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Trotz Krise bei Real Madrid : Warum Toni Kroos so angriffslustig in die Länderspiele geht

  • Aktualisiert am

Toni Kroos will mit der DFB-Elf über die Niederlande und Frankreich siegen. Bild: EPA

Toni Kroos befindet sich mit Real Madrid in einer Krise. Für Joachim Löw ist er aber unverzichtbar. Und die anstehenden Aufgaben gegen die Niederlande und Frankreich geht der Kopf des DFB-Teams selbstsicher an.

          Verunsicherung? Nicht bei Toni Kroos. Gewohnt selbstsicher und angriffslustig präsentierte sich der 28-Jährige vor dem Schlüsselspiel in der Nations League gegen die Niederlande am Samstag (20.45 Uhr im F.A.Z.-Liveticker und beim ZDF). Die derzeitige Krise bei Real Madrid lächelte Kroos einfach weg.

          „Ich bin bereit, wie in den letzten Jahren auch“, sagte er am Tag vor dem Abflug nach Amsterdam in Berlin und machte unmissverständlich klar: „Mein Anspruch ist es, auf und außerhalb des Platzes einen gewissen Einfluss zu haben. Das wird auch noch ein bisschen so bleiben.“

          Das hört Joachim Löw gerne. Beim Neustart nach dem historischen WM-Debakel fällt Ballmagnet Kroos eine Schlüsselrolle zu. Für den Bundestrainer ist er unverzichtbar. Doch Kroos zeigte zuletzt ungewohnte Schwächen. Mit einer verunglückten Rückgabe besiegelte er Reals Niederlage in der Champions League bei ZSKA Moskau (0:1). „Ein selbstmörderisches Manöver“, nannte die Zeitung AS den Aussetzer des Weltmeisters von 2014.

          „Ich will mich nicht rausnehmen, sondern helfen“

          Doch Kroos lässt sich nicht von seinem Weg abbringen. Auf solche Rückschläge reagiert der Fußballer des Jahres gelassen. „Die Erfolge auf Vereinsebene haben eine Selbstsicherheit gegeben“, sagte Kroos vor seinem 89. Länderspiel. Diese Selbstsicherheit will er auch wieder auf die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) übertragen. Zwar hatte Kroos nach dem Vorrunden-Aus bei der WM in Russland angekündigt, dass er sich im Nationalteam auch mal die ein oder andere Auszeit nehmen werde, doch in der schwierigen Phase des Neuaufbaus drückt er sich nicht vor der Verantwortung.

          „Nach der WM ist es wichtig, allgemein die Kurve zu bekommen. Da will ich mich zu diesem Zeitpunkt nicht rausnehmen, sondern dabei sein und helfen“, sagte Kroos, der allerdings auch betonte: „Wir werden in den nächsten zwei Jahren Momente finden, wo es möglich und schlau ist, mal auszusetzen.“

          Das ist es derzeit nicht. Kroos soll das DFB-Team führen, er soll im Mittelfeld weiterhin den Takt vorgeben. Anders als zuletzt im Verein wird ihm dafür der Rücken freigehalten. Joshua Kimmich gibt den Abfangjäger, was Kroos ausdrücklich befürwortete: Dies sei „für die Zukunft ein sehr, sehr gutes Modell“. Kroos‘ Ansehen bei Löw und den Mitspielern hat auch durch die schwache WM nicht gelitten. Innerhalb des Teams ist er einer der Wortführer, wie bei seiner Verteidigungsrede für Löw am Donnerstag abermals deutlich wurde.

          An Kroos‘ Bedeutung für die DFB-Elf ändert auch die heikle Situation bei Real Madrid nichts. In der Liga liegt er mit den Königlichen nur auf Platz vier, der spanische Rekordmeister wartet seit fast sieben Stunden auf einen Torerfolg – doch Kroos ist die Ruhe selbst. „Die Verunsicherung spürt man nicht. Spieler wie Toni Kroos sind weltklasse, die können das ausblenden“, sagte Debütant Mark Uth über den früheren Münchner und Leverkusener. Wer Kroos in diesen Tagen erlebt hat, kommt zu dem gleichen Schluss.

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