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Krise bei Frankreichs Meister : Tuchel beklagt Probleme in Paris

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Thomas Tuchel wurde mit Paris Meister, glücklich ist er derzeit aber nicht. Bild: AFP

Paris St. Germain wurde vorzeitig Meister in der französischen Liga. Doch vier der letzten fünf Spiele gingen verloren – darunter das Pokalfinale. Nach der jüngsten Niederlage erklärt Thomas Tuchel, woran es liegt bei PSG.

          Trainer Thomas Tuchel hat die abermalige Niederlage von Paris Saint-Germain mit den Ausfällen in seinem Kader und zu vielen Fehlern begründet. „Die Lage ist immer die gleiche. Wir sind hier nur mit 15 Spielern (...), weil alle verletzt sind, mit zwei (jungen) Spielern des Ausbildungszentrums, das heißt, wir sind 13. Das ist eine Situation, die seit Januar, seit Februar andauert, und das ist zu lange“, sagte der ehemalige Coach von Borussia Dortmund und dem FSV Mainz 05 nach dem 2:3 beim SC Montpellier am Dienstag. „Wir haben es nicht so schlecht gemacht“, sagte er. „Aber es gab zu viele individuelle Fehler.“

          PSG steht mit 16 Punkten Vorsprung zwar noch immer mit großem Vorsprung an der Spitze der französischen Liga und hat die Meisterschaft sicher. In der Champions League aber ist die Mannschaft schon im Achtelfinale ausgeschieden, am Samstag verlor die Startruppe um Neymar und Weltmeister Kylian Mbappé zudem das französische Pokalfinale gegen Stade Rennes. Das 2:3 am Dienstag war die vierte Niederlage aus den vergangenen fünf Pflichtspielen, diese Ausbeute dürften den reichen Klubbesitzern kaum gefallen. Auf die Frage, ob es im Sommer große Veränderungen in der Mannschaft geben könnte, antwortete Tuchel im Sender Canal+: „Wir müssen ruhig bleiben, nicht den Kopf verlieren und mit dem Sportdirektor sprechen, mit dem Klub, mit dem Präsidenten. Vielleicht ändern wir viel.“

          In Montpellier verspielte die Tuchel-Elf eine 2:1-Führung, als Andy Delort (80.) und Souleymane Camara (85.) das Spiel für die Gastgeber drehten. Zuvor hatte Paris durch ein Eigentor von Ambroise Oyongo (12.) und einen Treffer von Angel di Maria (62.) in Führung gelegen. Montpellier kam durch ein Eigentor von Presnel Kimpembe zum ersten Tor (21.). In Montpellier standen neben Neymar und di Maria auch der deutsche Nationalspieler Julian Draxler in der Startelf. Mbappé war nach seiner Roten Karte im Pokalfinale gesperrt.

          Tuchel hatte schon zuvor einerseits Verständnis, andererseits aber auch Ablehnung gezeigt für die Aktion seines brasilianischen Superstars Neymar, der beim verlorenen Pokalfinale einen Fan ins Gesicht geschlagen hatte. §Ich mag so etwas nicht“, sagte Tuchel, „so etwas darf nicht passieren.“ Allerdings machte Tuchel auch mildernde Umstände für seinen heißblütigen Ausnahmespieler nach der Niederlage im Elfmeterschießen geltend: „Es ist für mich, für jeden, nicht so einfach, die Stufen zur Tribüne emporzuklettern, wenn man verloren hat.  Aber man muss das akzeptieren. Wenn man gewinnt ist das Hochsteigen einfacher, wenn man verliert, muss man Respekt zeigen.“ Dies sei immer notwendig, „aber es darf nicht sein, dass wir mit einem Zuschauer aneinandergeraten“.

          Die Enttäuschung bei PSG über das verpasste Double war riesengroß. Neymar hatte sich nicht mehr unter Kontrolle, auf dem Weg zur Siegerehrung Richtung Ehrentribüne wurde er von einem Zuschauer verbal provoziert. Daraufhin schlug der 222-Millionen-Mann dem Mann ins Gesicht.

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