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Thomas Müller im Gespräch : „Ich finde immer einen Weg zum Tor“

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Den Blick immer in eine Richtung – nach vorne: „Ich bin Offensivspieler. Auf welcher Position, ist mir nicht so wichtig" Bild: dpa

Deutschland kann am Freitag (20.45 Uhr) gegen Irland die WM-Qualifikation perfekt machen. Im F.A.Z.-Interview spricht Thomas Müller über seinen unkonventionellen Spielstil, Reibung unter Guardiola und Steigerungspotential bei der DFB-Elf.

          Der außergewöhnliche Akteur mit dem Allerweltsnamen ist gerade mal 24 Jahre alt, aber schon seit langer Zeit nicht mehr aus dem Team des FC Bayern München und der deutschen Fußball-Nationalmannschaft wegzudenken. Seine Devise: „Wir dürfen bei aller Anspannung die Lockerheit nicht verlieren.“ Thomas Müller im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Kennen Sie das Projekt „Wer ist Thomas Müller“?

          Ja, das Filmprojekt: Thomas Müller, der Durchschnittsdeutsche. Das ist witzig, oder? Ich wusste zwar, dass Thomas ein häufiger Vorname und Müller ein häufiger Nachname ist. Aber dass Thomas Müller der durchschnittliche deutsche Name ist...

          Und – haben Sie mitgemacht?

          Ja, ich habe ein kurzes Interview gegeben, ich weiß gar nicht genau, was daraus geworden ist, aber eigentlich müsste es bald zu sehen sein.

          Was konnten Sie beitragen? In dem Film soll ja genau das Gegenteil gezeigt werden: Thomas Müllers, die eben nicht durchschnittlich, sondern außergewöhnlich sind.

          Es ging einfach um verschiedenste Müller und wie ihr Leben so aussieht. Einen Thomas Müller gibt es ja bestimmt in allen Berufen, als Gefängniswärter, in der Bäckerei oder eben, wie bei mir, in der Fußballbranche.

          Auf dem Fußballplatz gelten Sie schon als ziemlich außergewöhnlicher Spieler. Da gibt es nicht viele, die mit so einem Überraschungsmoment spielen.

          Natürlich hat jeder Spieler seinen eigenen Stil, den man über die Jahre entwickelt. Ich weiß schon, dass das dem Außenstehenden vielleicht manchmal ein bisschen komisch vorkommt und dass gerade meine Laufwege als seltsam oder zumindest außergewöhnlich gelten. Aber ich sehe immer einen Sinn dahinter.

          Wirkt aber, als hätten Sie in der Regel anderes im Sinn als die meisten anderen Spieler.

          Ja, das kann schon sein. Jeder reagiert im Zusammenhang Ball–Raum anders, da versuche ich natürlich, meine Wege zu machen.

          Gibt es bei den Bayern unter Pep Guardiola mehr Freiheiten oder mehr Zwänge als unter Jupp Heynckes?

          Weder noch, es ist einfach anders. Zwänge und Freiheiten hast du in jedem System. Am wichtigsten ist, dass der Geist stimmt in der Mannschaft. Dass jeder gewillt ist, für den anderen Wege zu tun, defensiv wie offensiv. Wenn der Geist und der Spirit und die Leidenschaft da sind, dann ist das schon mal die halbe Miete. Das andere, das Taktische, verfeinert das Ganze nur noch und bringt es vielleicht auch Richtung Perfektion.

          Was ist Guardiolas Auftrag an Sie? Haben Sie alle Freiheiten?

          Natürlich hat man auf einer gewissen Position immer eine taktische Aufgabe. Am wichtigsten ist Taktik im Defensivbereich, weil ein Rädchen ins andere greifen muss und man sich aufeinander verlassen können muss. Da muss einfach die Ordnung stimmen. Offensiv kann man das Ganze freier gestalten, hier zählt mehr die Kreativität, das Überraschungsmoment, das Unberechenbare. Hier wäre ein starres System eher hinderlich.

          Am Anfang der Saison wirkte bei den Bayern alles noch ein bisschen mühsam, als müsste vor der Arbeit mit dem Fuß noch die mit dem Kopf gemacht werden. Inzwischen scheint alles wie von selbst zu gehen. Empfinden Sie das auch so?

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