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Supercup-Sieg von Real Madrid : Diesmal gefallen Kroos die Interview-Fragen

Alles im Griff: Toni Kroos gewinnt mit Real Madrid wieder den Supercup. Bild: EPA

Bei der imposanten Titelsammlung von Toni Kroos kommt Kritik nicht so oft vor. Nach dem Champions-League-Finale brach er ein ZDF-Interview ab. Beim Supercup wird ihm nun der rote Teppich ausgerollt.

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          Ein Supercup gilt auch als Brückenschlag zwischen zwei Spielzeiten. Dabei gilt die Regel: Wer in der alten Saison keinen Titel geholt hat, kann in der neuen auch nicht diese etwas geringgeschätze Trophäe gewinnen. Champions-League-Sieger Real Madrid setzte sich am Mittwoch in Helsinki gegen den Gewinner der Europa League, Eintracht Frankfurt, mit 2:0 durch. Vor allem für den Klub aus der Bundesliga war das Spiel eine Belohnung für die triumphale Traumreise durch Europa in den vergangenen Monaten.

          Tobias Rabe
          Verantwortlicher Redakteur für Sport Online.

          Real Madrid ist solche Partien um Pokale gewohnt. Alleine in den vergangenen acht Saisons holten die Königlichen je vier Mal die Champions League, die Klub-Weltmeisterschaft und nun auch den europäischen Supercup. Immer dabei: Toni Kroos. Nach der erfolgreichen Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien wechselte er vom FC Bayern nach Spanien. Gegen die Eintracht holte er damit schon seinen zwölften internationalen Titel mit Real. Dazu kommt jeweils ein Erfolg in diesen Wettbewerben mit den Münchnern.

          Das führt zu einer imposanten Statistik: Rekordsieger des Supercups sind mit je fünf Erfolgen der AC Mailand, der FC Barcelona und Real Madrid. Kroos hat nun genauso viele Siege im Wettbewerb der Europäischen Fußball-Union Uefa. Auch national ist Kroos mit seinen Mannschaften überaus erfolgreich. Acht Titel mit dem FC Bayern werden angereichert mit sechs in Spanien, das macht insgesamt 29 Vereinspokale plus die goldene WM-Trophäe mit der deutschen Nationalmannschaft.

          Bei dieser Bilanz sind kritische Stimmen selten. Wenn sie doch mal zu hören sind, lässt das aufhorchen, auch bei Kroos. Nach dem Champions-League-Finale im Mai, das Real gegen den FC Liverpool mit 1:0 gewann, gab es solch einen Moment. Kroos hätte über den kritischen Unterton bei ZDF-Reporter Nils Kaben hinweghören können. Er tat es nicht, sondern reagiert direkt im Anschluss an das Spiel so, dass sich vermutlich mehr Fans daran erinnern als an den Finaltorschützen von Real Madrid.

          Kroos hatte das Interview in Paris vor laufender Kamera abrupt beendet und blaffte den Journalisten an: „Du hattest 90 Minuten, dir vernünftige Fragen zu überlegen, und dann stellst du mir zwei so Scheißfragen“, sagte Kroos und zog von dannen. Gefragt worden war er, ob es überraschend gewesen sei, dass Real im Endspiel so unter Druck geraten war. Später zeigte sich Kroos wenig einsichtig, über das Ziel hinausgeschossen zu sein: „Man hätte vielleicht das Wort ‚Scheißfrage‘ weglassen können und man hätte es bei ‚Drecksfrage‘ belassen können.“

          Am Mittwoch in Helsinki lief dagegen auch medial alles in Kroos‘ Sinne. Beim Interview beim Streamingdienst DAZN wurde ihm gar verbal der rote Teppich ausgerollt, als er in Anspielung auf den Vorfall von Paris von Reporter Daniel Herzog empfangen wurde: „Toni, ich hatte jetzt sogar ein bisschen mehr als 90 Minuten Zeit, um mir kritische Fragen zu überlegen: Mir sind keine eingefallen. Ich muss ehrlich sein: Es war ein Genuss, euch zuzuschauen heute. Wie viel Spaß macht das auf dem Platz zu stehen mit dieser Mannschaft?“

          Kroos strahlte und nahm die Vorlage dankbar auf. „Es macht extrem viel Spaß“, sagte er. Danach ging es noch um den Umbruch im Team, dem auch der 32 Jahre alten Kroos nicht ewig entkommen können wird („Irgendwann ist es vorbei.“), die starken Jungstars, die nachkommen, Landsmann und Neuzugang Antonio Rüdiger, der spät eingewechselt wurde, und Reals beeindruckende Erfolgsserie. Später schaute Kroos auch noch vor der Kamera des ZDF vorbei. Nachtragend sind offenbar weder er noch der Sender. Diesmal allerdings stellte nicht Nils Kaben die Fragen. Kritische Töne gab es nicht.

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