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Neuer PSG-Trainer vorgestellt : Bonjour, ici c’est Tuchel

  • Aktualisiert am

Er dirigiert schon: Thomas Tuchel bei seiner Vorstellung in Paris Bild: EPA

Thomas Tuchel zeigt sich begeistert ob seiner neuen Aufgabe in Paris. Dem Team um den brasilianischen Superstar Neymar will er einen neuen Mannschaftsgeist geben. Und er spricht schon über einen möglichen Transfer.

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          Schlank wie eh und je – und im fast schon perfekten Französisch hat sich Thomas Tuchel bei seiner Vorstellung in Paris gezeigt. Seinem neuen Klub versprach er einen Neuanfang und nahm den Vorwürfen der Kritiker, er könne nicht mit Stars umgehen, gleich mal den Wind aus den Segeln. „Ich habe keine Angst vor all den Stars“, sagte der 44 Jahre alte frühere Dortmunder Trainer am Sonntag in Paris mit Blick auf Topspieler wie Neymar und Kylian Mbappé. „Ich bin sehr glücklich, hier zu sein.“

          Tuchel, der seinen Job im Juli antreten soll, gab auch gleich Einblick in seine Gedankenspiele rund um seinen Umgang mit Neymar. Dass der Brasilianer Wechselgedanken hegen soll, interessiert ihn wenig, denn der 26 Jahre alte Außenspieler soll der Fixpunkt seines Teams werden. „Er ist ein Künstler. Er ist ein außergewöhnlicher Spieler.“ Er habe ihn vor einer Woche getroffen. Es komme darauf an, „eine Struktur um ihn herum“ aufzubauen, damit er sein ganzes Talent entwickeln könne.

          Tuchel aber, der in Dortmund angeblich wegen interner Konflikte mit Teilen der Mannschaft gehen musste, komme es auch darauf an, einen „gewissen Geist“ und eine „gewisse Atmosphäre“ in der Mannschaft zu schaffen. „Die kleinen Dinge sind die großen Dinge“, sagte er auf Deutsch.

          Die PSG-Führung erwartet vom deutschen Trainer nach vier Meisterschaften in den vergangenen fünf Saisons vor allem einen internationalen Titel. Mit Blick auf die Champions League sagte Tuchel: „Es ist zu früh, um über Siege und Titel zu sprechen.“ Der Hauptstadt-Klub sehnt sich schon seit langem nach einem Erfolg in der Champions League, bisher aber ohne Erfolg.

          Tuchel äußerte sich nicht im Detail zu möglichen Transfers zu PSG. „Es gilt zunächst, die Reihenfolge einzuhalten, alle Spieler kennenzulernen“, sagte er. „Falls das Transfer-Fenster jetzt schließt, bin ich ein glücklicher Mensch.“

          Auf eine Frage zum italienischen Torhüterstar Gianluigi Buffon, der laut Spekulationen nach Paris wechseln könnte, sagte Tuchel, er könne sich Juventus Turin nicht ohne Buffon vorstellen. Der 40-jährige Torwart wird Juve aber verlassen. Schon am vergangenen Tag hatte der katarische Präsident von PSG, Nasser Al-Khelaifi, die Gerüchte relativiert. „Wir haben Alphonse Areola, er ist unsere Nummer eins“, sagte er - und antwortete auf die Nachfrage, ob das denn auch in der kommenden Saison so sein werde mit: „Ja, sicher.“ Das dürfte den deutschen Torhüter Kevin Trapp nicht erfreut haben. Der Spieler von PSG hofft auch noch auf seine WM-Teilnahme.

          Tuchel sagte, er bringe Assistenztrainer mit. Dabei wird es sich höchstwahrscheinlich um seinen langjährigen Co-Trainer Arno Michels sowie den Athletiktrainer Rainer Schrey und Videoanalysten Benjamin Weber handeln. Sie wollten sich aber nicht abschotten, „wir sind offene Leute“. Er fügte hinzu: „Wir wollen uns anpassen an die Kultur der französischen Liga, an die Kultur dieses großen Klubs, an die Kultur der Stadt.“

          Tuchel folgt auf den Spanier Unai Emery, der die Franzosen zwei Jahre lang trainierte.

          Tuchels neuer Chef, Al-Khelaifi, hatte sich schon am vergangenen Tag zu seinem neuen Trainer geäußert und dabei nicht mit Lob gespart. „Er ist jung. Er hat ein Jahr Pause gemacht, er ist klar im Kopf, das ist ein Vorteil“, sagte er in einem Interview mit der „L'Equipe“. „Die Wahl hat die französischen Medien überrascht, aber nicht uns. Er ist ehrgeizig wie wir und liebt den spektakulären und offensiven Fußball“, sagte Al-Khelaifi weiter. PSG wolle ihn langfristig halten. „Seine Philosophie gefällt uns.“ 

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