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U 21 im EM-Finale : Wieder siegt Deutschland im Elfmeter-Drama

Den entscheidenden Elfmeter hält Pollersbeck gegen Redmond. Bild: Reuters

Immer die gleiche Geschichte: Wenn Deutschland und England zum Elfmeterschießen antreten, gewinnt nur ein Team. Die U 21 setzt sich durch und steht im EM-Finale. Dabei wird einer zum gefeierten Helden.

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          Die Jungen machen es den Alten vor. Anders als Joachim Löws Nationalmannschaft vor einem Jahr haben die deutschen U-21-Junioren, obwohl sie acht ihrer Besten für den Confederations Cup abgegeben haben, das Endspiel der Europameisterschaft erreicht. Im Halbfinale am Dienstag in Tychy setzte sich die Mannschaft von Trainer Stefan Kuntz in einem packenden Spiel gegen England im Elfmeterschießen 4:3 durch. Nach 120 Minuten hatte es 2:2 gestanden. Davie Selke köpfte Deutschland in Führung (35. Minute), ehe Demarai Gray (40.) und Tammy Abraham (50.) die Partie zwischenzeitlich drehten. Der eingewechselte Felix Platte brachte die mit zunehmender Spieldauer immer überlegeneren Deutschen per Kopfball (70.) in die Verlängerung.

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          Christian Eichler

          Sportkorrespondent in München.

          Im Elfmeterschießen scheiterte zunächst Yannick Gerhardt an Torwart Jordan Pickford, ehe der deutsche Torhüter Julian Pollersbeck sich mit zwei gehaltenen Elfmetern gegen Abraham und Nathan Redmond zum gefeierten Helden machte. „Ich bin so stolz auf die Mannschaft, was die heute geleistet hat“, sagte Kuntz in der ARD. Auch DFB-Präsident Reinhard Grindel war glücklich und sagte: „Was für ein packendes Halbfinale, das Spiel hat in jeder Hinsicht das gehalten, was es versprochen hat. Dramatik, Klasse, Verlängerung mit Elfmeterschießen und eine Menge Torszenen, typisch Deutschland gegen England eben.“ Am Freitag (20.45 Uhr / Live im ZDF) ist Spanien der Gegner im Endspiel. Die Iberer setzten sich im Halbfinale 3:1 gegen Italien durch. Saúl Ñíguez von Atlético Madrid erzielte alle spanischen Treffer, Federico Bernardeschi traf für die Italiener, die nach Gelb-Rot für Roberto Gagliardini in der letzten halben Stunde mit neun Feldspielern auskommen mussten.

          Sportdirektor Horst Hrubesch, der 2009 die deutsche U 21 zu ihrem bisher einzigen EM-Sieg geführt hatte, attestierte der Mannschaft schon vor dem Spiel „das Zeug zum Titel“ und forderte: „Aber sie müssen es zeigen. Und zwar jetzt!“ Zunächst aber taten sie sich schwer damit, weil Kuntz kurz vor Anpfiff Innenverteidiger Niklas Stark, der das Aufwärmen mit schmerzendem Rücken abgebrochen hatte, durch Gideon Jung ersetzen musste. „Beim Kopfball hat ein Wirbel ein bisschen blockiert. Wir haben dann beschlossen, dass wir nicht auf Teufel komm raus alles versuchen und so vielleicht die Chance haben, ihn zum Finale fitzukriegen“, sagte Kuntz.

          Ohne den bewährten Abwehrchef Stark wirkte die Elf zunächst verunsichert. Die Anfangsphase gehörte den Engländern, die durch Gray zu einer Doppelchance kamen (8.). Diese wurde zunächst durch Pollersbeck äußerst gekonnt und dann, beim Nachsetzen von Will Hughes, durch Jung eher grob bereinigt – doch der litauische Schiedsrichter gab ebenso wenig Elfmeter wie kurz zuvor nach einem nicht ganz freiwilligen Straucheln von Selke im anderen Strafraum. Der ersten deutschen Gelegenheit durch Serge Gnabry, der einen Chip von Maximilian Arnold per Kopf knapp am Tor vorbei verlängerte, folgte eine Minute später die große englische Chance durch Abraham, der bei der dritten Standard-Hereingabe als dritter Engländer völlig frei zum Kopfball kam. Während die beiden Kollegen zuvor das Tor verfehlt hatten, setzte er seinen wuchtigen Versuch genau auf den deutschen Torwart und raufte sich das Haar (18.).

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