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Deutsche U21 bei der EM : Zweiter Sieg im zweiten Spiel

Der deutsche Spieler Davie Selke jubelt nach seinem Treffer zum 1:0. Bild: dpa

Trainer Stefan Kuntz versprach eine Steigerung – die liefert die deutsche Elf gegen Dänemark. Selke, Kempf und Amiri treffen zum 3:0-Erfolg. Jetzt fehlt nur noch ein Punkt zum sicheren Halbfinal-Einzug.

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          Seit dem 0:5 gegen Portugal im EM-Halbfinale 2015 pflegen die deutschen U-21-Junioren eine weiße Weste, die auch am Mittwochabend in Krakau unbefleckt geblieben ist. Nach zehn Siegen in zehn Qualifikationsspielen und dem 2:0 zum EM-Auftakt gegen Tschechien gewann das Team von Trainer Stefan Kuntz auch das zwölfte Spiel in Serie und steht nach dem 3:0-Erfolg gegen Dänemark durch Treffer von Davie Selke (53. Minute), Marc Oliver Kempf (73.) und Nadiem Amiri (79.) vor dem abermaligen Einzug ins Halbfinale der Europameisterschaft.

          Christian Eichler

          Sportkorrespondent in München.

          Um ganz sicher zu gehen, ist dafür am Samstag zwar noch ein Punkt gegen Italien nötig, das nach dem 1:3 gegen Tschechien seinerseits einen Sieg braucht, doch dürfte selbst bei einer Niederlage die glänzende Tordifferenz reichen, um als bester Gruppenzweiter weiterzukommen.

          Kuntz’ Elf präsentierte sich von Beginn an spielfreudig und zielstrebig. Rechtsverteidiger Jeremy Toljan bediente im Rückraum per Flachpass Maximilian Arnold, dessen Direktschuss aus zwanzig Metern knapp am Tor vorbeiflog (3.). Bayern-Neuzugang Serge Gnabry, der dynamischste Spieler auf dem Platz, inszenierte einen herrlichen Dreiecksangriff mit einem Diagonalpass auf Toljan, dessen Hereingabe Mitchell Weiser um Zentimeter am hinteren Pfosten vorbeilenkte (11.).

          Klarer Sieg für die Deutschen: Das Team von Stefan Kuntz freut sich über die Tore.
          Klarer Sieg für die Deutschen: Das Team von Stefan Kuntz freut sich über die Tore. : Bild: dpa

          Und dann zog Gnabry am linken Flügel bis zur Grundlinie und bediente Max Meyer, der den Ball bei seinem Direktschuss aber nicht genug drücken konnte (21.). Mit drei Angriffen nach ähnlichem Strickmuster – hohes Tempo, direktes Spiel, zwingende Geometrie – hatten die jungen Deutschen das Bollwerk der Dänen dreimal zerlegt, nur das Tor fehlte noch.

          So fiel es um ein Haar auf der anderen Seite, weil der längst überlegene Favorit nach einer halben Stunde das Risiko bei einem Pressing weit in der gegnerischen Hälfte übertrieb und sich plötzlich in Unterzahl bei einem dänischen Konter wiederfand.

          Andrew Hjulsager schloss den Angriff mit einem Diagonalschuss aus fünfzehn Metern ab, den der im Auftaktspiel noch übernervöse, diesmal aber durchweg sichere Torwart Julian Pollersbeck mit einer starken Parade zur Ecke ablenkte. Doch dann bekam das kurzzeitig ein wenig durcheinandergeratene deutsche Team das Spiel rasch wieder in den Griff. Weiser verpasste eine Hereingabe knapp (36.), Gnabry wuchtete einen Volley aus gut zwanzig Metern am Pfosten vorbei (41.).

          Der Deutsche Yannick Gerhardt (rechts) im Duell mit dem Dänen Casper Nielsen.
          Der Deutsche Yannick Gerhardt (rechts) im Duell mit dem Dänen Casper Nielsen. : Bild: dpa

          Nach der Pause schraubten Kuntz’ Leute den Druck um die entscheidenden ein, zwei Umdrehungen weiter nach oben. Mahmoud Dahoud (48.) und Meyer (53.) scheiterten noch an Torwart Jeppe Höjbjerg. Doch als Selke nach Vorlage von Toljan aus sechzehn Metern per Direktabnahme einen kunstvollen Schlenzer ins lange Eck fabrizierte, war der beste Däne machtlos. Selke, im ersten Spiel noch kritisiert, als er einen eigenmächtig übernommenen Elfmeter vergeben hatte, ließ sich diesmal zu Recht feiern.

          Torwart Pollersbeck rettete die Führung, als er zwei tückische Schüsse des eingewechselten Kenneth Mahore gekonnt um den Pfosten lenkte (58./69.). Als die dänische Abwehr den deutschen Abwehrmann Kempf bei einer Ecke völlig frei zum Volleyschuss kommen ließ, war die Partie entschieden – und der eingewechselte Amiri verpasste der weißen Weste der deutschen Fußball-Jugendbewegung mit seinem feinen Solo zum 3:0 die finale Verzierung.

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