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Zeichen gegen Rassismus : Tränen beim Protest und ein Lob von Rapinoe

  • Aktualisiert am

Wie unter einem Brennglas: Während Julie Ertz (links) ihre Chicago-Red-Stars-Teamkollegin Casey Short kniend umarmt, bleibt Rachel Hill (rechts) stehen. Bild: AFP

Megan Rapinoe spielt nicht mit, lobt aber via Twitter: Die Fußballerinnen in den Vereinigten Staaten kehren mit politischen Botschaften in den Ligabetrieb zurück. Die Liga der Weltmeisterinnen sorgt für Aufsehen.

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          Der nahezu kollektive Kniefall ihrer Kolleginnen bei der amerikanischen Hymne erfüllte Megan Rapinoe mit Stolz. Aus der Ferne bejubelte die Weltfußballerin die emotionalen Zeichen gegen Rassismus und Polizeigewalt beim Start des Challenge Cups der Profiliga NWSL in Utah. „Es ist schön zu sehen, dass diese Frauen ihre Stimme erheben und etwas Besseres verlangen – für Amerika, für Schwarze Menschen und für People of Color“, twitterte Rapinoe zum vielbeachteten ersten Restart einer Teamsport-Profiliga in den Vereinigten Staaten, der ganz im Zeichen der „Black Lives Matter“-Bewegung stand.

          Die Vorkämpferin selbst verzichtet inmitten der Corona-Pandemie wie weitere Weltmeisterinnen aufgrund von Gesundheitsbedenken auf eine Teilnahme beim Turnier ohne Zuschauer. Doch auch ohne die prominente Anführerin und Trump-Gegnerin, die einst als erste weiße Sportlerin wie der frühere NFL-Quarterback Colin Kaepernick bei der Nationalhymne gekniet hatte und sich so auch mit dem Verband US Soccer anlegte, entwickelten die Bilder aus dem Zions Bank Stadium eine enorme Wucht.

          „Wir sind aufs Knie gegangen, um gegen Rassenungerechtigkeit, Polizeibrutalität und systemischen Rassismus zu protestieren“, lautete eine gemeinsamen Erklärung von Meister North Carolina Courage und den Portland Thorns vor dem Eröffnungsspiel am Samstag. Spielerinnen und Staff trugen schwarze „Black Lives Matter“-Shirts – so auch die frühere Nationaltorhüterin Nadine Angerer, seit 2016 Torwarttrainerin bei den Thorns.

          Besonders bewegend waren die Szenen vor der zweiten Partie zwischen den Chicago Red Stars und Washington Spirit. Übermannt von ihren Gefühlen brach die Nationalspielerin Casey Short während der Hymne in Tränen aus. Die neben ihr kniende Weltmeisterin Julie Ertz nahm ihre Schwarze Mitspielerin tröstend in Arm und weinte mit der Verteidigerin. Und doch wurde auch die tiefe Zerrissenheit der amerikanischen Gesellschaft sichtbar. Denn nicht alle Spielerinnen knieten während der Hymne. Direkt neben Short etwa blieb Rachel Hill demonstrativ stehen und legte ihrer Teamkollegin nur die Hand auf die Schulter.

          Dass nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd durch Polizeibrutalität noch immer nicht jeder den Kniefall während der Nationalhymne als Solidaritätsbekundung und eben nicht als Missachtung der Flagge verstanden hat, bewies Alexi Lalas. Der frühere Nationalspieler und TV-Experte provozierte mit den Worten: „Jetzt braucht es Mut, um bei der Nationalhymne zu stehen.“ Später löschte er den Tweet. Dabei machen sich in einem extrem aufgeheizten Klima in den Vereinigten Staaten seit Wochen Demonstranten und auch Sportstars verstärkt für Schwarze und „People of Color“ stark. So bezeichnen sich Menschen, die als Angehörige einer Minderheit Rassismus erfahren.

          Der Challenge Cup (bis zum 26. Juli) wurde als Reaktion auf die Corona-Krise als Ersatz für die gar nicht erst begonnene NWSL-Saison initiiert. Die Rückkehr zum Spielbetrieb ist und bleibt ein schmaler Grat für den amerikanischen Profisport. So hatte das Team Orlando Pride aus Florida, bei dem unter anderem Brasiliens Superstar Marta unter Vertrag steht, seine Teilnahme nach zehn Corona-Fällen kurzfristig absagen müssen.

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