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Conference League : Union Berlin zieht trotz Nullnummer in Gruppenphase ein

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Rangel (links) von Kuopio PS kämpft gegen Berlins Christopher Trimmel um den Ball. Bild: dpa

Dem 1. FC Union Berlin reicht im Rückspiel gegen den finnischen Pokalsieger Kuopio PS ein kontrollierter Auftritt. Die Fans feiern im ungeliebten Olympiastadion ein Fest – äußern aber auch Kritik.

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          Fußball-Spaß trotz Nullnummer: Mit einer rauschenden roten Party im Olympiastadion ist der 1. FC Union in die Gruppenphase der Conference League eingezogen. 22.159 Fans der Eisernen machten das Playoff-Rückspiel des Berliner Bundesligisten am Donnerstagabend gegen Kuopio PS zu einem in der Hauptstadt-Arena lange nicht gesehenen Fußball-Volksfest.

          Nach dem 0:0 gegen den finnischen Pokalsieger folgen nun noch mindestens drei weitere Union-Gastauftritte im Heimstadion des vom Europacup weitentfernten Lokalrivalen Hertha BSC. Durch das 4:0 aus dem Hinspiel reichte den Eisernen drei Tage vor der Bundesliga-Partie gegen Borussia Mönchengladbach ohne den geschonten Starstürmer Max Kruse ein Auftritt im Testspielmodus gegen einen harmlosen Gegner.

          Ob es in der Gruppenphase gegen kontinentale Traditionsclubs wie AS Rom oder Feyenoord Rotterdam geht, erfährt der Überraschungssiebte der vergangenen Bundesliga-Saison am Freitag bei der UEFA-Auslosung in Istanbul. Möglich sind in dem von vielen kritisch beäugten Wettbewerb aber auch Duelle gegen No-Name-Teams wie Lincoln Red Imps FC aus Gibraltar oder Alashkert Martuni aus Armenien.

          Bei aller Party-Atmosphäre, der von der UEFA erzwungene Umzug quer durch die Hauptstadt wegen der zu geringen Sitzplatzkapazität im eigenen Stadion an der Alten Försterei wurde von den trotz Corona-Abstandsregeln dicht gedrängt auf Haupttribüne und Gegengerade stehenden Union-Fans auch während des Spiels kritisiert.

          „Wir brauchen die Alte Försterei wie die Luft zum Leben“, prangte auf einem Plakat. „Ein Europacup für jeden, aber warum müssen die kleinen Clubs immer auswärts spielen“ und „Viele Stehplätze, wenig Sitze. Ihr nennt es ein Problem, wir nennen es Fußball“ stand in englischer Übersetzung auf weiteren Transparenten. Klarer Adressat: die UEFA. Die dürfte auf die zu Beginn der zweiten Halbzeit dargebotene Pyro-Show der Fans mit einer Geldstrafe für den Club reagieren.

          Auf dem Rasen blieb der von Trainer Urs Fischer befürchtete Sturmlauf der Finnen aus. Die bis auf Kruse in Bestbesetzung angetretenen Berliner kontrollierten die Partie und hatten bei Kopfbällen von Taiwo Awoniyi (7. Minute) und Robin Knoche (13.) die besten Chancen der Anfangsphase. Awoniyi (44.) verzog kurz vor der Pause frei vor dem Kuopio-Tor.

          Das Fackel-Feuer auf den Rängen machte das Spiel nicht besser. Union kontrollierte das Geschehen, war aber im Abschluss zu nachlässig. Tymoteusz Puchacz (61.) schoß aus spitzem Winkel über das Tor. Marvin Friedrich (67.) konnte einen Kopfball nicht zur Führung verwerten. Kevin Behrens (73.) versuchte es artistisch per Fallrückzieher. Den Fans war es egal. Sie feierten in Sprechchören Union und ihr Stadion an der Alten Försterei.

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