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Profifußball der Zukunft : Retten Play-Off-Spiele die Spannung?

Wohin rollt der Ball? Eine Taskforce soll alle Fragen des Fußballs beleuchten. Bild: dpa

Wie soll der Profifußball der Zukunft aussehen? In einer Taskforce mit drei Arbeitsgruppen lässt die DFL ergebnisoffen über Ethik, Geld und den künftigen Modus diskutieren.

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          Die sogenannte „Taskforce Zukunft Profifußball“ mit 36 Fachleuten aus Fußball, Sport, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft hat ihre Arbeit aufgenommen. Sie soll in den kommenden Monaten Reformvorschläge für den deutschen Profifußball entwickeln.

          Michael Horeni

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Die Deutsche Fußball Liga (DFL) um Geschäftsführer Christian Seifert, der die Gründung dieser Kommission zu Beginn der Corona-Krise in dieser Zeitung angekündigt hatte, hat die Taskforce durch die Auswahl der Teilnehmer (10 Frauen, 26 Männer) und mit insgesamt sieben Themenfeldern vorab strukturiert. Die Themen reichen alphabetisch von B wie „Berücksichtigung von Faninteressen“ bis Z wie „Zahlungsströme“.

          In drei Arbeitsgruppen sollen sich die jeweiligen Experten „ergebnisoffen“ mit den einzelnen Themen auseinandersetzen, wobei im Diskussionsverlauf noch weitere als die vorab benannten Themen hinzukommen könnten. Die Expertengruppen sind heterogen besetzt. Sie reichen von einem McKinsey-Berater bis zu organisierten Fanvertretern, von aktuellen Profis (Andreas Luthe, Union Berlin) bis zum ehemaligen Kanzlerkandidaten Martin Schulz, vom Mönchengladbacher Geschäftsführer Max Eberl bis zu Sylvia Schenk von Transparency.

          Die Taskforce soll nach Vorstellungen der DFL wie eine Enquete-Kommission funktionieren, in der in diesem Fall unterschiedliche sportliche, wirtschaftliche, ethische und soziale Aspekte abgewogen werden, bevor die zuständigen Verbandsgremien entsprechende Änderungen beraten und beschließen. Im Einzelnen geht es neben Faninteressen und Zahlungsströmen um künftige „Ethik-Richtlinien“ mitsamt einem möglichen Verhaltenskodex, der über die bisher in den Statuten festgehaltenen Grundsätze hinausgehen und Funktionäre, Profis und Fans einschließen könnte.

          Ein in der Praxis geschulter Vordenker des Fußball: Gladbachs Geschäftsführer Max Eberl.
          Ein in der Praxis geschulter Vordenker des Fußball: Gladbachs Geschäftsführer Max Eberl. : Bild: Reuters

          Beim Thema „Förderung von Frauenfußball“ wird es auch um die Frage gehen, ob die Profiklubs verpflichtet werden sollen, sich stärker im Frauenfußball zu engagieren. Beim Thema „gesellschaftliche Verankerung“ wird gefragt, welchen Beitrag der Profifußball mit Blick auf seine gesellschaftliche Verankerung etwa unter sozialen oder ökologischen Gesichtspunkten leisten kann.

          In der Frage um „Wettbewerbsbalance im Profifußball“ soll ausgelotet werden, welche Maßnahmen „zur Optimierung der Wettbewerbsbalance“ sinnvoll erscheinen. Dabei wird es auch um die spannende Frage von möglichen Play-off-Spielen in der Bundesliga gehen – oder um andere neue Modusformen.

          Beim Punkt „wirtschaftliche Stabilität“ soll geklärt werden, welche Maßnahmen zum Aufbau finanzieller Rücklagen bei den Profiklubs, von denen rund einem Dutzend bei einem Saisonabbruch die Insolvenz gedroht hätte, verstärkt werden können. Beim Thema „Zahlungsströme“ soll unter anderem diskutiert werden, ob ein Salary Cap eingeführt werden sollte oder Beraterhonorare limitiert werden können.

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