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Deutsche U-21-Auswahl : Sorg wird Hrubesch-Nachfolger

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Marcus Sorg wird die deutsche U 21 nach den Olympischen Spielen 2016 übernehmen Bild: Picture-Alliance

Marcus Sorg löst nach Olympia Horst Hrubesch als Trainer der U-21-Fußballer ab. Das erklärt Hansi Flick im F.A.Z-Interview. Der DFB-Sportdirektor spricht auch über eine Rückkehr von Lahm, Mertesacker und Klose ins deutsche Trikot beim Turnier in Rio.

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          Die aus dem Nationalteam zurückgetretenen Weltmeister Philipp Lahm, Per Mertesacker und Miroslav Klose werden bei den Olympischen Spielen im nächsten Jahr in Rio wohl nicht ins Trikot des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) zurückkehren. „Natürlich müssen wir uns Gedanken machen, wie wir diejenigen ersetzen, die dann schon zu alt sind. Aber ich glaube nicht, dass eine solche Rückholaktion im Sinne des Olympia-Gedankens wäre“, sagte DFB-Sportdirektor Hansi Flick der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Montag-Ausgabe / jetzt schon in der F.A.Z.-App und im E-Paper).

          Trainer Horst Hrubesch muss beim olympischen Turnier auf diejenigen Spieler verzichten, die vor dem 1. Januar 1993 geboren sind, darf aber drei Spieler beliebigen Alters nominieren. Das hatte eine Debatte über ein Comeback von Lahm, Mertesacker oder Klose in Gang gesetzt. Als Ziel für Rio gab Flick ganz klar den Olympiasieg aus: „Es soll nicht überheblich klingen, aber wenn wir zu Olympia fahren, wollen wir auch die Goldmedaille. Das ist Ziel des Trainers, das ist Ziel des DFB, das ist Ziel auch der DFL.“

          Zudem gab der Sportdirektor bekannt, dass Marcus Sorg nach Olympia Nachfolger von Hrubesch als U-21-Trainer wird. „Er soll im nächsten Jahr noch die U-19-EM in Deutschland spielen und dann nach Rio von Horst übernehmen“, sagte Flick der F.A.Z. Der 49 Jahre alte Sorg, der 2011 ein halbes Jahr die Bundesliga-Mannschaft des SC Freiburg trainierte, ist seit 2013 verantwortlich für die deutsche U 19. An diesem Dienstag beginnt die diesjährige EM für die deutsche Auswahl mit dem Spiel gegen Spanien.

          Flick betonte, dass es keine Überlegung gegeben habe, den Wechsel schon früher vorzunehmen. „Für Horst war Olympia der große Traum“, sagte der frühere Assistent von Bundestrainer Joachim Löw, „er hat so viel für den deutschen Fußball getan, vor allem hat er die Qualität, die Mannschaft in Rio auf höchstes Level zu heben. Ich habe ihm gesagt: Horst, ich wünsche dir, dass du dort dann auch ein Band umgehängt bekommst.“ Zuletzt war Hrubesch mit der U 21 bei der EM im Halbfinale mit einem 0:5 an Portugal gescheitert. Die Niederlage führte Flick auf mentale Schwächen zurück. Er habe gedacht, sagte er, dass die Mannschaft in dieser Hinsicht „wesentlich weiter“ sei.

          DFB-Sportdirektor Hansi Flick attestiert dem deutschen Fußball-Nachwuchs Nachholbedarf in Sachen mentaler Stärke

          Generell attestierte Flick dem deutschen Fußball-Nachwuchs Nachholbedarf in Sachen mentaler Stärke. „Ich glaube, dass wir uns damit zu wenig beschäftigen“, sagte er und kündigte verstärkte Ausbildungsmaßnahmen an, unter anderem mit Unterstützung von Psychologen und dem Einsatz spezifischer Trainingsmethoden. „Wir wollen eine noch bessere psychische Leistungsfähigkeit, damit das fußballerische Können auch dann zum Tragen kommt, wenn es eng wird“, sagte er. Bislang würden „unter Druck zu viele Fehler“ gemacht. Als weiteren Schwerpunkt nannte Flick die intensivere Förderung der individuellen Fähigkeiten. „Man muss den Mut haben, einen Spieler auch mal zu ermuntern, sich spielerisch auszutoben, auch ein bisschen mehr Egoismus zu zeigen“, sagte er.

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