https://www.faz.net/-gtl-7t2qz

U20-WM der Fußballfrauen : Aus dem Vorprogramm ins Finale

Torjägerin mit bester Perspektive: Pauline Bremer will erst die U20-WM gewinnen und dann zur richtigen WM im kommenden Sommer Bild: AP

Die deutschen Fußballfrauen stehen im Finale der U20-Weltmeisterschaft in Kanada. Gegen Nigeria (Montag, 1 Uhr) kommt es auch auf Torjägerin Pauline Bremer an. Die 18 Jahre alte Stürmerin hat schon reichlich Erfahrung auf großen Bühnen gesammelt.

          3 Min.

          Ihren ersten großen Auftritt bei einer U20-Weltmeisterschaft hatte Pauline Bremer schon 2010. Da war die heute 18 Jahre alte Stürmerin erst 14 Jahre alt. Nun gilt die Spielerin von Turbine Potsdam tatsächlich schon seit Jahren als eines der größten Talente im deutschen Frauenfußball. Aber so sehr war sie ihrer Zeit noch nicht voraus, dass sie damals bereits mit den bis zu 20 Jahre alten Mitspielerinnen hätte mithalten können. 2010 nahm sie stattdessen noch  mit der U15-Auswahl im Rahmen der Eröffnungsfeier der U20-WM in Bochum an einer Choreographie der ehemaligen Bundestrainerin Tina Theune teil. Der tanzende Auftritt auf dem Fußballfeld sollte für die Mädchen wie die junge Pauline ein Ansporn sein für den weiteren Werdegang.

          Vier Jahre später können der Deutsche Fußballbund (DFB) und die Choreographin Tina Theune mit Fug und Recht behaupten, dass das Vorhaben geglückt ist: Neben Pauline Bremer hat es mit Felicitas Rauch eine weitere ehemalige Fußball-Tänzerin aus dem Vorprogramm ins Finale geschafft. In der Nacht zum Montag trifft die deutsche Elf der U20-WM in Kanada,- wie übrigens schon im Endspiel von 2010 - auf Nigeria (1 Uhr/live in Eurosport). „2010 beim Eröffnungsspiel so nahe dabei zu sein hat bei mir natürlich noch mehr den Ehrgeiz geweckt, das auch mal selbst erleben zu dürfen“, sagt Pauline Bremer. „Wir konnten damals sehen, wie viel Spaß es macht, so eine tolle Atmosphäre zu erleben.“

          Ambitionen fürs A-Team

          In Kanada war das nun im Turnierverlauf zumindest in manchen Spielen ähnlich. Im Viertelfinale siegte Deutschland beispielsweise vor 22.000 Zuschauern auf Gastgeber Kanada mit 2:0. Dem ließen die deutschen Nachwuchsspielerinnen einen glücklichen 2:1-Sieg gegen die Turnierfavoritinnen aus Frankreich folgen, bei dem Bremer das bislang letzte ihrer fünf Tore erzielte. Mit dieser Quote ist sie ihrer Aufgabe als Mittelstürmerin gerecht geworden.

          Zum anderen hat sie ihre Ambitionen auch für das A-Nationalteam und eine mögliche schnelle Rückkehr nach Kanada bei der Weltmeisterschaft im kommenden Jahr unterstrichen. Am 10. April hatte sie an ihrem 18. Geburtstag erstmals einen Kurzeinsatz im Team von Bundestrainerin Silvia Neid, weitere Einladungen dürften gerade nach den Leistungen in diesen Tagen bald folgen. „Mein Ziel ist es natürlich, 2015 wieder in Kanada zu spielen“, sagt Bremer. „Aber erst mal konzentriere ich mich jetzt aufs Finale.“

          Wichtig gegen nigerianische Physis

          Dort kommt vermutlich gerade der körperlich robusten Spielerin aus der Potsdamer Talentschmiede von Bernd Schröder eine wichtige Rolle zu. Denn die Nigerianerinnen haben sich vor allem aufgrund der teils erstaunlichen Physis einiger ihrer Spielerinnen bis ins Finale vorgekämpft. Vor allem die Top-Torschützin Asisat Oshoala, die beim 6:2-Halbfinalsieg gegen Nordkorea gleich vier Treffer erzielt hatte, kann bei Standards rund um den deutschen Strafraum herum vermutlich nur mit der Mithilfe einer dann in der Abwehr benötigten Pauline Bremer gestoppt werden.

          Dann wäre der dritte Titelgewinn für den weiblichen deutschen Nachwuchs nach 2004 und 2010 möglich, auch wenn solche Erfolge nicht das maßgebliche Ziel der Talentförderung im DFB sind. „Für uns ist in erster Linie wichtig, wie viel Spielerinnen wir für die Frauen-Nationalmannschaft ausbilden, da schauen wir nicht so sehr auf die Ergebnisse bei einzelnen Turnieren“, sagt Trainerin Maren Meinert. In ihrem Kader steht neben Pauline Bremer mit Sara Däbritz eine weitere Spielerin, die schon Erfahrung im A-Team gesammelt hat und aufgrund einiger verletzungsbedingter Engpässe sogar im Kader beim EM-Sieg 2013 stand.

          Starke Torhüterin

          Ob weitere jetzige U20-Nationalspielerinnen bis zum kommenden Sommer den Sprung zu den „Großen“ schaffen, ist trotz der starken Leistungen im Turnierverlauf fraglich. „Wir haben derzeit eine sehr junge Frauen-Nationalmannschaft. Von daher hoffe ich, dass einige noch eine Chance bekommen, aber wir haben schon sehr viele Spielerinnen nach oben gebracht, so dass es sicher schwieriger wird, weil wir den Generationenwechsel bei den Frauen schon fasst vollzogen haben“, sagt Meinert. „Aber für gute Spielerinnen ist immer Platz.“

          Die besten Chancen könnte nach jetzigem Stand Torhüterin Meike Kämper haben, die in Kanada mehrfach durch Glanzleistungen auf sich aufmerksam gemacht hat und im Halbfinale gegen Frankreich gar die Matchwinnerin war. „Das ist ein gutes Gefühl für uns Feldspielerinnen. Wenn bei uns was schiefgeht, dann ist die Meike da“, sagt Pauline Bremer. Andersherum gilt aber ähnliches: Wenn bislang ein Tor benötigt wurde, war fast immer Pauline Bremer zur Stelle.

          Weitere Themen

          Die Eintracht begeistert wieder

          3:0 gegen Leverkusen : Die Eintracht begeistert wieder

          In einer mitreißenden Partie bezwingen die Frankfurter Leverkusen 3:0. Die Tore erzielen Paciencia und Dost. Rönnow hält den Sieg fest. Bayer verpasst die Tabellenführung.

          DEG und Adler überzeugen in DEL

          Eishockey : DEG und Adler überzeugen in DEL

          Die Düsseldorfer EG setzt ihre imponierende Erfolgsserie in der Deutschen Eishockey Liga fort. Auch die Adler Mannheim trumpfen auf. Dagegen gehen die Fischtown Pinguins baden.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.