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Nach Testspielsieg über Milan : Guardiola in Rage

  • Aktualisiert am

Bild: dpa

Der FC Bayern siegt gegen den AC Mailand souverän 3:0 und trifft im Finale des Audi Cup auf Real Madrid. Für Aufregung bei Trainer Guardiola sorgt aber das böse Foul eines früheren Hamburgers.

          Dank eines verdienten Sieges über den AC Mailand hat der FC Bayern München Teil eins seiner Pflichtspiel-Generalprobe bestanden und freut sich auf ein Kräftemessen mit Real Madrid um Toni Kroos. Die Münchner setzten sich am Dienstagabend beim Audi Cup gegen den einstigen Angstgegner mit 3:0 (1:0) durch. Vor 70.000 Zuschauern in der ausverkauften Allianz Arena sorgten Juan Bernat (23. Minute), Mario Götze (74.) und Robert Lewandowski (85.) für den Erfolg.

          Im Spiel um den Turniersieg trifft der deutsche Fußball-Rekordmeister am Mittwoch (20.45 Uhr/ Live im ZDF) auf Real Madrid und den früheren Münchner Münchner Kroos. Der spanische Spitzenklub hatte in der ersten Partie des zweitägigen Testturniers Tottenham Hotspur mit 2:0 (1:0) bezwungen. „Ich denke, das war ein guter Test. Wir können mit unserem Spiel zufrieden sein“, sagte David Alaba im ZDF zur Leistung der Bayern gegen Milan.

          Vidal köpft an die Latte

          Die Bayern, die ihre Offensivzauberer Arjen Robben und Thiago Alcántara schonten, hatten das Match von Beginn an im Griff und hätten schon früh für die Vorentscheidung sorgen können - und das trotz einer 1b-Startelf ohne Manuel Neuer, Thomas Müller, Lewandowski, Xabi Alonso und David Alaba. Nach dem 1:0 durch einen abgefälschten Schuss von Bernat scheiterte Pierre-Emile Højbjerg am Pfosten (28.), Arturo Vidal köpfte an die Latte (36.).

          Der Neuzugang zeigte bei seiner Heimspiel- und Startelf-Premiere eine engagierte Leistung, neben Douglas Costa war er bis zur Auswechslung in der Halbzeit einer der auffälligsten Spieler der wenig geprüften Bayern.

          Einen entspannten Sommerabend erlebten aber nicht alle Protagonisten in der Arena; vor allem ein Foul von Milan-Kapitän Nigel de Jong an Joshua Kimmich in der Anfangsphase erzürnte Coach Guardiola. Hämisch und wütend klatschte der Spanier Beifall, als er seinen Neuzugang schon in der 21. Minute auswechseln musste.Auf dem Weg in die Kabine kam es dann zu einem Wortgefecht zwischen Guardiola und de Jong, wie ein Video bei Twitter zeigte. Der frühere Bundesliga-Profi des Hamburger SV musste regelrecht zurückgehalten werden.

          Über den Vorfall wollte ein sichtlich wütender Guardiola im Detail nicht reden, wiederholte bei der Pressekonferenz nach dem Spiel auf Nachfragen den immer gleichen Satz: „Ich bin traurig für Kimmich.“ Er glaube, dass sein Schützling die nächsten Spiele ausfallen werde. Nach wenigen Minuten und weiteren einsilbigen Antworten stürmte der Spanier vom Podium, stieß eine Tür auf und verließ die Raum.

          Auch Milan-Coach Sinisa Mihajlovic schimpfte angesprochen auf den Vorfall - aber mit anderem Tenor: „Wir spielen hier Fußball, das ist kein Ballett!“, zürnte er. „Das war doch kein Freundschaftsspiel!“ De Jong, einst beim Hamburger SV in der Bundesliga aktiv, gab auf Anweisung des Milan-Pressesprechers am späten Abend keinen Kommentar ab und schritt stumm an den wartenden Journalisten vorbei. Kimmich selbst meinte dagegen lapidar, die Verletzung sei nicht so schlimm.

          Nach dem Seitenwechsel vergab dann der eingewechselte Lewandowski frei vor dem Milan-Tor (48.), eine gefährliche Hereingabe von Rafinha (62.) wurde vor dem einschussbereiten Lewandowski geklärt. Götze machte bei einer von ihm selbst eingeleiteten Aktion alles klar, Lewandowski rundete den Sieg mit einem Volleyschuss ab.

          Test bestanden: Torschütze Robert Lewandowski und Thomas Müller

          Am frühen Abend hatte auch Real Madrid eine souveräne Vorstellung gezeigt. Dank der Tore von James Rodriguez (36. Minute) und Gareth Bale (79.) gewann das Team um Weltmeister Toni Kroos verdient. Der deutsche Mittelfeldprofi kam bei seinem ersten Auftritt in der Allianz Arena nach seinem Weggang vom FC Bayern vor gut einem Jahr in der ersten Halbzeit zum Einsatz. Real muss beim Audi Cup auf Weltfußballer Cristiano Ronaldo und dessen Sturmpartner Karim Benzema verzichten; beide sind leicht angeschlagen.

          Dennoch war der zehnmalige Champions-League-Gewinner den Spurs überlegen und hatte die besseren Torchancen. Jesé traf in der 6. Minute die Querlatte und scheiterte nur Augenblicke später an Torwart Michel Vorm. In der 35. Minute fälschte der letztjährige Kölner Kevin Wimmer einen Schuss von Real-Profi Luka Modric ab, aber Vorm reagierte stark.

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