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Paris St. Germain : Tuchel und der ewige Ärger mit seinen Stars

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Was war das denn schon wieder? Paris-Trainer Thomas Tuchel fragt bei seinem Party-Star Neymar (rechts) nach. Bild: dpa

Nicht nur die Niederlage in Dortmund setzt Paris St. Germain zu. Auch die Eskapaden der besten Spieler um Neymar sorgen für Ärger. Nun taucht ein Video auf, das Trainer Thomas Tuchel ganz und gar nicht erfreut.

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          Trainer Thomas Tuchel von Borussia Dortmunds Champions-League-Gegner Paris Saint-Germain hat verärgert auf Bilder einer ausgelassenen Geburtstagsparty seiner Superstars reagiert. „Ich war wirklich sehr überrascht von dem Video“, sagte Tuchel am Samstag auf einer Pressekonferenz vor dem Liga-Heimspiel seiner Mannschaft gegen Girondins Bordeaux an diesem Sonntag (21.00 Uhr bei DAZN). Nach der Niederlage des Zweiten Olympique Marseille am Samstag beim 1:3 gegen den FC Nantes könnte Paris den Vorsprung an der Spitze mit einem Erfolg auf 13 Punkte ausbauen.

          In dem Video von der Party, die nur zwei Tage nach der 1:2-Niederlage gegen den BVB im Achtelfinal-Hinspiel stattgefunden hatte, waren ausgelassene Feier-Szenen zu sehen. Ángel Di María, Mauro Icardi und Edison Cavani hatten kürzlich Geburtstag und daher zu einer großen Feier geladen. Die Aufnahme zeigt Neymar, der sich erst vor kurzem von einer Verletzung erholt hatte, mit nacktem Oberkörper auf und ab tanzend. Cavani wirbelt dazu sein Trikot ausgelassen über seinen Kopf.

          „Es war ein freier Tag, ja. Es ist ihr Privatleben, ja“, sagte Tuchel. „Aber Sie können sicher sein, dass wir mit diesem Party-Image nicht glücklich sind“, sagte der 46-Jährige und zeigte sich sichtlich enttäuscht. Es sei klubintern über die Bilder gesprochen worden. Über Sanktionen war zunächst nichts bekannt. „Die Einladung gab es schon vor dem Spiel“, sagte Abwehrspieler Marquinhos, „wir müssen den Fans erklären, dass das keine Respektlosigkeit war.“

          Dafür geht der Karneval in Brasilien ausnahmsweise ohne Neymar über die Bühne. Er hat die Reise in seine Heimat in diesem Jahr schweren Herzens abgesagt – des lieben Friedens Willen. „Mit großer Freude kann ich mitteilen, dass ich 2020 nicht zum Karneval gehe“, teilte der PSG-Profi am Freitag voller Sarkasmus in einem Instagram-Video mit: „Das ist gut so, dann gibt es diesmal keinen Streit.“ Neymar war in den vergangenen zwei Jahren zur Karnevalszeit jeweils nach Hause geflogen. In beiden Fällen plagten ihn Fußverletzungen, doch das hielt Neymar nicht vom Tanzen ab. Entsprechend groß war die Kritik in Frankreich.

          Vor der Party, on der nun ein Video auftauchte, hatte der Südamerikaner seinen 28. Geburtstag trotz Verletzung in einem Pariser Nachtclub gefeiert, was Trainer Tuchel schon damals sauer aufstieß: „Es ist eine Ablenkung, das ist klar. Das macht den Eindruck, wir wären nicht seriös, nicht professionell.“ Im Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League bei Borussia Dortmund (1:2) hatte Neymar das einzige PSG-Tor erzielt und sich danach darüber beschwert, dass er vom Klub zuvor zu lange geschont worden war.

          Trotz seines Tores hatte Neymar in Dortmund eine an Lustlosigkeit und Arroganz grenzende Leistung geboten. Hatte gezetert, lamentiert und geschauspielert und nur wenig Fußball gespielt. Schuld waren aber natürlich andere. Der Verein, die Mediziner – und offenbar auch Tuchel. Der sprach über den fehlenden Rhythmus des Brasilianers. Irgendwie sei Neymar „ein Stein im Getriebe“ gewesen, sagte Tuchel nach der Partie bei seinem früheren Klub. Quasi zeitgleich gab Neymar Interviews – mit durchaus brisantem und pikantem Inhalt.

          Neymar gilt eigentlich als ein Lieblingsspieler Tuchels, der ihn auch in Interviews fast liebevoll „Ney“ nennt. Mitspieler beklagen angebliche Sonderrechte des Exzentrikers, der kürzlich noch rosafarbene Haare hatte und in Dortmund plötzlich mit Glatze auflief. Diese gegenseitige Zuneigung dürfte nun nach dem Gemeckere und den Partybildern auf eine harte Probe gestellt werden.

          Neymar argumentierte im brasilianischen Fernsehen, er hätte nach seiner Rippenprellung schon früher spielen können: „Aber die Ärzte, der Klub haben anders entschieden.“ Eine Rückkehr sei „verschoben, wieder verschoben und erneut verschoben“ worden. Das habe ihm „überhaupt nicht gefallen“ und sei „schlecht für mich und für die Mannschaft“. Die Nachricht über den emotionalen Ausbruch Neymars dürfte Tuchel endgültig die Laune verdorben haben. Wie auch die, dass ihn laut „Le Figaro“ der Bruder von Abwehrspieler Presnel Kimpembe in einem Instagram-Video übel beleidigt haben soll.

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