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Fußball in Frankreich : Tuchel offenbar bei Paris Saint-Germain entlassen

Aus in Paris: Thomas Tuchel muss als Trainer gehen. Bild: dpa

Böse Überraschung an Heiligabend: Thomas Tuchel ist wohl nicht länger Trainer von Paris Saint-Germain. Der Klub soll den Deutschen, der PSG im Sommer ins Finale der Champions League führte, entlassen haben.

  • Aktualisiert am
          2 Min.

          Böse Überraschung an Heiligabend! Paris Saint-Germain hat Thomas Tuchel zu Weihnachten offenbar den Trainerstuhl vor die Tür gesetzt. Laut verschiedener Medienberichte kam das Aus in der Nacht zum Heiligabend – nach einem 4:0-Sieg und bemerkenswert offenen Aussagen in einem Interview. Sechs Monate vor dem Ende seines Vertrages ist die Zeit des 47 Jahre alten deutschen Trainers beim französischen Fußball-Meister demnach vorzeitig beendet.

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          Tuchel stand in seinen zweieinhalb Jahren bei PSG dicht davor, dem ambitionierten Klub den ersehnten ersten Triumph in der Champions League zu bescheren. Das 0:1 im Finale gegen den FC Bayern München verhinderte im August in Lissabon den erstmaligen Sprung auf Europas Vereins-Thron, auf den die Klubführung aus Qatar so hofft. Dafür hatten sie viele, viele Millionen in die Mannschaft gesteckt, doch zum ganz großen Wurf reichte es (noch) nicht.

          Eine Bestätigung für die Trennung gab es am Donnerstag zunächst nicht. Die „Bild“ und die französische Sportzeitung „L’Equipe“ meldeten das Aus am Vormittag übereinstimmend. Laut Informationen des Senders RMC Sport und der Zeitung „Le Parisien“ zufolge soll der Argentinier Mauricio Pochettino – bis in den Herbst 2019 Trainer von Tottenham Hotspur und seitdem ohne Vertrag bei einem Verein – Nachfolger von Tuchel werden. Der heute 48-Jährige spielte einst für PSG.

          Die Klub-Verantwortlichen hätten Tuchel in der Nacht zum Donnerstag von ihrer Entscheidung informiert, berichtete „L’Equipe“. Am Mittwochabend gewann das PSG-Team noch 4:0 gegen Racing Straßburg, belegt aber in der Ligue 1 derzeit nur Platz drei, einen Punkt hinter dem Top-Duo Olympique Lyon und OSC Lille. Gegen Lyon gab es zuletzt eine 0:1-Heimniederlage, in Lille ein 0:0. In der Champions League erreichte PSG als Sieger in einer umkämpften Gruppe vor RB Leipzig und Manchester United das Achtelfinale, wo es im Februar und März in zwei Spielen gegen den FC Barcelona geht.

          „Das muss man dann manchmal feiern im engsten Team, um nicht verbittert zu werden“, wurde Tuchel in einem am Mittwoch von „Sport1“ veröffentlichten Interview zitiert. „Widerstände machen dich auch während deiner Karriere stärker, weil du lernst, damit umzugehen. Du lernst den Biss zu zeigen, kommst aus dem Selbstmitleid heraus.“

          Er hatte in dem Interview eingeräumt, dass er manchmal die Wertschätzung für die Leistungen seiner Mannschaft vermisse. „Wir hatten nie so das Gefühl, dass wir die Leute jetzt auch mal überzeugt haben und sie unsere Leistung anerkennen. Es macht einen auch manchmal ein bisschen traurig oder sauer“, räumte der einstige Coach des FSV Mainz 05 und von Borussia Dortmund ein, der zweimal Meister mit PSG wurde und insgesamt sechs Titel in Frankreich gewann.

          Es heiße immer, PSG habe Stars wie Neymar, Weltmeister Kylian Mbappé und Angel dí María. Dadurch würden aber ganz seriöse Teamleistungen komplett weggewischt werden. Er hatte auch gefragt, ob er noch Trainer sei oder Sportpolitiker oder Sportminister. Allerdings soll all dies gar keinen Ausschlag für das Aus gegeben haben. Die Entscheidung, sich von Tuchel zu trennen, hätte der Klub angeblich schon zuvor getroffen, hieß es bei „L’Equipe“.

          Obwohl es immer wieder Spekulationen gab, das Verhältnis zu Sportdirektor Leonardo sei nicht spannungsfrei, scheint der Schritt nun überraschend. Nach dem Sieg über Straßburg zeigte sich Tuchel sehr glücklich über die Leistung. Er wünschte sich für das kommende Jahr, dass alle Spieler seines Kaders gesund sind und zur Verfügung stehen, also auch die deutschen Nationalspieler Julian Draxler und Thilo Kehrer. „Wenn das der Fall ist, sind wir konkurrenzfähig. Ich bin jeden Tag da, um meine Mannschaft zu unterstützen und meine Verantwortung wahrzunehmen“, sagte er. Der Klub hat offenbar andere Pläne.

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