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Uefa-Pokal : HSV unterliegt, Last-Minute-Sieg für Stuttgart, Hertha mit Nullnummer

  • Aktualisiert am

Mußte hinter sich greifen: HSV-Torwart Stefan Wächter Bild: REUTERS

Der Hamburger SV unterlag in Monaco 0:2. Der VfB Stuttgart hat im Schlußspurt in Saloniki 2:1 gewonnen und ist auf dem Weg in die K.o.-Runde des Uefa-Cups. Hertha BSC muß nach torlosem Heimspiel gegen Lens weiter bangen.

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          Nach seiner schwächsten Saisonleistung hat der Hamburger SV den vorzeitigen Einzug in die K.o.-Runde des Uefa-Pokal- Wettbewerbs verpaßt. Nach zwei Siegen in der Gruppe A verlor der Tabellendritte der Fußball-Bundesliga am Donnerstag beim AS Monaco mit 0:2 (0:1) erstmals. Der Togolese Emmanuel Shedi Adebayor (45.) brachte in der an Höhepunkten armen Partie mit seinem Treffer kurz vor der Pause sein Team in Führung.

          Der Hamburger Khalid Boulahrouz sah in der Nachspielzeit noch die Rote Karte wegen einer angeblichen Tätlichkeit. Sekunden darauf machte Olivier Veigneau (90.+4) mit seinem Treffer die zweite Niederlage der Hanseaten in ihrem 28. Pflichtspiel in dieser Saison perfekt. Die Hamburger haben am 15. Dezember im letzten Gruppenspiel gegen Slavia Prag aber noch in der Hand, die nächste Runde zu erreichen.

          HSV harmlos auch mit drei Stürmern

          Dem Spiel der Hanseaten taten die Wechsel nicht gut. Gegen einen keineswegs übermächtigen Gegner zeigten die Hamburger vor 7500 Zuschauern ungewohnte Schwächen in der Deckung. Dem Mittelfeld um den ungewohnt blassen Niederländer Rafael van der Vaart, der erstmals im Uefa-Pokal leer ausging, fehlten die Ideen. Im Angriff war der schwache Mpenza auf sich allein gestellt.

          Verbissener Kampf ohne Tore: Herthas Simunic wird in die Zange genommen

          Da die Monegassen nicht viel besser waren, plätscherte die Partie fast die gesamte erste Halbzeit dahin. Für Aufregung sorgte nur der Kopfball von Francois Modesto (26.), der knapp am HSV-Tor vorbeiflog. Als sich die Hamburger schon auf die Pause eingerichtet hatten, nutzte Adebayor (45.) eine Unachtsamkeit in der HSV-Abwehr und schloß eine Vorlage von Camel Meriem erfolgreich ab.

          Nach dem Wechsel bemühten sich die Hamburger, mehr Druck zu machen. Doch bis auf einen Schuß von van der Vaart (56.) aus 18 Metern gab es keine Gefahr für den Tabellensechsten der ersten französischen Liga. Der beste Monegasse Meriem (69.) hatte indes Pech mit einem Freistoß, der nur knapp sein Ziel verfehlte. Auch als HSV- Trainer Doll noch Lauth als dritten Stürmer aufs Feld schickte, änderte sich nichts an der Harmlosigkeit der Hamburger.

          Zwei Treffer in den letzten fünf Minuten

          So dramatisch das Spiel in Saloniki in der Endphase war, so trostlos war die Begegnung im Berliner Olympiastadion. Torlos endete am Mittwoch die Uefa-Cup-Partie zwischen Hertha BSC und RC Lens. Das Unentschieden ist für die Berliner zu wenig, um schon jetzt für die K.o.-Runde des Wetterbewerbs planen zu können. Danijel Ljuboja vom VfB Stuttgart hat seinem Team dagegen den Weg in die nächste Runde geebnet. Er erzielte in den letzten fünf Minuten die beiden Treffer, mit denen der VfB das Spiel kippte und noch 2:1 gewann.

          Den Siegtreffer für den Tabellen-Achten der Fußball-Bundesliga markierte Ljuboja mit einem Foulfelfmeter erst in der Nachspielzeit. In der 85. Minute war ihm in einem Spiel der verpaßten Gelegenheiten auch der Ausgleich für die Schwaben gelungen, denen vor 28.000 Zuschauern lange Zeit die zweite Niederlage in der Vorrunden-Gruppe G gedroht hatte.

          VfB ließ reihenweise Chancen aus

          Durch eine katastrophale Chancenverwertung brachte sich die Elf von Trainer Giovanni Trapattoni um einen deutlich höheren Sieg. Christos Karypidis (48.) hatte die Griechen in Führung gebracht. Ein Wermutstropfen für die Schwaben war die Gelb-Rote Karte für Silvio Meißner (76.) wegen wiederholten Foulspiels, der im letzten Gruppenspiel am 14. Dezember gegen Rapid Bukarest nun zuschauen muß.

          Bei Dauerregen und kühlen Temperaturen bestimmte der VfB gegen die harmlosen Griechen von Beginn an das Spielgeschehen, zeigte aber eine geradezu katastrophale Chancenverwertung. Die gegenüber den letzten Bundesliga-Auftritten verbesserten Schwaben kombinierten gefällig und nutzten den sich bietenden Raum, doch vor dem Tor waren sie mit ihrem Latein am Ende. Dies galt vor allem für Stürmer-Star Jon Dahl Tomasson, dessen 75. Europacup-Einsatz wegen einer Knieverletzung lange Zeit in Frage stand. Aber auch die Kollegen des Dänen hätten schon bis zur Pause für klare Verhältnisse sorgen müssen.

          Hertha ohne Druchschlagskraft

          Nach der enttäuschenden und von den nur 18.514 Zuschauern mit gellenden Pfiffen bedachten Vorstellung gegen den französischen UI-Cup-Sieger muß Hertha BSC im nächsten Spiel der Gruppe C am kommenden Mittwoch bei Sampdoria Genua unbedingt punkten, um den Einzug in die K.o.-Runde des Uefa-Cups nicht aufs Spiel zu setzen. Weil das Spiel an dem leicht angeschlagenen Marcelinho im Mittelfeld vorbeilief, kamen die Berliner im ersten Europacup-Duell gegen eine französische Mannschaft nicht auf Touren. Das Team wirkte wie bei der 0:2-Pleite bei Borussia Dortmund verunsichert und ohne Durchschlagskraft.

          Die spielstarken Franzosen, in der Liga seit 14 Spielen unbesiegt und mit der Empfehlung eines 5:0-Sieges gegen Halmstad BK nach Berlin gekommen, konnten sich auf eine stabile Abwehr verlassen und zeigten insgesamt die reifere Spielanlage. Torchancen gab es während der gesamten Spielzeit auf beiden Seiten kaum. Die zweiten 45 Minuten waren etwas unterhaltsamer - jedoch vor allem wegen einiger Rangeleien auf dem Spielfeld, die vom englischen Schiedsrichter Howard Webb wort- und gestenreich geschlichtet wurden. Viel mehr geschah aber nicht, Hertha hatte durch Bastürk nur noch eine nennenswerte Chance.

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