner in Windeseile aus einem 1:3-Rückstand einen 4:3-Sieg machten, hatte Zardes nur drei Minuten nach dem Ausgleich die Chance zur Führung, aber der Ball strich knapp über die Latte.

          Nach der Pause durfte Lukas Podolski in seiner alten Heimat ran. Und auch Sami Khedira, die Neuerwerbung von Juventus Turin, brachte eine zusätzliche weltmeisterliche Note ins deutsche Spiel. Wie angekündigt wechselte der Bundestrainer dann munter durch in seinem Team.

          In der Schlussphase drängten die Amerikaner stärker auf den Sieg, auf den Prestigeerfolg. Erst rettet Zieler reaktionsschnell mit dem Fuß nach einem Schuss von Bradley (83.), doch gegen den gezielten Schuss von Wood (88.) war er dann machtlos. Dem deutschen Spielfluss waren die zahlreichen Auswechslungen nicht entgegen gekommen, nur dem Erholungsbedürfnis der deutschen Profis nach einer ziemlich langen nachweltmeisterlichen Saison, die nun am Samstag in Faro gegen Gibraltar endlich ein Ende findet.

          Weitere Themen

          Mercedes ist kaum zu schlagen

          Formel-1-Training : Mercedes ist kaum zu schlagen

          Abgesehen davon, dass der Silberpfeil jetzt schwarz ist und auf den Tribünen keine Zuschauer jubeln, scheint in der Formel 1 auch nach der Corona-Pause alles wie gehabt zu sein: Hamilton dominiert.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.