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EM 2024 im Fernsehen : Hoffentlich ohne ARD und ZDF

  • -Aktualisiert am

Die Fußball-EM 2024 läuft bei der Telekom. Bild: dpa

Der Auftrag für die Öffentlich-Rechtlichen ist: Geld sparen und nicht um teure Rechte mitbieten. Deshalb kann man nur hoffen, dass ARD und ZDF nun nicht doch noch für viel zu viel Geld bei der EM 2024 dabei sein werden.

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          Der Fußballfan in Deutschland ist ein Gewohnheitsmensch. Jede Veränderung treibt seinen Blutdruck in die Höhe und sorgt für Verunsicherung – Beispiel Videobeweis oder Montagsspiele. Dass nach Jahrzehnten die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender erstmals nicht mehr wie sonst in aller Breite ein großes Turnier komplett übertragen werden und mit der Deutschen Telekom ein Konzern zur Europameisterschaft in Deutschland im Jahr 2024 ARD und ZDF dieses Recht abgejagt hat, führt bei manch einem zur Nörgelei. Nach dem Motto: Ach, wo soll das noch alles hinführen? Früher war doch alles besser.

          Doch Fußball ist heute mehr denn je Unterhaltung. Show, Kommerz, Starkult. Dies bildet die Erwartungshaltung eines Großteils des Publikums ab. Zugleich ist das Fußballgeschäft ein Spielfeld für potente Mediengruppen, Kabelnetzbetreiber und Telekommunikationsanbieter. Im Kampf um ihre Kundschaft suchen sie nach attraktiven Sendeinhalten für ihre Plattformen und füttern den Fußball mit ihrer Investitionskraft. Der Erwerb der Live-Rechte für die EM 2024 durch die Telekom ist somit eine logische Konsequenz der Gegebenheiten des Marktes.

          Verdrängt werden dafür die Öffentlich-Rechtlichen. Schon zuletzt verloren sie an den Sender RTL alle EM-Qualifikationsspiele der deutschen Elf. Das ZDF ging in der Champions League leer aus, die vom Streamingdienst Dazn und Bezahlsender Sky live in Deutschland übertragen wird. Der Konkurrenzkampf sorgt für Wettbewerb unter den Unternehmen – wohl hoffentlich zum Nutzen des Fußballfans.

          Dass ARD und ZDF, die jedes Jahr zusammen rund acht Milliarden Euro vom Beitragszahler erhalten, so mehr und mehr aus diesem hochpreisigen Markt gepresst werden, ist positiv. Ihr Auftrag ist: Geld sparen und nicht um teure Rechte mitbieten. Deshalb kann man nur hoffen, dass die Öffentlich-Rechtlichen nicht doch noch für viel zu viel Geld bei der EM 2024 dabei sein werden. Denn laut Rundfunkstaatsvertrag müssen alle Spiele mit Beteiligung der deutschen Nationalmannschaft sowie das Eröffnungsspiel, die Halbfinals und das Finale frei empfangbar für Zuschauer über einen Sender angeboten werden. Dafür will die Telekom Sublizenzen vergeben.

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