https://www.faz.net/-gtl-8z4be

U-21-Nationalmannschaft : Ohne Rechenspiele Richtung EM-Titel

  • Aktualisiert am

Titelträger 1996: Stefan Kuntz weiß, wie man Europameister wird. Bild: dpa

Ein Punkt fehlt der U 21 noch zum sicheren Halbfinal-Einzug bei der EM. Der deutsche Nachwuchs hat den ersten Triumph seit dem der Goldenen Generation 2009 weiter fest im Blick. Ein Vorbild ist dabei auch der Trainer.

          2 Min.

          Der vertrackte EM-Modus soll für die deutsche U 21 auf dem Weg zum ersten Titel seit der Goldenen Generation 2009 nicht zum Stolperstein werden. Nur einen Punkt brauchen die Nachwuchs-Fußballer im abschließenden Gruppenspiel gegen Italien am Samstag (20.45 Uhr / Live in der ARD) für den Einzug ins Halbfinale. Auf ein Weiterkommen mit einem Remis oder einer knappen Niederlage will sich niemand verlassen. „Weil wir gut in Mathematik sind, wissen wir, dass wir das nächste Spiel am besten gewinnen. Das wäre die einfachste Lösung“, sagte Serge Gnabry. Nationaltrainer Stefan Kuntz sagte: „Wir wollen nicht in die Verlegenheit kommen, irgendwas ausrechnen zu müssen.“

          Vorbild könnte für die DFB-Junioren dabei der eigene Trainer sein: Stefan Kuntz lag bei der EM 1996 mit der A-Nationalmannschaft vor dem letzten Spieltag mit sechs Zählern an der Spitze der Gruppe C – vor Tschechien und Italien. Die Konstellation damals war also fast exakt die gleiche wie heute. Kuntz und Co. zogen durch ein 0:0 gegen Italien in die K.o.-Runde ein und wurden Europameister. Ein Erlebnis, mit dem der 54-Jährige auch die aktuelle Generation motivieren kann. „Seine Erfahrung damals von der EM bringt er auch bei uns ein“, sagte Davie Selke. „Auf solche Erfahrungen hört man dann natürlich.“ Kuntz sagte: „Die Italiener waren klar besser. Wenn ich was wählen dürfte, müsste es dieses Mal nicht so sein.“

          Mit zwei Siegen aus zwei Spielen und 5:0 Toren hat sich die deutsche Auswahl die bestmögliche Ausgangssituation für das Gruppenfinale erspielt. Selbst eine knappe Niederlage mit einem Tor Differenz könnte für die Kuntz-Elf noch zum Einzug ins Halbfinale reichen, als zeitgleich Tschechien gegen Dänemark gewinnen würde. Dann wäre Deutschland – wie auch bei einem Sieg oder einem Remis – Erster und würde im Halbfinale vermutlich auf die bislang so starken Spanier treffen. Mittelfeldspieler Max Meyer hat davor keine Angst: „Wenn wir das Turnier gewinnen wollen, müssen wir Spanien schlagen.“

          Irgendwie versuchen, den Iberern noch aus dem Weg zu gehen, das will die deutsche Elf nicht. „Ich lasse mir den Modus genau erklären. Auf Ergebnis spielen, das hat im Fußball noch nie geklappt“, mahnte Kuntz. Das Paradoxe: Trotz der bisher makellosen Turnierbilanz könnte die EM für Deutschland bei einer hohen Niederlage gegen Italien sogar noch vorzeitig beendet sein. Und die Azzurrini müssen unbedingt gewinnen, um noch eine Chance auf die Runde der besten Vier zu haben.

          Unser Angebot für Erstwähler
          Unser Angebot für Erstwähler

          Lesen Sie 6 Monate die digitalen Ausgaben von F.A.Z. PLUS und F.A.Z. Woche für nur 5 Euro im Monat

          Zum Angebot

          „Der Kader hat über 1000 Serie-A-Spiele, da kommt ein Pfund auf uns zu“, warnte Kuntz, den auch die Gelben Karten für die Defensivspieler Gideon Jung, Niklas Stark und Jeremy Toljan gegen Dänemark ärgerten. „Das war suboptimal“, schimpfte er. Bei einer weitere Verwarnung könnte das Trio in einem möglichen EM-Halbfinale fehlen.

          Generell scheint sich die zusammengewürfelte deutsche Auswahl, die auf acht Confed-Cup-Fahrer verzichten muss, jedoch immer besser zu finden. Nach dem spielerisch teilweise holprigen Start beim 2:0 gegen Tschechien lief beim 3:0 über Dänemark vieles besser zusammen. „Wir wollen immer nah ans Optimum rankommen“, sagte Kuntz. „Da haben wir uns nochmal einen guten Schritt in die richtige Richtung bewegt.“ Gegen Italien soll nun der nächste Schritt zur Verwirklichung des Titeltraumes folgen. „Wir wollen alle hier etwas Großes erreichen“, sagte Hoffenheims Nadiem Amiri. Mit einem Sieg gegen Italien wollen Gnabry und Co. ins Halbfinale einziehen und es ihren Vorbildern von 2009 nachmachen – und Stefan Kuntz und Co. bei der EM 1996.

          Weitere Themen

          Liverpool stottert den hundert Punkten entgegen

          Premier League : Liverpool stottert den hundert Punkten entgegen

          Der FC Liverpool muss nach einem Unentschieden gegen Burnley aus den verbleibenden drei Spielen noch sieben Punkte einspielen für die angestrebte Hundert-Punkte-Marke. Ein deutscher Landsmann von Jürgen Klopp muss derweil in die Zweitklassigkeit.

          Topmeldungen

          Samstagabend auf dem Frankfurter Opernplatz: Abstandsregeln interessieren hier gerade keinen.

          Open-Air-Feiern : Party trotz Corona

          In vielen deutschen Städten feiern Menschenmengen ohne Abstandsregeln. Die Behörden fürchten die Verbreitung des Coronavirus. Aber das ist nicht alles.
          Bewohner des dicht besiedelten Viertels Hillbrow in Johannesburg, Südafrika

          Bevölkerungswachstum : Afrikas demographisches Dilemma

          Bis zum Ende des Jahrhunderts leben elf Milliarden Menschen auf der Erde. Vor allem in Afrika steigt die Zahl. Was bedeutet das für den Kontinent und seinen Nachbarn Europa – auch im Hinblick auf das Coronavirus?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.