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Uli Hoeneß : „Eine neue Krankheit in unserer Gesellschaft“

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„Wir sind ganz normale Burschen“: Uli Hoeneß über die Spieler und Verantwortlichen des FC Bayern. Bild: dpa

Wie sollte sich das Personal im Hotel verhalten, wenn der FC Bayern dort absteigt? Uli Hoeneß gibt Tipps für die Angestellten – und erklärt, warum sich die Stars immer öfter aufs Zimmer zurückziehen.

          Da steht auf einmal Manuel Neuer oder Jérôme Boateng vor einem. Wie gehe ich in so einem Fall mit einem Promi um? Für den einen oder anderen Angestellten in einem Hotel oder Restaurant stellt sich diese Frage schon mal. Nach Ansicht von Bayern Münchens Vereinspräsident Uli Hoeneß muss man zumindest nicht eingeschüchtert reagieren. „Wir sind ganz normale Burschen. Ab und zu ein Foto oder mal ein paar Worte wechseln ist kein Problem. Autogrammkarten haben wir dabei“, wurde Hoeneß in einem Interview der „Allgemeinen Hotel- und Gastronomie-Zeitung“ zitiert.

          Der Rat des 66-Jährigen lautet daher: „Dezent freundlich, nicht aufdringlich“ solle man den Promis begegnen. Von Selfies hält Hoeneß allerdings wenig. „Man will nicht 20 bis 30 Selfies machen. Das ist schon eine neue Krankheit in unserer Gesellschaft. Deshalb ziehen sich die Spieler gern aufs Zimmer zurück“, befand Hoeneß.

          Edmund Stoiber (77) hat derweil die Bosse des FC Bayern für deren Aufsehen erregende Pressekonferenz verteidigt. Der frühere bayerische Ministerpräsident und aktuelle Aufsichtsrat des deutschen Fußball-Rekordmeisters sagte der „Bild“-Zeitung: „Rummenigge, Hoeneß und Salihamidzic haben eine Reihe von Kritiken und Anwürfen auf den Verein, die Mannschaft und den Trainer als unfair und verletzend empfunden. Es ist ihr gutes Recht, sich dagegen zu verteidigen.“ Die drei Verantwortlichen hatten sich über angeblich teils hämische und polemische Berichterstattung beschwert. „Dass das unterschiedlich bewertet wird, war bei der Pluralität der Meinungen und Sympathien zu erwarten“, sagte Stoiber und ergänzte: „Manche Reaktionen sind mir zu aufgeregt. Damit ist aus meiner Sicht alles gesagt.“


          Bayer Leverkusens Trainer Heiko Herrlich hat unterdessen die Diskussionen über die medienkritische Pressekonferenz der Vereins-Bosse des FC Bayern mit Ironie kommentiert. „Ich habe Fernando, Jonas und Rudi händeringend gebeten, nach meiner Pressekonferenz auch eine zu geben. Aber sie wollten einfach nicht“, sagte Herrlich mit Bezug auf die Geschäftsführer Fernando Carro und Rudi Völler sowie Sportdirektor Jonas Boldt am Tag vor dem Europa-League-Spiel beim FC Zürich an diesem Donnerstag (18.55 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Europa League und bei DAZN) schmunzelnd.

          Die Münchner Bosse hatten am vergangenen Freitag nach der Spieltags-Pressekonferenz von Trainer Niko Kovac eine eigene Medienrunde einberufen, in der sie sich über angeblich unseriöse Berichterstattung beschwerten. Der seit einigen Wochen in der Kritik stehende Herrlich sucht die Schuld für die sportliche Misere aber nur bei sich. „Eins ist klar: Die Presse ist nicht schuld, dass wir so wenige Punkte haben. Dafür sind wir alleine zuständig“, hatte er schon vor dem Abflug in die Schweiz gesagt. Deshalb sei die Kritik an ihm selbst berechtigt, „und auch die Spieler müssen die Kritik aushalten“.

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