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Uefa-Pokal : Mintal krönt Nürnbergs unglaubliche Aufholjagd

  • Aktualisiert am

Doppeltorschütze Marek Mintal hält den 1. FC Nürnberg in Europa im SPiel Bild: dpa

Welch ein Kampfgeist: Bis zur 83. Spielminute war der 1. FC Nürnberg schon ausgeschieden aus dem Uefa-Pokal. Der Gast aus Alkmaar führte mit 0:1. Doch dann folgte der große Auftritt des Marek Mintal - und die Franken gewannen doch noch mit 2:1.

          2 Min.

          „Tor-Phantom“ Marek Mintal und das glückliche Wechsel-Händchen von „Jubilar“ Hans Meyer lassen den 1. FC Nürnberg weiter vom Überwintern im Uefa-Pokal träumen. Mit einem Doppelschlag in der 83. und 85. Minute drehte der Slowake ein schon verloren geglaubtes Spiel am Dienstagabend fast im Alleingang und schoss den „Club“ zu einem 2:1 (0:1)-Sieg gegen den 10. der niederländischen Ehrendivision, AZ Alkmaar. Ein Sieg im abschließenden Spiel der Gruppe A in Griechenland bei AE Larissa reicht den Nürnberger nun, um im kommenden Jahr in der Runde der letzten 32 mit von der Partie zu sein.

          Vor 35.020 Zuschauern in Nürnberg hatte Derny de Zeeuw die lange Zeit überlegenen Niederländer in der 29. Minute in Führung gebracht. „Es ist fantastisch schön“, sagte der Nürnberger Torschütze. „Ich habe zwei Tore geschossen, das ist perfekt. Nun haben wir den ersten Sieg geschafft, jetzt haben wir alle Chancen in Larissa.“

          Stark herausgespieltes Tor der Gäste aus Alkmaar

          In seinem 75. Europapokalspiel als Trainer verzichtete Meyer in seiner Anfangsformation auf Ralf Schmidt und vor allem Marek Mintal, die durch Peer Kluge und Leon Benko ersetzt wurden. Doch der Schachzug ging, zumindest was die Stürmerfrage betraf, daneben und wurde nach nur 37 Minuten korrigiert. Nun ersetzte der Slowake Mintal den Kroaten Benko - ohne dem Spiel des Pokalsiegers allerdings eine Wende geben zu können. Pech freilich hatte Mintal in der 41 Minute, als sein Schuss vom Strafraum-Eck nur knapp über die Latte strich.

          Tanz auf der Fußspitze

          Eine Handvoll mehr oder minder guter Chancen hatte der Bundesliga-16. bis dahin gehabt. Doch das Tor gelang den reifer, abgeklärter und ruhiger spielenden Niederländern. Mit der Hacke spielte Moussa Dembele seinen Kollegen Derny de Zeeuw glänzend frei und der ließ dem von seiner desorientierten Abwehr im Stich gelassenen Keeper Jaromir Blazek in der 29. Minute keine Chance.

          Vor allem Stürmer Charisteas enttäuscht die Fans

          Mit einer Glanzparade hatte Blazek in der 7. Minute die verdiente Führung der Gäste noch verhindern können. Simon Cziommer hatte den Freistoß getreten. Jener Cziommer, der in Alkmaar zum umworbenen Mittelfeldstar geworden ist, nachdem er in seinem Heimatland Deutschland nicht zurecht gekommen war und nach zwei Bundesliga- Spielen für Schalke 04 in der Saison 2003/04 sein Heil in den Niederlanden suchte.

          Während Cziommer seine Stürmer immer wieder geschickt einsetzte, mühte sich der „Club“ vergeblich. Vor allem Angelos Charisteas enttäuschte die Fans wieder einmal besonders. Mit einem gellenden Pfiffkonzert machten sich die Fans Luft, nachdem der Grieche in der Nachspielzeit der ersten Hälfte den Ball zunächst zwar am starken Torwart Boy Warterman dann aber auch am Tor vorbei ins Aus gezirkelt hatte.

          Mintal macht das Unmögliche doch noch möglich

          Glück hatten die Franken dagegen in der 39. Minute, als zunächst Dembele den Pfosten traf und auch .de Zeeuw im Nachschuss den Ball nicht zum zweiten Mal im „Club“-Tor unterbringen konnte. Das Pech im Abschluss klebte den Nürnbergern zunächst auch im zweiten Durchgang an den Füßen. Mehr und mehr erhöhten die Franken zwar den Druck, doch außer Kampf und Einsatz hatten sie nichts zu bieten.

          Hektisch und teilweise auch unkonzentriert wurden die Chancen vergeben, wie von Misimovic (67./73.) oder auch Saenko, der in der 62. Minute für den bemühten Adler eingewechselt wurde. Und Saenko war es im Zusammenspiel mit dem doppelten Torschützen Mintal, der das Unmöglich erscheinende doch noch möglich machte. „In der zweiten Halbzeit war ich sehr zufrieden mit meiner Mannschaft“, sagte Trainer Meyer. „Davor allerdings waren wir viel zu ängstlich. Larissa dürfen wir jetzt nicht unterschätzen.“

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