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Paris St. Germain : Tuchel und die Woche der Wahrheit

  • Aktualisiert am

Für Thomas Tuchel und Paris steht in Belgrad einiges auf dem Spiel. Bild: Picture-Alliance

Scheidet Paris aus der Champions League aus, hat der Trainer ein Problem. Ausgerechnet jetzt läuft es in der Liga nicht mehr rund für die Elf von Thomas Tuchel. Immerhin eine gute Nachricht aber gibt es.

          Nach 16 Spieltagen in der französischen Ligue 1 hat Paris St. Germain 14 Punkte Vorsprung auf den Zweiten OSC Lille. Angesichts der Dominanz des Klubs aus der Hauptstadt ist es wohl nur eine Frage der Zeit, wann der Titelgewinn rechnerisch feststeht. Eine viel wichtigere Frage für PSG aber ist: Ist die Mannschaft zu diesem Zeitpunkt noch in der Champions League im Rennen? Falls nicht, hat Trainer Thomas Tuchel ein Problem. Denn die Klubbesitzer aus Qatar interessiert weniger der nationale Titel, sondern vor allem der Pokal in der Königsklasse.

          In dieser Mission steht Paris vor entscheidenden Tagen. Am Dienstag steht das letzte Gruppenspiel bei Roter Stern Belgrad an. Von Platz eins in der Gruppe mit dem FC Liverpool und SSC Neapel bis zum Abstieg in die Europa League ist alles noch möglich. Letzteres wäre der Gau für Tuchel und Paris. Und ausgerechnet jetzt läuft es auch in der heimischen Liga nicht mehr so rund wie bisher, auch wenn der Vorsprung exorbitant ist. Drei Tage nach dem Remis in Bordeaux ließ der französische Fußball-Meister wieder zwei Punkte liegen. Am 16. Spieltag kam das Star-Ensemble von Tuchel beim Liga-Achten Racing Straßburg nicht über ein 1:1 (0:1) hinaus.

          Nach einem Handspiel des deutschen Nationalspielers Thilo Kehrer erzielte Kenny Lala in der 40. Minute per Strafstoß zunächst die Führung für die Elsässer. Der Uruguayer Edinson Cavani war dann in der 71. Minute ebenfalls vom Elfmeterpunkt erfolgreich. Lala hatte den zur Pause eingewechselten französischen Jungstar Kylian Mbappe gefoult. Thilo Kehrer und Nationalmannschaftskollege Julian Draxler spielten beim souveränen Tabellenführer durch, der auf seinen verletzten brasilianischen Superstar Neymar verzichten musste. Nach dem Rückstand brachte Tuchel in Hälfte zwei Mbappe und damit gleich mehr Schwung in die Partie. PSG musste in der Nachspielzeit aber noch einmal zittern, doch ein Treffer von Adrien Thomasson wurde wegen einer Abseitsstellung nicht anerkannt.

          Tuchel und seine Mannschaft haben nun in der „Woche der Wahrheit“ einige Tage Zeit, um sich auf das Duell mit Belgrad vorzubereiten. Denn das für Samstag geplante Spitzenspiel zwischen Paris und dem Tabellenzweiten HSC Montpellier ist abgesagt worden. Der französische Profiliga-Verband LFP teilte am Dienstag mit, dass die Partie „auf Ersuchen des Polizeipräsidiums“ verschoben wird. Gleiches gilt für die ebenfalls für Samstag angesetzte Begegnung zwischen dem FC Toulouse und Olympique Lyon. „Ganz ehrlich: Ich weiß nicht, ob das gut ist oder nicht“, sagte Tuchel auf die Frage, ob seine Mannschaft von der Absage profitiere: „Für mich ist es absolut klar, dass die Sicherheit an erster Stelle stehen muss.“ Am Donnerstag wurde auch noch das für Freitag angesetzte Cote-d’Azur-Derby von Borussia Dortmunds Champions-League-Gegner AS Monaco gegen OGC Nizza wegen Sicherheitsbedenken abgesagt.

          Ein Grund für die Verschiebung wurde nicht angegeben. Paris war am vergangenen Samstag Schauplatz mehrerer Vorfälle im Zusammenhang von Demonstrationen der „Gelben Westen“, einer Bewegung von Franzosen, die gegen die Steuer- und Sozialpolitik der Regierung protestieren. Für Samstag wurde ein abermaliger Demonstrationstag in der französischen Hauptstadt ausgerufen.

          Immerhin soll der brasilianische Superstar Neymar nach seiner Oberschenkelverletzung in Kürze wieder ins Mannschaftstraining zurückkehren. Das kündigte Tuchel nach dem 1:1 in Straßburg an. „Es ist nichts Ernstes. Er wird Freitag oder Sonntag wieder mit allen trainieren“, sagte der Coach. Entsprechend könnte Neymar im entscheidenden Champions-League-Gruppenspiel um den Einzug ins Achtelfinale am Dienstag in Belgrad wieder zur Verfügung stehen. Der Torjäger hatte PSG in Straßburg wegen Problemen in den rechten Adduktoren gefehlt. Die Verletzung hatte der 26-Jährige am vergangenen Wochenende beim 2:2 in Bordeaux erlitten.

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          Der ehemalige Dortmunder Verteidiger Neven Subotic hat im Auswärtsspiel von AS St. Etienne in der ersten französischen Fußballliga bei Girondins Bordeaux eine schwere Kopfverletzungen erlitten. In der 23. Minute rammte St. Etiennes Torwart Stephane Ruffier seinem Mitspieler Subotic bei einem Klärungsversuch das rechte Knie ins Gesicht. Der Serbe blieb minutenlang blutüberströmt und regungslos liegen. Nach einer langen Behandlung auf dem Platz wurde Subotic in ein Krankenhaus in Bordeaux transportiert. Dort müsse er laut Trainer Jean-Louis Gasset noch einige Tage bleiben. Eine genaue Diagnose lag am Mittwochabend noch nicht vor. St. Etienne verlor die Partie an der Gironde mit 2:3 und ist damit weiter Tabellensechster. (sid)

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