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Uefa-Pokal : Spanien beherrscht die Mittelklasse

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Spanische Fiesta: Sevillas Spieler feiern den Finaleinzug Bild: dpa

Nach dem Ausscheiden der Top-Klubs in der Champions League hat die zweite spanische Garde ihre Stärke gezeigt. „Spaniens Hauptstadt heißt jetzt Glasgow“, schrieb die Zeitung As in Vorfreude auf das Uefa-Cup-Finale FC Sevilla gegen Espanyol Barcelona.

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          Von der Euphorie überwältigt, verlegten die spanischen Medien das Machtzentrum ihres Landes kurzerhand in den Finalort des diesjährigen Uefa-Cups. „Spaniens Hauptstadt heißt jetzt Glasgow“, schrieb die Zeitung As in Vorfreude auf das spanische Endspiel zwischen dem FC Sevilla und Espanyol Barcelona.

          Nach dem Ausscheiden der „Großen“ FC Barcelona, Real Madrid und FC Valencia in der Champions League hat das fußballbegeisterte Spanien also doch noch Grund zu jubeln. „Italien und England dominieren in der gehobenen Klasse des europäischen Fußballs, Spanien beherrscht aber die Mittelklasse“, befand am Freitag die Zeitung „El Mundo“. Die Primera División sei international doch besser als ihr Ruf, lautet der Tenor.

          „Der FC Sevilla ist noch überall dabei“

          Alfredo Relaño, Chefredakteur des meistgelesenen Sportblatts „Marca“, sieht es so: „Real Madrid und der FC Barcelona sind zwar die Ersten der Klasse oder sollten es zumindest sein. Das Maß des spanischen Fußballs sind sie aber nicht mehr.“ Spaniens neue Fußball-Könige kommen aus Sevilla. Der Titelverteidiger aus Andalusien hatte am Donnerstag den erneuten Finaleinzug durch ein 2:0 (1:0) im Halbfinal-Rückspiel gegen den CA Osasuna (Hinspiel: 0:1) perfekt gemacht und geht am 16. Mai im Hampden Park als Favorit in das Spiel gegen Espanyol, das Werder Bremen aus dem Wettbewerb warf.

          Ein Meer in rot-weiß-gelb
          Ein Meer in rot-weiß-gelb : Bild: AP

          Die „Sevillistas“ könnten als erste Mannschaft seit Real Madrid 1986 den Uefa-Cup-Titel verteidigen. „Dies ist ein großer Moment für Sevilla. Wenn man zwei Mal hintereinander ins Endspiel kommt, dann ist das kein Glück“, sagte FC-Trainer Juande Ramos. Der frühere Schalker Profi Christian Poulsen frohlockte angesichts der Chance auf das Triple mit Uefa-Cup-Sieg, Meisterschaft und Pokalerfolg: „Das war großer Fußball. Jetzt wollen wir alle drei Titel.“

          „Das haben wir uns verdient“

          Allerdings hat Espanyol Barcelona - wo Juande Ramos vor vier Jahren als Trainer geschasst worden war - auch schon beim 2:1 gegen Werder Bremen (nach dem 3:0 im Hinspiel) seinen Kampfgeist unter Beweis gestellt. Die kleinen Katalanen müssen bereits seit Jahren immer wieder gegen den Abstieg kämpfen. Nach dem Triumph im Weserstadion konnte Clubpräsident Daniel Sánchez Llibre die Glückstränen deshalb kaum unterdrücken. „Das haben wir uns verdient“, stammelte er in die Mikrofone.

          Bislang stand Espanyol nur einmal im Endspiel des Uefa- Cups: Vor 19 Jahren verlor der Verein in einem Elfmeterkrimi das Final-Rückspiel gegen Bayer Leverkusen. „Der FC Sevilla ist noch überall dabei. Eigentlich könnte er uns etwas übrig lassen“, sagte Espanyols Trainer Ernesto Valverde mit einem Augenzwinkern.

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