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Europäischer Titel : Liverpool gewinnt Supercup gegen Chelsea im Elfmeterschießen

  • Aktualisiert am

Liverpools Sadio Mané traf in der Nachspielzeit zum zwischenzeitlichen 2:1. Bild: AP

Der FC Liverpool hat nach der Champions League den nächsten europäischen Titel gewonnen. Im britischen Duell gegen den FC Chelsea enttäuschte das Team von Jürgen Klopp aber lange. Entscheidend war ein noch kurz vorher vereinsloser Torhüter.

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          Jürgen Klopp hat mit dem FC Liverpool die nächste „Silberware“ abgeräumt und im dritten Pflichtspiel der Saison den ersten Titel geholt. Der Champions-League-Sieger gewann in Istanbul im europäischen Supercup im Elfmeterschießen 5:4 gegen den FC Chelsea, der in der Vorsaison in der Europa League triumphiert hatte. Torhüter Adrián hielt den letzten Strafstoß von Tammy Abraham. Nach regulärer Spielzeit und Verlängerung hatte es 2:2 (1:1, 0:1) gestanden. Nach dem verpassten Community-Shield-Sieg gegen Manchester City war es für die „Reds“ der erste große Triumph in dieser Saison.

          Der Senegalese Sadio Mané sorgte nach Chelseas Führung durch den französischen Weltmeister Olivier Giroud (36. Minute) mit seinen Toren in der 48. und 95. Minute für die Wende. Jorginho glich per Foulelfmeter (101.) für die „Blues“ aus. Am Ende erlebte Chelsea-Coach Frank Lampard, der mit einem 0:4 bei Manchester United in die neue Premier-League-Saison gestartet war, aber doch die nächste Enttäuschung seiner allerdings noch jungen Trainer-Karriere.

          Schiedsrichterin Stéphanie Frappart lieferte im Besiktas Park am Mittwoch eine unaufgeregte Premiere als erste Frau in einem bedeutenden Uefa-Wettbewerbsspiel im Männerfußball ab. Die 35 Jahre alte Französin lag mit ihren Entscheidungen meist richtig und ließ sich auch nicht aus der Ruhe bringen, als ein Flitzer in der ersten Halbzeit zum Sprintduell gegen mehrere Ordnern ansetzte.

          Freude bei Jorginho: Der Mittelfeldmotor Chelseas traf gleich zweimal vom Punkt.

          Klopp, der schon bei der Ankunft mit lautem Applaus begrüßt worden war, sah eine stärkere Anfangsphase seines Teams. Vor 38.000 Zuschauern, darunter viele türkische Fans in roten Trikots, scheiterte Stürmerstar Mohamed Salah knapp an Chelsea-Torwart Kepa (16.). Mit zunehmender Spieldauer kamen aber auch die besser werdenden „Blues“ zu Chancen. Der Spanier Pedro traf in der 22. Minute nur die Latte. Giroud war dann nach Vorlage des auffälligen, ehemaligen Dortmunders Christian Pulisic erfolgreich. Der deutsche Nationalspieler Antonio Rüdiger saß nach überstandener Knieverletzung samt OP immerhin wieder auf der Chelsea-Bank. Der 26 Jahre alte Verteidiger habe wie der ebenfalls noch angeschlagene Willian in der vergangenen Saison „eine große Rolle“ gespielt, hatte Lampard gesagt. „Wir fanden es wichtig, sie mitzunehmen.“

          Bei Liverpool feierte der frühere Schalker Joel Matip seinen 100. Einsatz für die „Reds“, der ehemalige Leipziger Naby Keita fiel mit einer Muskelzerrung kurzfristig aus. Liverpool hatte Glück, dass Pulisic in der 40. Minute knapp im Abseits stand, bevor er ins Liverpooler Tor traf. Klopp tobte dennoch wegen der schwachen Abwehrleistung seiner Mannschaft – aber er schien dann in der Halbzeitpause die richtigen Worte gefunden zu haben. Liverpool spielte nach dem Seitenwechsel deutlich stärker. Der eingewechselte Roberto Firmino brachte viel Schwung und war direkt an Manés Tor beteiligt. Kurz darauf zielte Fabinho knapp am Chelsea-Tor vorbei (49.).

          Auch in der Folge blieben die „Reds„ gefährlicher und hatten die zwingenderen Chancen. Kepa rettete in der 75. Minute mit Weltklasse-Paraden gegen Salah und Abwehrchef Virgil van Dijk. Mané schob den Ball aus spitzem Winkel vorbei (86.), machte es dann in der Verlängerung nach Rückpass von Firmino aber besser. Doch nach Jorginhos Ausgleich hatte auch Chelsea mehrfach die Chance zum Sieg, aber erst das Elfmeterschießen brachte die Entscheidung, in dem schließlich der erst vor dieser Saison verpflichtete Adrián, nur Vertreter des verletzten Stammtorhüters Alisson Becker, entscheidend parierte. Er war zuvor vereinslos.

          Freude bei den „Reds“: Sadio Mané hält den Pokal in die Höhe, rechts neben ihm feiert Kapitän Jordan Henderson.

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