https://www.faz.net/-gtl-aaaye

Premier League : Debakel für Tuchel – Liverpool siegt

  • Aktualisiert am

Was war das? Thomas Tuchel sieht fünf Gegentore in einem Heimspiel. Bild: dpa

Erstmals verliert Thomas Tuchel als Trainer des FC Chelsea – und wie! Im Heimspiel gegen West Bromwich Albion läuft nach der Führung alles schief für die „Blues“. Jürgen Klopp hat mehr Freude.

          3 Min.

          Dass seine erste Niederlage mit dem FC Chelsea eine so heftige Blamage in der Fußball-Premier League geworden war, musste Thomas Tuchel erstmal verdauen. „Das hab ich nicht kommen sehen“, sagte er am Samstag sichtbar konsterniert nach der 2:5 (1:2)-Heimpleite gegen Abstiegskandidat West Bromwich Albion. „Alles, was schiefgehen konnte, ging schief nach der Roten Karte.“ Nach einem Platzverweis für Thiago Silva, der nach 29 Minuten wegen wiederholten Foulspiels Gelb-Rot sah, fiel Chelsea auseinander.

          Wissen war nie wertvoller

          Sichern Sie sich mit F+ 30 Tage lang kostenfreien Zugriff zu allen Artikeln auf FAZ.NET.

          JETZT F+ LESEN

          Wettbewerbsübergreifend hatte Tuchels Mannschaft zuvor 14 Spiele nicht verloren. In der Premier League hatten die Blues in fünf Heimspielen kein Gegentor kassiert – jetzt gab es gleich fünf an einem Nachmittag. „Jeder Schuss von denen war ein Tor“, klagte der 47 Jahre alte Tuchel, der erst am Freitag zum „Trainer des Monats“ der Premier League gekürt worden war, beim Sender BT Sport. „Das war heute eindeutig nicht unser Tag.“

          Dabei hatte der ehemalige Dortmunder Stürmer Christian Pulisic (27.) die Gastgeber, bei denen Timo Werner im Sturmzentrum begann, zunächst nach gutem Start in Führung geschossen. Doch nur zwei Minuten später flog Silva vom Platz. Damit änderte sich das Spiel. „Wir konnten mit der Situation nicht umgehen“, gab Tuchel zu. „Ich weiß nicht, warum.“

          „Ein unglaublicher Tag“

          Noch in der Nachspielzeit der ersten Hälfte drehte der frühere Nürnberger Matheus Pereira (45.+2/45.+4) die Partie an der Stamford Bridge mit zwei Toren. Nach der Halbzeitpause erhöhten Callum Robinson (63.) und Mbaye Diagne (68.) für die Gäste aus West Bromwich. „Wir waren nachlässig und haben immer wieder Riesenfehler gemacht“, monierte Tuchel, der die Leistung seines dezimierten Teams als „untypisch“ bezeichnete. „Wir wurden hart bestraft, und das ist schwer zu verdauen.“

          Die schnelle Gegenreaktion auf Diagnes Treffer durch Mason Mount (71.) – nach Vorlage von Werner – brachte nicht den erhofften Schwung und schon gar nicht die Wende. Kurz vor dem Abpfiff mussten die Blues sogar noch ein weiteres Gegentor durch Robinson (90.+1) hinnehmen. „Ein unglaublicher Tag“, schwärmte Robinson beim Sender BT Sport. „Zehn Mann oder nicht, die haben gute Qualität.“

          Die krasse Heimniederlage ist für Chelsea ein herber Rückschlag im Kampf um die Champions-League-Plätze, denn den Londonern droht, im Laufe des 30. Spieltags von Tabellenplatz vier verdrängt zu werden. Die Lokalrivalen Tottenham Hotspur (Sonntag in Newcastle) und West Ham United (Montag in Wolverhampton) könnten die Blues mit Auswärtssiegen überholen. Der jubelnde Tabellenvorletzte West Brom hatte nach dem Überraschungssieg immer noch sieben Punkte Rückstand auf das rettende Ufer.

          Spitzenreiter Manchester City absolvierte vor dem Champions-League-Duell gegen Borussia Dortmund am Dienstag eine gelungene Generalprobe. Auswärts beim Tabellendritten Leicester City setzte sich City am Samstag hochverdient mit 2:0 (0:0) durch. Der deutsche Nationalspieler Ilkay Gündogan blieb dabei auf der Bank. Benjamin Mendy (58. Minute) und Gabriel Jesus (74.) trafen im King-Power-Stadion zum Auswärtssieg für die Mannschaft von Starcoach Pep Guardiola, die deutlich mehr vom Spiel hatte und effizienter war.

          Bereits in der ersten Hälfte war der Ball zweimal im Tor gelandet. Ein vermeintliches Tor von Fernandinho für die Gäste und eins von Jamie Vardy für die offensiv insgesamt enttäuschenden Foxes zählten wegen jeweiliger Abseitsstellungen nicht. Man City machte durch den Sieg einen weiteren Schritt auf dem Weg zur siebten Meisterschaft. Die Citizens brauchen nun noch maximal elf Punkte, um sich den Titel zu sichern. Leicester versäumte es, aus der überraschenden Pleite des FC Chelsea  Kapital zu schlagen und den direkten Konkurrenten um einen Champions-League-Platz auf acht Punkte zu distanzieren.

          Meister FC Liverpool verbuchte im Rennen um die Champions-League-Plätze einen wichtigen Erfolg. Das Team von Trainer Jürgen Klopp gewann am Samstag beim FC Arsenal hochverdient mit 3:0 (0:0) und rückte bis auf zwei Punkte an den derzeitigen Tabellenvierten Chelsea heran. Allerdings könnten im Laufe des Spieltags noch drei Mannschaften an den Reds vorbeiziehen. Vor dem Viertelfinal-Hinspiel der Champions League am Dienstag gegen Real Madrid sorgten der eingewechselte Diogo Jota (64./82. Minute) und Mohamed Salah (68.) für eine gelungene Generalprobe. Für Salah war es das 93. Tor in seinem 150. Premier-League-Spiel. Nur vier Spieler haben in der Liga-Geschichte eine bessere Bilanz.

          Im Londoner Emirates-Stadion war die Klopp-Elf vollends überlegen. Aber vor allem in der ersten Hälfte gegen die schwachen Gunners tat sich Liverpool – wie so häufig in dieser Spielzeit – beim Torabschluss schwer. Unter anderem Roberto Firmino, Fabinho und Sadio Mané vergaben aus aussichtsreicher Position für den Meister. Mit 49 Punkten belegte Liverpool am Samstagabend den fünften Tabellenplatz. Tottenham Hotspur könnte die Reds jedoch mit einem Sieg bei Newcastle United am Sonntag von Platz fünf verdrängen. Auch der FC Everton könnte mit einem Erfolg am Montag gegen Crystal Palace vorbeiziehen. West Ham United würde dafür schon ein Remis in Wolverhampton genügen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Grüne Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock

          Grüne : Baerbock will als Kanzlerin Flugreisen verteuern

          Solaranlagenpflicht für Neubau, Kurzstreckenflüge sollen obsolet werden: Annalena Baerbock kündigt ein „Klimaschutzsofortprogramm“ an, sollte die Grüne im September Kanzlerin werden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.