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Uli Hoeneß : „Es ist ein riesiger Prominenten-Malus“

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„Privat ist es für mich und meine Familie das schwierigste Jahr in unserem Leben“: Uli Hoeneß Bild: dpa

Der FC Bayern hat großen Erfolg, sein Präsident muss sich aber wegen Steuerhinterziehung verantworten - Uli Hoeneß zieht ein zwiespältiges Fazit von 2013. Für seine Familie und ihn sei es das „schwierigste Jahr in unserem Leben“.

          Bayern-Präsident Uli Hoeneß hat ein zweigeteiltes Jahresfazit gezogen. Die Bilanz des Münchner Fußball-Rekordmeisters mit dem Triple und einer herausragenden Vereinsentwicklung sei „nicht zu toppen“.

          Dagegen erlebte der wegen Steuerhinterziehung angeklagte Hoeneß persönlich eine harte Zeit. „Privat ist es für mich und meine Familie das schwierigste Jahr in unserem Leben“, betonte der 61-Jährige in einem Interview des Radiosenders B5 aktuell am Rande der Klub-Weltmeisterschaft in Marokko.

          In den im März beginnenden Prozess wegen Steuerhinterziehung werde er „gut vorbereitet“ gehen, betonte der Bayern-Präsident. „Ich bin der einzige unter 70.000 Selbstanzeigen, der in epischer Breite in der Öffentlichkeit dargestellt wurde. Von einem Steuergeheimnis kann schon lange keine Rede mehr sein, ein Prominenten-Bonus ist weit und breit nicht zu sehen. Es ist von einem riesigen Prominenten-Malus zu sprechen“, erklärte Hoeneß, der von einer korrekten Selbstanzeige und einem entsprechenden Urteil ausgeht.

          An eine baldige Wiederholung des Triples aus Meisterschaft, DFB-Pokal und Champions League glaubt er nicht. „Wir müssen uns alle daran gewöhnen, dass wir ein außergewöhnliches Jahr erlebt haben. Das Jahr 2013 wird für den FC Bayern in die Geschichte eingehen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das wiederholbar ist“, sagte der Aufsichtsratschef. „Wenn ich irgendwann vor 20, 30 Jahren den FC Bayern gemalt hätte, hätte er wahrscheinlich so ausgeschaut wie jetzt.“

          „Das Jahr 2013 wird für den FC Bayern in die Geschichte eingehen“: Uli Hoeneß

          Hoeneß warnte vor zu großen Ansprüchen an den FC Bayern. Man müsse aufpassen, dass der Klub nicht in eine Drucksituation gerate, aus der er nicht mehr herauskomme, sagte der 61-Jährige. „Wenn du einen wichtigen Titel pro Jahr holst, ob das die deutsche Meisterschaft ist oder die Champions Leauge oder auch mal das Pokalendspiel, dann ist das okay.“

          Persönlich freue er sich jetzt auf das Weihnachtsfest im Kreise der Familie und mahnte zu Zufriedenheit, anstatt das neue Jahr mit Erwartungen zu überfrachten. „Wir müssen uns zurücklehnen, reflektieren und genießen und dann mit neuer Kraft an die Aufgaben herangehen, die auf uns zukommen“, bekannte Hoeneß.

          2013 war ein turbulentes Jahr für Uli Hoeneß, 2014 wartet ein Prozess auf ihn

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