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Kurioser Hoffenheim-Wechsel : Aus der Kabine direkt in den Kreißsaal

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In der ersten Halbzeit spielte Florian Grillitsch (links) noch mit, dann hatte er einen wichtigeren Termin. Bild: dpa

Gegen die robusten Profis von Roter Stern Belgrad setzt sich Hoffenheim auf der europäischen Bühne durch. Gesprächsthema Nummer eins ist ein Spieler, der die zweite Halbzeit nach seiner Auswechslung nicht mal auf der Tribüne miterlebte.

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          Als die TSG 1899 Hoffenheim den gelungenen Auftakt in der Europa League feierte, da hatte sich Mittelfeldakteur Florian Grillitsch längst von dannen gemacht. Zur Halbzeit packte der ausgewechselte Österreicher seine Sachen und entschwand aus dem Sinsheimer Stadion in Richtung Krankenhaus – seine Frau Hannah lag in den Wehen. Auch ohne den 25-Jährigen bezwang der Fußball-Bundesligaverein am Donnerstagabend Roter Stern Belgrad mit 2:0 (0:0). „Jetzt hoffen wir, dass er ein gesundes Europapokal-Baby bekommt“, meinte Trainer Sebastian Hoeneß wohlgelaunt.

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          Gegen den serbischen Meister und Europapokalsieger der Landesmeister von 1991 landeten die Kraichgauer im 15. Spiel auf internationaler Bühne den zweiten Sieg. Hoffenheim ist nun erst einmal Tabellenführer der Gruppe L. Hoeneß empfand „einfach nur Freude“ nach seinem Debüt in diesem Wettbewerb: „Wir sind total überzeugt, dass wir die Europa League nutzen können, um für uns Werbung zu machen.“ 2017 war die TSG in der Vorrunde gescheitert, ein Jahr später in der Champions League ebenso – jeweils unter Chefcoach Julian Nagelsmann.

          Christoph Baumgartner brachte die Hoffenheimer nach 64 zähen Minuten mit 1:0 in Führung. „Der Trainer hat vor dem Spiel gesagt: Heute haust du einen rein!“, erzählte der 21-Jährige Offensivmann später begeistert. Und: „Ich habe in der Halbzeit versprochen, dass ich für den Flo einen reinhauen werde.“ Dass er allerdings als Patenonkel für den Nachwuchs seines österreichischen Nationalmannschaftskollegen Grillitsch vorgesehen sei, bestritt er: „Gefragt wurde ich noch nicht.“

          Munas Dabbur machte mit seinem Treffer in der Nachspielzeit dann endgültig alles klar im leeren Sinsheimer Stadion. „Wir können von einem absolut verdienten Sieg sprechen. Vor allem in der Abwehr war das definitiv eine starke Leistung“, sagte Hoeneß.

          Zuhause am Fernseher dürfte auch Andrej Kramaric über den Auftaktsieg gejubelt haben. Der Toptorjäger ist wegen eines positiven Corona-Tests in Quarantäne, fand aber am Ende würdige Vertreter in der Offensive der TSG. Unklar ist, ob der kroatische WM-Zweite am nächsten Donnerstag mit zum zweiten Gruppenspiel beim belgischen Vertreter KAA Gent fliegen darf.

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