https://www.faz.net/-gtl-s15u

Uefa-Pokal : Hamburg und Schalke setzen deutsche Pleitenserie fort

  • Aktualisiert am

Gesten der Schalker Ratlosigkeit Bild: dpa/dpaweb

Auch der Hamburger SV und Schalke 04 haben an die schlechten Leistungen der deutschen Fußball-Teams angeknüpft. Im Achtelfinal-Hinspiel des Uefa-Pokals kassierte der HSV ein 0:2 bei Rapid Bukarest, Schalke verlor mit 0:1 in Palermo.

          Die Fußball-Bundesligaverein FC Schalke 04 und Hamburger SV haben ihre Hinspiele im Achtelfinale des Uefa-Pokals verloren. Die Gelsenkirchener unterlagen bei US Palermo am Donnerstag mit 0:1 (0:1) und kassierten im zehnten Pflichtspiel unter Trainer Mirko Slomka die erste Niederlage.

          Die Ausgangsposition für das Rückspiel am kommenden Mittwoch ist für den HSV nach dem 0:2 (0:1) bei Rapid Bukarest noch schlechter, zumal Nigel de Jong die Gelb-Rote Karte sah. Schalke erwartet Palermo am kommenden Donnerstag.

          Schalker enttäuschen auf ganzer Linie

          Nach der ersten Niederlage im zehnten Pflichtspiel unter Trainer Mirko Slomka droht dem FC Schalke 04 das Ende aller Uefa-Pokal-Träume. Mit dem 0:1 (0:1) im Achtelfinal-Hinspiel beim US Palermo setzte der Fußball-Bundesligaverein die Pleitenserie deutscher Teams gegen italienische Mannschaften nach den Blamagen der Nationalmannschaft vor einer Woche, des SV Werder Bremen am Dienstag in Turin und des FC Bayern München am Mittwoch in Mailand fort.

          Gesten der Schalker Ratlosigkeit Bilderstrecke

          Vor 10.581 Zuschauern im Stadion „Renzo Barbera“ enttäuschten die Schalker auf ganzer Linie und besaßen vor allem in der ersten Halbzeit kaum Chancen. Der überragende Franco Brienza erzielte schon in der 16. Minute den entscheidenden Treffer für den starken Tabellenzehnten der Serie A. Im Rückspiel am kommenden Donnerstag müssen sich die Schalker erheblich steigern, um erstmals seit 1998 ein Europapokal-Viertelfinale zu erreichen.

          Ungewohnte Schwächen in der Abwehr

          Das Team von Trainer Slomka tat sich von Beginn an schwer mit den überraschend offensiv eingestellten Gastgebern. Die zuletzt zuverlässige Abwehr der Gelsenkirchener zeigte ungewohnte Schwächen. Im Angriff lief ohne Lincoln und Kevin Kuranyi nichts. Ebbe Sand als Lincoln-Ersatz in der Spielmacher-Rolle bekam die Begegnung nie richtig in den Griff. So kamen die ersatzgeschwächten Sizilianer schnell zu ihren Torchancen.

          Schon nach drei Minuten prüfte Giovanni Tedesco aus kurzer Entfernung Schalkes Torwart Frank Rost. In der 16. Minute war Rost dann machtlos gegen Brienza, der nach einem Paß von Paul Codrea freistehend traf. Auch in der Folgezeit war Palermo überlegen, spielte ballsicherer und aggressiver. Erst ab der 25. Minute schien der Bundesligaklub aufzuwachen und die Partie offen gestalten zu können.

          Pech für Stürmer Sören Larsen

          In der 33. Minute hatten die „Königsblauen“ Pech: Nach einem Kopfball von Sören Larsen trudelte der Ball Richtung Torlinie, Andrea Barzagli rettete im letzten Moment für Palermos geschlagenen Torhüter Mariano Andujar. Es blieb aber nur ein kurzes Schalker Strohfeuer. Palermo bestimmte danach weiter die Partie. Vor allem Spielmacher Brienza konnte von der Schalker Deckung nicht gestoppt werden. Der 25jährige hatte in der 41. und in der 45. Minute noch zwei Möglichkeiten, auf 2:0 zu erhöhen.

          Nach dem Wechsel bemühte sich der Bundesligaverein, besser ins Spiel zu kommen. Sand rückte in die Sturmspitze, um den Druck zu erhöhen. Doch die Italiener blieben stets mit ihren Kontern gefährlich. Immerhin kamen die Schalker zu zwei Ausgleichschancen: Levan Kobiaschwili testete Palermos Keeper Andujar (67.) mit einem Fernschuß. Zehn Minuten später hatte erneut Larsen mit einem Kopfball Pech, als Andujar gerade noch rettete. Einen Treffer hätten die Schalker allerdings nicht verdient gehabt.

