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Uefa-Cup : Schalke denkt in Rotterdam nur an Dortmund

  • Aktualisiert am

„Steht auf, wenn Ihr Schalker seid”: Sven Vermant am Boden Bild: dpa/dpaweb

Unmotiviert und in Gedanken bereits bei wichtigen Ruhr-Derby gegen Dortmund hat Schalke 04 das Uefa-Cup-Spiel bei bei Feyenoord Rotterdam verloren. Richtig ärgerlich war nur Trainer Ralf Rangnick.

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          Erstmals in seiner gut neunwöchigen Amtszeit beim FC Schalke 04 war Trainer Ralf Rangnick richtig sauer. Vier Tage vor dem brisanten Revierderby bei Borussia Dortmund in der Fußball-Bundesliga paßte dem 46jährigen die völlig unnötige 1:2-Niederlage im letzten Uefa-Pokal-Gruppenspiel bei Feyenoord Rotterdam nicht in
          den Kram.

          „Übermut tut selten gut und Hochmut kommt vor dem Fall“, bemühte der Schwabe zwei alte Weisheiten, um die lasche Vorstellung der ersatzgeschwächten Elf zu beschreiben.

          Hanke „grübelt zu lange“

          Zwar war Schalke bereits vor der Partie für die K.o.-Runde der letzten 32 Teams qualifiziert, doch nach dem feststehenden Verlust der Spitzenposition in der Gruppe A wollte Rangnick nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Zumal nun am 17. Dezember in Nyon ein „Hammerlos“ für die nächste Runde im Februar winkt.

          „Wenn man aus fünf hochkarätigen Chancen nur ein Tor macht, ist das zu wenig. Nach unserer Führung war Feyenoord spürbar verunsichert, aber wir haben dem am Boden liegenden Gegner wieder in den Sattel geholfen“, ärgerte sich der Coach.

          Beim Auslassen selbst größter Möglichkeiten tat sich ausgerechnet Mike Hanke hervor, der mit dem 1:0 in der 7. Minute den Schalker Europacup-Torrekord von Marc Wilmots (9 Treffer) eingestellt hatte. „Wenn ich direkt nach dem 1:1 die Hundertprozentige verwerte, mache ich sicher noch mehr Tore. Aber ich habe zu lange über die vergebene Chance gegrübelt“, gab Hanke selbstkritisch zu. Dennoch gehörte der 21jährige noch zu den engagiertesten Knappen im Stadion „De Kuip“, wurde sogar von Rangnick in der Kabine in den Arm genommen.

          Abermals Kritik an der „Reserve“

          Doch im Gegensatz zum lustlos agierenden Brasilianer Ailton muß Hanke im Westfalenstadion sicher wieder ins zweite Glied rücken. Wie auch andere Profis, die ihre Einsatzchance nicht nutzen konnten. Ein vernichtendes Urteil über die „Reserve“ fällte Manager Rudi Assauer, ohne allerdings Namen zu nennen: „Einige haben gezeigt, daß sie nicht die Klasse haben, die sie zu haben glauben.“

          So werden beim BVB wieder diejenigen auflaufen, die in den vergangenen Wochen maßgeblich an der Erfolgsserie beteiligt waren und gegen die eigentlich eher harmlose Elf von Ruud Gullit ganz oder teilweise geschont wurden. Die angeschlagenen Marcelo Bordon und Lincoln sind nach ihrer Verschnaufpause sicher dabei. „Für Sonntag bin ich zuversichtlich“, sagte Clubarzt Thorsten Rarreck.

          Nun gegen den BVB

          Der Partie gegen den sportlich wie finanziell am Abgrund stehenden Erzrivalen gilt laut Rangnick fortan die „ganze Konzentration“. Das werde ein „ganz anderes Spiel“, versicherte auch Ebbe Sand, der wie Gerald Asamoah in der zweiten Spielhälfte kam, weil der erst 19jährige Feyenoord-Stürmer Salomon Kalou die Sorglosigkeit der Schalker Defensive bereits zwei Mal (32./41.) eiskalt ausgenutzt hatte. Doch den Ausgleich schaffte Schalke nicht mehr.

          „Wir waren zu lässig. Das darf nicht vorkommen“, mahnte Sand, der aber auch die „schwierige Motivation“ vor der Partie als Ursache für die zweite Niederlage im 15. Pflichtspiel unter Rangnick ausmachte. „Wir waren ja schon durch.“ Der Däne betonte, daß die Priorität eindeutig dem 124. Ruhrpott-Vergleich gilt. Bei diesem Prestigeduell
          spiele der gegenwärtige Tabellenstand - Schalke ist Zweiter, der BVB auf Rang 13 - „überhaupt keine Rolle“. Allerdings reise man als Favorit zum Nachbarn. Sand: „Wir sind sehr selbstbewußt. Und Dortmund steht stark unter Druck. Das müssen wir ausnutzen.“

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