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Bayern-Präsident Hoeneß : „Was meinen Sie, was da heute los wäre?“

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Uli Hoeneß am Donnerstag bei einer Podiumsdiskussion an der Bonner Akademie für Forschung und Lehre praktischer Politik. Bild: dpa

Bei einer Podiumsdiskussion bezieht Bayern-Präsident Uli Hoeneß verspätet Stellung zur Goldsteak-Affäre um Franck Ribéry. Er spricht außerdem über „alberne Social-Media-Kanäle“ – und die Zukunft des Bundesliga-Samstags.

          Präsident Uli Hoeneß vom deutschen Fußball-Meister FC Bayern München hat dem scheidenden Bayern-Spieler Franck Ribéry mit einiger Verspätung in der Goldsteak-Affäre verteidigt. „Der einzige Fehler, den er gemacht hat, war, dass er das Steak nicht an die Wand geklatscht hat“, sagte Hoeneß auf einer Podiumsdiskussion in Bonn: „Er war sich überhaupt nicht im Klaren darüber, dass er missbraucht wurde.“

          Ribéry habe das Steak damals gar nicht gegessen, erklärte Hoeneß: „Er war eingeladen, und der clevere Wirt hat ihm das Steak, das er gar nicht wollte, einfach hingestellt.“ Auf den Hinweis, dass der Franzose das Video, auf dem er Goldsteak mit Salz bestreut, selbst in den sozialen Medien geteilt habe, antwortete Hoeneß: „Ich weiß nicht, ob die alles wissen, was in ihren albernen Social-Media-Kanälen verzapft wird.“

          „Jeder Furz wird registriert“

          Über die offiziellen Social-Media-Kanäle von Ribéry waren Anfang Januar obszöne Beleidigungen verbreitet worden. Das war eine Reaktion auf Kritik an einem vergoldeten Steak, das dem Spieler einige Tage zuvor in einem Nobelrestaurant in Dubai serviert worden war. Dafür hatte Ribéry vom deutschen Rekordmeister eine hohe Geldstrafe bekommen.

          Die Spieler von heute täten ihm leid, sagte Hoeneß: „Die jungen Leute sind vollkommen überfordert damit, wie über sie gerichtet wird. Jeder Furz wird registriert. Unsere Zeit der Unbekümmertheit war schön.“ In seiner Spielerzeit in München sei die Mannschaft mit Trainer Udo Lattek aufs Oktoberfest gegangen, „da waren wir zwölf Stunden da. Die Hälfte war betrunken. Es ging, bis irgendwann einer hintenrunter gekotzt hat. Was meinen Sie, was da heute los wäre?“

          Angesichts der anhaltenden Diskussion um die Reform der Champions League sprach sich Hoeneß zudem für die Beibehaltung der Bundesliga in der jetzigen Form ausgesprochen. „Die Bundesliga muss so, wie sie ist, erhalten bleiben“, sagte Hoeneß auf einer Podiumsdiskussion in Bonn. Europapokal-Partien am Wochenende lehnt Hoeneß kategorisch ab. „Es ist für mich nicht vorstellbar, dass es wegen internationalen Spielen am Samstag keine Bundesliga mehr gibt“, sagte er.

          Derzeit gibt es einen Machtkampf zwischen der European Club Association (ECA) als Vertreter vieler Spitzenvereine und dem Verbund der Europäischen Fußball-Ligen, zu dem auch die Deutsche Fußball Liga gehört. Die ECA möchte gemeinsam mit der Uefa eine Reform der Königsklasse durchsetzen. Demnach würde der wichtigste Wettbewerb von 2024 an in einem dreistufigen Ligensystem ausgerichtet. Die Qualifikation über nationale Ligen würde erheblich erschwert. Am Freitag treffen sich Vertreter aller 55 Uefa-Mitgliedsverbände mit Präsident Aleksander Ceferin zu Beratungen zu diesem Thema in Budapest.

          Hoeneß wies Berichte zurück, dass der FC Bayern in der Vergangenheit mit anderen Topklubs sogar an eine Abspaltung von den nationalen Ligen gedacht habe. „Die Gerüchte, dass der FC Bayern und Borussia Dortmund bestrebt waren, in diese Super League zu gehen, kann ich für Bayern München total ausschließen. Wir sind uns schon im Klaren, dass die Bundesliga das Wichtigste ist“, sagte er.

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