          Zwei Gelb-Rote Karten in Bukarest

          Auch der Hamburger SV setzte die Pleitenserie der deutschen Fußball-Mannschaften fort. Im Achtelfinale-Hinspiel des Uefa-Pokals kassierte der Bundesliga-Dritte am Donnerstag eine 0:2 (0:1)-Niederlage bei Rapid Bukarest und muß nun vor dem Rückspiel am kommenden Mittwoch um das Weiterkommen fürchten.

          Die Hanseaten enttäuschten bei dem Sechsten der rumänischen Liga, der schon Hertha BSC ausgeschaltet hat. Daniel Niculae (45.+2) und Mihai Buga (88.) erzielten die Tore. Der Hamburger Nigel de Jong sah in der 68. Minute wegen wiederholten Foulspiels ebenso die Gelb-Rote Karte, wie Rapids Kapitän Vasile Maftei in der dritten Minute der Nachspielzeit.

          Es fehlte an Leidenschaft

          Die Hamburger waren fünf Tage nach dem überragenden Spiel bei den Bayern nicht wieder zu erkennen. Es fehlte an Leidenschaft und Einsatz. Nur eine Mini-Chance durch Rafael van der Vaart (36.) war die Ausbeute der ersten Halbzeit. Rapid hatte dagegen durch Torschütze Niculae, der HSV-Keeper Stefan Wächter in der zweiten Minute der Nachspielzeit mit einem 30-m-Schuß überwandt, schon in der 22. Minute die Chance zur Führung. Vier Minuten später war es van Buyten, der nach einem Rada-Schuß auf der Linie klärte.

          In der 68. Minute kam ein weiterer Rückschlag für die Hanseaten dazu: Nigel de Jong, in München noch der umjubelte Schütze des Siegtores, sah wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte. „Wir wollen ein Tor schießen; dann können wir das Rückspiel entspannter angehen“, hatte Doll seinen Spielern mit auf den Weg gegeben.

          Kucukovic muß im Krankenhaus bleiben

          Doch gegen die spritziger wirkenden Rumänen ging auch dieses Minimalziel daneben. „Wir sind auf alles vorbereitet“, hatte der Coach zwar gemeint. Aber wie Hertha BSC in der vorigen Runde konnte auch der HSV In Bukarest kein Tor erzielen und muß überdies nach dem 0:2, das Buga auf Vorarbeit von Niculae erzielte, das Ausscheiden fürchten.

          Nach der Partie konnte der Hamburger Mustafa Kucukovic nicht mit der Mannschaft zurückfliegen. Der 19jährige wurde wegen einer Kopfverletzung in ein Krankenhaus der rumänischen Hauptstadt gebracht und war nicht transportfähig. Kucukovic war in der dritten Minute der Nachspielzeit mit Rapid- Kapitän Vasile Maftei zusammen geprallt, der die Gelb-Rote Karte sah. Er soll sich eine Gehirnerschütterung zugezogen haben.

          Weitere Themen

          Leverkusener Wiedergutmachung

          2:0 gegen Union : Leverkusener Wiedergutmachung

          Bayer Leverkusen betreibt Wiedergutmachung für zwei bittere Niederlagen in der vergangenen Woche. Union Berlin bringt die Werkself nie in Gefahr. Sebastian Polter sieht zudem noch Rot.

          Fortuna fit trotz Verletzungen Video-Seite öffnen

          Rheinderby gegen Gladbach : Fortuna fit trotz Verletzungen

          Im Rheinderby treffen die Düsseldorfer am Sonntag auf Borussia Mönchengladbach, die am Donnerstag in der Europa League eine 0:4-Heimniederlage verkraften mussten. Trotz Verletzungspech freut sich Trainer Funkel auf das Spiel.

          Leclerc bleibt der Mann der Runde

          Formel 1 : Leclerc bleibt der Mann der Runde

          Der nächste Coup von Charles Leclerc: Nach zwei Siegen in Serie sichert sich er sich in Singapur wie schon in Monza wieder die Pole Position. Sebastian Vettel fährt als Dritter abermals hinter dem Teamkollegen hinterher.

          Topmeldungen

          Boris Johnsons Wahlkreis : „Der beste Premierminister seit Churchill“

          Boris Johnson gerät wegen der Suspendierung des Parlaments immer stärker unter Druck. Seine Anhänger wollen davon jedoch nichts wissen und stehen weiter hinter ihm. Doch wie lange noch? Beobachtungen aus dem Wahlkreis des Premierministers.

          Kretschmann zu Klimapaket : „Das ist doch ein Treppenwitz“

          Die Grünen in Baden-Württemberg lassen kein gutes Haar am Klimapaket der Bundesregierung, auf das die Koalition so stolz ist. So könne man nicht Politik machen, findet Ministerpräsident Winfried Kretschmann.

          Bundesliga im Liveticker : 4:0 für Bayern – Freiburg nur 1:1

          Bayern schießt sich an die Spitze: Der Kölner Keller war aktiver als die Kölner Fußballer. Allerorten annullierte Tore, wiederholte Elfmeter, nachträgliche Platzverweise. Verfolgen Sie die Spiele im Liveticker.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.