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Toni Kroos : „Das ist einfach nur Quatsch“

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„Es wird in diesem Fußballerleben keiner mehr hinkriegen, dass ich Selbstzweifel habe“: Toni Kroos. Bild: Reuters

Die Sonderrolle mit zusätzlichen Pausen, die er von Joachim Löw nach der WM bekam, will Toni Kroos nicht aufgeben. Dazu spricht er über das DFB-Aus der drei Münchner Weltmeister – und die herbe Kritik eines früheren Nationalspielers.

          Toni Kroos hat eine gewisse Schwächephase in seinem Spiel bei Real Madrid eingeräumt, die jüngste „Dieseltraktor“-Kritik des früheren Nationalspielers Bernd Schuster allerdings als „Quatsch“ abgetan. „Diese Kritik hatte ja keinen Inhalt. Meine Spielart ist von Anfang an immer die gleiche gewesen, die hat sich bis heute nie verändert“, sagte Kroos vor dem Auftakt in der EM-Qualifikation am Sonntag (20.45 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zu Länderspielen und bei RTL) bei Erzrivale Niederlande in Amsterdam.

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          „Ich war nie der, der 90 Minuten über den Platz sprintet oder 28 Grätschen macht, das ist auch heute noch nicht so“, ergänzte Kroos: „Er hat gesagt: „Er läuft wie ein Dieseltraktor und macht nichts.“ Das war nach einem Spiel, wo ich der Spieler mit den meisten Ballaktionen war. „Macht nichts“ ist ja keine Kritik, sondern einfach nur Quatsch.“ Für Bundestrainer Joachim Löw bleibt der 29-Jährige „unersetzlich“, wie er am Samstag betonte: „Er ist für unsere Mannschaft ein unglaublicher Gewinn. Seine Art und Weise zu spielen, die Ballbehandlung, seine Fähigkeit, ein Spiel zu lenken, seine Sicherheit am Ball und Übersicht sind einmalig.“

          Er gebe gerne als Erster zu, dass er in der laufenden Spielzeit „nicht ganz so konstant“ spiele, sagte Deutschlands „Fußballer des Jahres“. Aber: „Es wird in diesem Fußballerleben keiner mehr hinkriegen, dass ich Selbstzweifel habe oder irgendwas in der Richtung. Mir geht es fantastisch.“ Kroos ist mit Real nach drei Triumphen in der Champions League in dieser Saison bereits im Achtelfinale (an Ajax Amsterdam) gescheitert. Auch im spanischen Königspokal war (gegen den FC Barcelona) vorzeitig Endstation, in der Meisterschaft ist der Titel nur noch theoretisch möglich. „Es ist mit Madrid eine Saison mit Licht und Schatten, etwas mehr Schatten als man es bisher gewohnt war“, sagte Kroos: „Aber das gehört nach drei Jahren, wo man alles gewinnt, mal dazu.“

          Kroos will auch 2019 die ihm von Löw versprochene Sonderrolle nutzen und bei manchen Länderspiel-Terminen pausieren. „Natürlich steht das noch, es hat sich ja nichts verändert“, sagte der Mittelfeldspieler. Löw hatte nach dem WM-Debakel Kroos als einzigem Spieler versprochen, ihn künftig nicht für alle Partien zu nominieren, um ihm Regenerationsphasen zu ermöglichen.

          „Ich fühle mich eher bestätigt, denn es gibt auch dieses Jahr viele Spiele“, sagte der 29-Jährige. „Das gemeinsame Ziel ist, dass ich im Sommer 2020 auf absolutem Topniveau bin“, betonte Kroos. Beim Saisonauftakt am Mittwoch im Test gegen Serbien (1:1) hatte Löw ihn nicht eingesetzt. Im November war Kroos sogar erst nach dem Test gegen Russland (3:0) zum zweiten Spiel gegen Holland (2:2) zum Nationalteam angereist. In diesem Jahr hat die DFB-Auswahl nach dem Spiel am Sonntag noch vier Doppel-Termine. Kroos könnte im November sein 100. Länderspiel bestreiten, wenn er immer zum Einsatz kommt.

          In der Debatte um die Ausmusterung seiner Weltmeister-Kollegen Mats Hummels, Thomas Müller und Jérôme Boateng sieht Kroos die falschen Schwerpunkte gesetzt. Diskutiert werde nicht die sportliche Entscheidung des Bundestrainers, auf das Trio zu verzichten, sondern „immer nur, was drumherum passiert“, monierte Kroos. Sorge, als Generationsgenosse der drei Münchner bald selbst aussortiert zu werden, habe er nicht: „Ich glaube nicht, dass es eine Entscheidung wegen des Alters war, ich glaube, dass es eine sportliche Entscheidung ist.“

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