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Fußball und die Coronakrise : Uefa beklagt Fake News zu Saisonabbruch

  • Aktualisiert am

Ob Jürgen Klopp und der FC Liverpool noch Meister werden können, ist ungewiss. Bild: AP

Wer wird Meister, wenn die nationalen Fußballligen bald abgebrochen würden? Oder gingen FC Liverpool und Jürgen Klopp leer aus? Nun meldet sich der Uefa-Präsident zu Wort – und übt Kritik.

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          Wer wird Meister, wenn die nationalen Fußballligen wegen der Corona-Krise ihre Saison nicht zu Ende bringen können. Nachdem zuletzt Spekulationen im Umlauf waren, wonach die aktuellen Tabellenführer auch ohne weitere Spiele zu Titelträgern erklärt werden, äußerte sich nun der Präsident der Europäischen Fußball-Union (Uefa).

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          „Ich habe wieder 'Fake News' gelesen und gehört, dass die Uefa den Ligen raten wird, die Meisterschaft zu beenden und zu entscheiden, dass der aktuelle Tabellenführer Meister wird. Ich kann sagen, dass das nicht wahr ist“, sagte Aleksander Ceferin. „Wir haben so etwas keinem Verband oder keiner Liga empfohlen. Unser Ziel ist es, die Ligen zu beenden“, erklärte der Slowene weiter.

          In der Bundesliga steht nach 25 absolvierten Spieltagen der FC Bayern ganz oben. Er kann den achten deutschen Titel in Serie erreichen. In Spanien liegt der FC Barcelona mit dem deutschen Torwart Marc-André ter Stegen vorne, in Italien Juventus Turin mit Sami Khedira und in Frankreich Paris St. Germain unter dem deutschen Trainer Thomas Tuchel sowie Julian Draxler, Thilo Kehrer und Eric Maxim Choupo-Moting.

          Ob ein Tabellenführer bei einem Abbruch automatisch Meister würde, ist also nicht gesagt. Falls dem nicht so ist und es in diesem Jahr keinen Titelgewinner gäbe, wäre das vor allem für den FC Liverpool von Jürgen Klopp bitter. Seit 1990 wartet der Klub auf eine Meisterschaft in England. Der Vorsprung ist enorm, schon am nächsten Spieltag hätten die „Reds“ uneinholbar vorne sein können. Ob Klopp und Co. aber wirklich noch Jubeln können, ist ungewiss – derzeit angesichts der Lage in der Welt aber auch zweitrangig.

          Ceferin hat Zweifel daran, dass die Saison 2019/20 im europäischen Fußball abgeschlossen werden kann. „Für die Wettbewerbe ist es sicherlich das Beste“, sagte der 52-Jährige der Nachrichtenagentur AP. „Aber ist es möglich, wenn man auf den Kalender schaut, der extrem eng ist? Es ist schwer zu sagen.“

          Die Europäische Fußball-Union hatte am Dienstag die EM 2020 in das nächste Jahr gelegt, um den Ligen in der Coronavirus-Krise mehr Zeit zu verschaffen, den ausgesetzten Spielbetrieb doch noch in dieser Saison wiederaufzunehmen. Die Uefa sowie die Klubs und Ligen bekannten sich im Anschluss zu der „Verpflichtung, alle nationalen und europäischen Klub-Wettbewerbe bis zum Ende der laufenden Saison, das heißt bis spätestens zum 30. Juni 2020, abzuschließen, sollte sich die Situation verbessern und die Wiederaufnahme des Spiels angemessen sein“.

          Am 30. Juni enden normalerweise auslaufende Spielerverträge, bei Transfers wechseln die Profis in der Regel zum 1. Juli den Klub. Für den Fall, dass die Pandemie den Fußball aber länger zum Erliegen bringt, hat sich die Uefa bereits eine Hintertür aufgehalten. So seien „Anpassungen der Qualifikationsrunden zur Uefa Champions League und zur Uefa Europa League 2020/21“ auch bei einem „späteren Abschluss der Saison 2019/20, das heißt nach dem 30. Juni 2020“ möglich, teilte der Verband mit. Die beiden Europapokal-Wettbewerbe stecken derzeit im Achtelfinale fest.

          In Deutschland ruht der Ball seit dem vergangenen Wochenende und vorerst bis zum 2. April. Die Deutsche Fußball Liga geht aber nicht von der baldigen Fortsetzung der Saison aus, in der Woche ab dem 30. März sollen weitere Beratungen folgen. DFL-Chef Christian Seifert hat bereits angekündigt, dass – wenn überhaupt – wahrscheinlich nur noch Geisterspiele stattfinden können. Die neue Bundesliga-Saison 2020/21 soll eigentlich 21. August beginnen, die zweite Liga schon wieder am 31. Juli.

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