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Uefa-Cup : Udine ist nicht Schalke: Dortmund kann nicht zurückschlagen

  • -Aktualisiert am

Dortmunds Kehl guckt sehr sparsam, während die Gäste zum abheben ansetzen Bild: REUTERS

Das Uefa-Cup-Comeback von Borussia Dortmund ist missglückt. Das Team von Trainer Klopp verlor das Erstrunden-Hinspiel mit 0:2 gegen Udinese Calcio. Flores und Gökhan trafen schon in der ersten Halbzeit für die Gäste.

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          Rein sprachlich hatte Jürgen Klopp eine Steigerung angekündigt. Wenige Tage „nach dem Spiel des Jahres“, dem dramatischen Derby gegen Schalke 04, annoncierte der Cheftrainer von Borussia Dortmund eine noch bedeutendere Partie, „das Spiel des Jahrzehnts“.

          Eine epochale Leistung gelang seinem Personal beim 0:2 gegen den italienischen Verein Udinese Calcio allerdings nicht. Nach der Heimniederlage in seinem ersten Europapokalauftritt nach fast fünf Jahren steht der BVB vor dem Aus; das Rückspiel findet am 2. Oktober in Udine statt. Für Klopp besiegelten die Treffer von Antonio Floro Flores (8. Minute) und Gökhan Inler (35.) die erste Pflichtspielniederlage, seit er Trainer des Revierklubs ist. Klopp fand anschließend zu einem einfachen und zutreffenden Fazit: „Wir haben in vielen Situationen sehr schlecht gespielt, hatten wenig Ordnung und manchmal gar keine.“

          Klopp musste mehrfach unfreiwillig umstellen

          Schon früh hatte sich angedeutet, dass die Italiener den BVB mit schnellen Gegenstößen in Bedrängnis bringen würden. Kurz nach dem Anpfiff beließ es Aexis Sanchez noch bei einem Schreckschuss. Ein paar Minuten später aber schloss Floro Flores den zweiten mustergültigen Konter mit dem Führungstreffer für Udine ab. Bei einem eigenen Freistoß waren alle Dortmunder Spieler weit aufgerückt.

          Schaut her, ich hab' getroffen: Udineses Flores (l.) zeigt es den Westfalen
          Schaut her, ich hab' getroffen: Udineses Flores (l.) zeigt es den Westfalen : Bild: dpa

          So fiel es den Italienern leicht, die entblößte Abwehr zu überwinden. Unmittelbar vor dem Gegentor hatte Klopp zum ersten, aber nicht zum letzten Mal unfreiwillig umstellen müssen. Mohamed Zidan, der zuletzt von einem Teil der Dortmunder Fans ausgepfiffene Stürmer musste nach einem Foul von Domizzi schon in der neunten Minute verletzt den Platz verlassen. Für ihn kam Mittelfeldspieler Tinga ins Spiel, und Tamas Hajnal rückte nun als hängende Spitze weiter nach vorn.

          Dritter Konter, zweites Gegentor

          Allmählich fanden die Borussen sich besser zurecht und übten vorübergehend Druck aus. Mehr als zwei gefährliche Distanzschüsse von Florian Kringe und Jakub Blaszczykowski sowie 6:0 Ecken in der ersten halben Stunde kamen dabei aber nicht heraus. Die Italiener hatten keine große Mühe, sich der Dortmunder Angriffe zu erwehren.

          Bei ihrem dritten klugen Gegenstoß stellten sie die offensive Borussenabwehr ein weiteres Mal bloß: Inler traf zum 0:2. Inzwischen mussten die Westfalen auch den verletzten Innenverteidiger Mats Hummels ersetzen; er wurde von Felipe Santana vertreten. Zur Pause mag mancher noch ein wenig Mut aus dem Schalke-Spiel geschöpft haben. Im Derby hatte der BVB angetrieben vom eingewechselten Alexander Frei sogar ein 0:3 noch aufgeholt. Aber Italiener lassen so etwas nicht mit sich machen. Das wusste auch Jürgen Klopp: „Wir haben denen so in die Karten gespielt, das wird Udinese im Europapokal so schnell nicht wiedererleben. Ich dachte, wir sind schon weiter. Aber was wir in Teilbereichen abgeliefert haben, war eine Katastrophe.“

          Die Fans riefen lautstark nach Alexander Frei

          Frei hatte abermals nicht der Startelf angehört. Von Anfang an zu spielen „wäre noch zu riskant nach meiner schweren Verletzung“, sagte Frei. „Ich habe mit dem Trainer verabredet, dass ich zunächst auf der Bank sitze und zum richtigen Zeitpunkt eingewechselt werde.“ Ein paar Minuten nach der Pause wurden die BVB-Fans unter den 52.400 Zuschauern ungeduldig, nicht nur des Spielstandes wegen. Sie riefen lautstark nach Frei.

          Als gut eine Stunde vorbei war, wurde ihnen wenigstens dieser eine Wunsch erfüllt. Diesmal gelang es aber auch Frei nicht mehr, einen Auf- oder gar Umschwung herbeizuführen. Dortmund wirkte bemüht, blieb aber harmlos. Udine hätte den Vorsprung sogar weiter ausbauen können. Doch Santana wehrte einen Schuss von Sanchez vor der Torlinie ab.

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