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U20-WM : Deutscher Rumpfkader startet mit Sieg

  • Aktualisiert am

Jubel über einen überraschenden Erfolg: Die deutsche U20 startet mit einem Sieg in die WM Bild: AP

Obwohl die deutsche U20 auf ihre Besten verzichten muss, gewinnt sie zum Auftakt der Weltmeisterschaft in Ägypten. Ein Doppelschlag ebnete den Weg zum Überraschungserfolg gegen den hoch eingeschätzten amerikanischen Nachwuchs.

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          Unbeirrt vom Abstellungschaos sind die deutschen U20-Fußballer mit einem eindrucksvollen Sieg in die WM in Ägypten gestartet. Das Team von DFB-Trainer Horst Hrubesch kam trotz 25 Ausfällen zu einem hochverdienten 3:0 (2:0)-Erfolg gegen den selbsternannten Titelfavoriten Amerika und steht damit schon mit einem Bein im Achtelfinale. Semih Aydilek vom türkischen Erstligaklub Kayserispor per Foulelfmeter (30.) und Kapitän Florian Jungwirth von 1860 München (32.) ebneten mit einem Doppelschlag in der starken ersten Halbzeit den Weg.

          Eine Co-Produktion zweier Joker sicherte endgültig den Auftaktsieg des U19-Europameisters in Suez: Cihan Kaptan (Bursaspor) bediente mit seinem ersten Ballkontakt Jungwirths Klubkollege Manuel Schäffler und der traf sieben Minuten nach seiner Einwechslung zum 0:3 (71.). Die ersten beiden Teams jeder Gruppe sowie die vier besten der sechs Gruppendritten erreichen die K.o.-Runde. Die weiteren Gegner Deutschlands sind am Dienstag erneut in Suez Südkorea und am Freitag in Ismaila Kamerun.

          Deutsches 4-1-4-1-System funktionierte von Beginn an

          „Wir wussten vorher, dass wir uns in das Turnier hineinbeißen müssen. Und das haben wir heute getan und im Endeffekt überzeugend gewonnen“, sagte Hrubesch zufrieden: „Die erste halbe Stunde war sehr gut, allerdings hätten wir da unsere Chancen besser nutzen müssen. Ich kann den Jungs aber nur ein Kompliment zu ihrer Leistung machen, die sie bei diesen enormen Temperaturen gezeigt haben.“ Der Coach hatte noch fünf U19-Europameister aus dem Vorjahr in der Startformation aufbieten können. Bei den Amerikanern saß Stürmer Brian Arguez von Bundesligist Hertha BSC Berlin zunächst nur auf der Bank.

          Das deutsche 4-1-4-1-System funktionierte von Beginn an gut. Offenbar hatte Hrubesch seinen Spielern bei 32 Grad im Schatten mit auf den Weg gegeben, ein frühes Tor vorzulegen. Dies wäre der Sturmspitze Richard Sukuta-Pasu (4.) beinahe gelungen, doch der Drehschuss des Leverkuseners flog wenige Zentimeter am Pfosten vorbei.

          Doppelschlag stellte die Weichen

          Die US-Boys kamen erst in der 20. Minuten zum ersten Ansatz einer Torgelegenheit, der Stellungsfehler von Jungwirth (1860 München) blieb sportlich unbestraft, endete aber mit einem kleinen Schock: Statt des Balls traf ein amerikanischer Spieler Torwart Ron-Robert Zieler mit dem Knie im Gesicht. Der Keeper von Manchester United blutete und Ersatztorhüter Sebastian Mielitz (Werder Bremen) stand bereits einsatzbereit am Spielfeldrand. Doch Zieler berappelte sich und spielte weiter. Der Doppelschlag innerhalb von 120 Sekunden stellte dann die Weichen auf Sieg. Zunächst wurde Debütant Björn Kopplin (Bayern München) im Strafraum von Brian Ownby gefoult, Aydilek verwandelte den berechtigten Strafstoß sicher. Auch beim 0:2 war Kopplin der Wegbereiter: Nach seinem Eckball war Jungwirth mit einem schönen Drehschuss aus 14 m erfolgreich.

          9:1 Torschüsse für Deutschland im ersten Durchgang sprachen eine deutliche Sprache. Den zweiten, allerdings harmlosen, hatte der in der Halbzeit eingewechselte Arguez (47.), der bei Hertha in der Bundesliga bisher nur einmal für 27 Minuten zum Einsatz kam. Nachdem Aydilek die große Chance zur Entscheidung vergab (49.), traf auf der Gegenseite Jared Jeffrey noch einmal die Latte (66.), ehe Schäffler alle Zweifel beseitigte.

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