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Tuchel muss in Paris liefern : Nur der Champions League-Titel zählt

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Die Liga dominierte Tuchel mit PSG fast nach Belieben, in der Champions League war aber wieder im Achtelfinale Schluss. Bild: AFP

Thomas Tuchel geht bei Paris St. Germain in seine zweite Saison – und muss jetzt auch auf internationaler Ebene überzeugen. Kann er dabei auf seinen brasilianischen Superstar Neymar setzen?

          Wirbel um Superstar Neymar, Kritik von Lothar Matthäus und Druck aus der Chefetage – doch Thomas Tuchel bleibt vor dem Start in die französische Ligue 1 cool. „Ich fühle, dass mein Team bereit ist“, sagte der Trainer von Paris St. Germain vor dem Ligaauftakt gegen Olympique Nimes (Sonntag, 21.00 Uhr/DAZN). Es sei noch nicht alles „perfekt, aber wir sind, wo wir sein sollten.“

          Perfekt muss Tuchels Team vermutlich gar nicht spielen, um den Titel in Frankreich zu verteidigen – auch wenn der Klub mit Ausgaben von rund 80 Millionen Euro bisher fast zurückhaltend auf dem Transfermarkt agierte. Niemand zweifelt daran, dass der aus Qatar alimentierte Hauptstadtklub um Weltmeister Kylian Mbappe wieder vorneweg marschiert. Aber für Paris zählt eigentlich nur die Champions League. Wieder einmal.

          „Ich bin zweieinhalb Jahre hier und habe viele nationale Titel gewonnen“, sagte Nationalspieler Julian Draxler der französischen Nachrichtenagentur AFP: „Damit bin ich glücklich. Was negativ ist, ist das Abschneiden in der Champions League.“

          Neymar auf dem Absprung?

          In der Königsklasse konnte PSG bisher nicht mit den ganz Großen aus Europa mithalten, auch deshalb holte der Klub vor einem Jahr Tuchel. Der 45-Jährige muss jetzt auf dieser Bühne liefern. Die L“Equipe berichtete am Freitag, dass Tuchel fünf Monate Zeit habe, um den neuen Sportdirektor Leonardo zu „überzeugen“, dass er für diese Mission der richtige Mann ist.

          Das Verhältnis von Tuchel (l) und Superstar Neymar gilt als angespannt.

          Mit 16 Punkten Vorsprung hatte Tuchel in der Vorsaison die Meisterschaft gewonnen, in der Champions League war aber bereits im Achtelfinale Schluss. „Man hat Tuchel gerühmt, aber am Ende hat er nur einen Titel gewonnen. Den Titel, den er mit dieser Mannschaft gewinnen musste“, sagte Rekordnationalspieler Matthäus der AFP: „Wenn wir Bilanz ziehen, hat man bei allem Respekt mehr von ihm erwartet.“

          Ob Zauberfuß Neymar weiter dabei hilft, die großen Ziele in Paris zu erfüllen, ist offen. Der Brasilianer, dessen Verhältnis zu Tuchel und Leonardo belastet sein soll, wird seit Wochen mit einer Rückkehr zum FC Barcelona in Verbindung gebracht. Laut der Sportzeitschriften AS und Marca will auch Real Madrid das Werben um den 27-Jährigen intensivieren. Klar ist nun, dass Neymar am Sonntag zum Saisonauftakt gegen Nimes nicht spielen wird. Leonardo sprach am Samstag von „Diskussionen“, die „weiter fortgeschritten“ seien als vorher. Noch sei PSG aber nicht bereit, einem Deal zuzustimmen.

          Derweil hat Brasiliens Justiz die Vergewaltigungsanzeige gegen Neymar vorerst zu den Akten gelegt. „Wir haben uns zur Archivierung des Prozesses entschlossen, weil es keine ausreichenden Beweise gibt“, erklärte Staatsanwältin Flavia Merlini. Wenige Stunden später folgte die Richterin Ana Paula Gomes, in Sao Paulo für Fälle von häuslicher und familiärer Gewalt zuständig, dem Antrag.

          Das Verdikt ist jedoch kein Freispruch. „Es besteht weiter die Möglichkeit, die Untersuchung neu zu eröffnen“, verkündete Merlini für den Fall neuer Beweise, bestätigte aber: „Aufgrund des vom Opfer präsentierten medizinischen Gutachtens lag unseres Erachtens nach keine Verletzung vor, die eine Vergewaltigung belegt.“

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