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Urteil gegen Fleischgroßhändler : „Schweini“ darf nicht verwurstet werden

  • Aktualisiert am

Yes! Schon wieder gewonnen! Bild: AFP

Bastian Schweinsteiger wird nicht als Wurst verkauft. Der Fußballprofi hatte gegen einen Fleischgroßhändler geklagt, weil dieser Grillwürste mit dem Namen „Schweini“ verkauft hatte. Doch der Händler hätte die Namensgebung nie als Hommage verstanden.

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          Fußball-Star Bastian Schweinsteiger hat nach dem Triumph in der Champions League mit dem FC Bayern auch vor Gericht einen Sieg errungen. Der Augsburger Fleischgroßhändler Stefan Drössler darf seine Schweinswürste nicht unter dem Namen „Schweini“ verkaufen. Mit diesem Urteil gab das Landgericht München am Donnerstag einer Klage des Nationalspielers gegen die Zweckentfremdung seines Spitznamens statt. Drössler muss nun die von ihm eingetragene Marke löschen lassen.

          Schweinsteiger steht ein Schadensersatz zu, die Höhe ist jedoch noch nicht bekannt. Dem Händler droht eine Strafe von 250.000 Euro, wenn er die Marke doch verwendet.

          „Schweini“ und „Poldi“

          Drössler hatte sich während des Confed-Cups im Sommer 2005 die Namen „Schweini“ und „Poldi“ als Markenzeichen für Schweins- und so genannte polnische Würste sichern lassen. Schweinsteiger und sein Teamkollege Lukas Podolski hatten bei dem Turnier ein Jahr vor der Fußball-Weltmeisterschaft für Furore gesorgt. Im Prozess hatte der Metzger darauf bestanden, dass der Name sich nur auf den Hauptbestandteil der Würstchen beziehe. Er wollte es nicht als Hommage an den Fußballer verstanden wissen.

          Die Richter konnte er damit nicht überzeugen: „Schweini“ sei in den Medien und bei den Fans bereits ein gängiger Spitzname gewesen, hieß es in der Urteilsbegründung. Spitznamen genössen namensrechtlichen Schutz.

          Berufung nicht ausgeschlossen

          Der Prozess könnte nun in die Verlängerung gehen. Joachim Beiter, Anwalt des Metzgers, schloss eine Berufung nicht aus. Noch seien keine „Schweini“-Würste hergestellt und verkauft worden. „Man streitet hier eigentlich um des Kaisers Bart“, sagte Beiter.

          Auch sei es angesichts Schweinsteigers momentan eher schwacher sportlicher Leistungen fraglich, ob die Namensgleichheit für die Würstchen von Vorteil wäre.

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