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Paris St. Germain : Nicht nur Neymar lässt Tuchel leiden

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„Es ist immer noch unser Ziel, so schnell wie möglich eine Lösung zu finden“: Thomas Tuchel Bild: Reuters

Die Zukunft des umstrittenen Neymar bei Paris St. Germain ist ungewiss. Das bringt vor allem Thomas Tuchel in eine schwierige Situation. Dabei ist der Fall des Brasilianers nicht einmal das einzige Problem für den Trainer.

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          Für Thomas Tuchel war es eine höchst undankbare Aufgabe, dem Chefcoach von Frankreichs Fußball-Meister Paris St. Germain blieb nichts anderes übrig als zu lavieren. Sein Starspieler Neymar sei „fit“, sagte der frühere Coach von Borussia Dortmund, aber über einen Einsatz am Sonntagabend gegen den FC Toulouse könne er nicht allein entscheiden. Am Sonntag fehlte der Name Neymar im 19-köpfigen Kader des Hauptstadtklubs, PSG gewann zwar auch ohne den Star 4:0 (0:0), Verletzungen der Stars Edinson Cavani und Kylian Mbappé verschärften aber die Personallage beim Serienmeister.

          Die Agentur AFP schrieb davon, dass Tuchel versucht habe, die Fragen der Journalisten bei der Spieltags-Pressekonferenz „zu umdribbeln“. Es hatte wirklich den Anschein. Allerdings lässt tief blicken, dass Tuchel letztendlich als Coach nicht nach Leistung und Wichtigkeit aufstellen kann, sondern Transfer-Interessen des Klubs Vorrang haben. Schließlich buhlen die spanischen Giganten Real Madrid und FC Barcelona um den 27 Jahre alten 222-Millionen-Mann Neymar, der in dieser Saison in der Ligue 1 noch nicht für PSG zum Einsatz gekommen war.

          „Er kann spielen, wenn die Situation zwischen dem Klub und ihm geklärt ist, am Samstag war das noch nicht der Fall, vielleicht am Sonntag“, sagte Tuchel und versuchte, sich so gut wie möglich aus der Affäre zu ziehen. Die Fäden in der Causa Neymar haben aber andere in der Hand, PSG-Sportdirektor Leonardo zum Beispiel. So musste Tuchel auf das brasilianische Ass auch gegen Toulouse verzichten.

          Teammanager Pep Guardiola bei Englands Champion Manchester City handelte da ganz anders, denn er setzte den von Bayern München umworbenen Leroy Sane im Community Shield Anfang August gegen Champions-League-Sieger FC Liverpool ein. Das Ergebnis ist bekannt: Sane erlitt einen Kreuzbandriss und wurde mittlerweile in Innsbruck operiert. Der Wechsel zum FC Bayern ist derzeit kein Thema mehr an der Säbener Straße. Der Poker um Neymar könnte Tuchel auch weiterhin in seinen Entscheidungen einschränken. Denn bislang wurde in den Gesprächen von Paris mit potentiellen Interessenten kein Durchbruch erzielt.

          Tuchel hofft beim Dauerthema Neymar auf ein baldiges Ende der Ungewissheit. „Es ist immer noch unser Ziel, so schnell wie möglich eine Lösung zu finden“, sagte er. Für das nächste Spiel am Freitag in Metz werde man es „wieder versuchen“, sagte Tuchel. Der zuletzt am Knöchel verletzte Neymar will PSG nach zwei Jahren wieder verlassen – am liebsten zu seinem früheren Klub FC Barcelona. Zuletzt wurden aber auch Real Madrid und Juventus Turin gehandelt.

          Für den Zweifach-Torschützen Eric Maxim Choupo-Moting gab es derweil ein Sonderlob. „Ich freue mich sehr für ihn“, sagte Tuchel über den ehemaligen Schalker. Gegen Toulouse war der 30 Jahre alte Kameruner nach 14 Minuten für den verletzten Stürmer Edinson Cavani aus Uruguay eingewechselt worden und traf zweimal (50./75.). „Er hat das gut gemacht und viel Intensität und Qualität in unser Spiel gebracht“, sagte Tuchel über Choupo-Moting, der in der vergangenen Saison oft kritisiert und unter anderem wegen einer slapstickhaft vergebenen Torchance im Spiel gegen Straßburg mit Häme überzogen wurde.

          Neymar ist allerdings nicht das einzige Problem Tuchels. Der französische Weltmeister Kylian Mbappé fällt vier Wochen aus. Der 20 Jahre alte Stürmer habe einen Muskelfaserriss im linken Oberschenkel erlitten und müsse pausieren, berichtete die französische Tageszeitung „Le Parisien“ am Montag. Der Klub bestätigte das später. So verpasse der Angreifer den Auftakt in der Champions League sowie zwei EM-Qualifikationsspiele der französischen Nationalmannschaft gegen Albanien und Andorra. Mbappé zog sich die Verletzung beim Heimspiel gegen Toulouse zu. Auch Edinson Cavani fehlt vorerst. Er verletzte sich an der Hüfte und muss wohl drei Wochen aussetzen.

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