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Strunz im Interview : "Ich fühle mich nicht als Lehrling"

  • Aktualisiert am

„Keine Angst vor Mißerfolg” - Thomas Strunz Bild: dpa/dpaweb

„Struuunz“ ist wieder da. Drei Jahre nach seinem Abschied als Spieler kehrt Thomas Strunz als Manager vom VfL Wolfsburg zurück. Im Interview spricht er über Trapattoni, Effenberg und seine Manager-Kompetenzen.

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          „Struuunz“ ist wieder da. Gut drei Jahre nach seinem Abschied als Spieler kehrt Thomas Strunz, dessen Name durch die legendäre Brandrede von Giovanni Trapattoni 1998 Kultstatus erhielt, als Manager und Geschäftsführer vom VfL Wolfsburg in die Bundesliga zurück.

          Was erwarten Wolfsburg?

          Wie bitte?

          Entschuldigen Sie, das war Trapattoni-Deutsch: Was kann der VfL Wolfsburg von Ihnen als Manager erwarten?

          Daß ich sportliche Kompetenz sowie Informationen und Verständnis von wirtschaftlichen Dingen mitbringe. Daß ich große Ziele habe - und alles dafür tun werde, sie umzusetzen.

          Sie fangen an - und Wolfsburg ist nicht mehr Erster. Flasche schon leer?

          Klar ist mal, daß Platz drei absolut dem Potential der Mannschaft entspricht. Der VfL liegt voll im Soll. Und ich bin überzeugt davon, daß der vorhandene Spielerkader, der Trainerstab und die Organisation das Potential haben, unsere Ziele zu erreichen.

          Der Trapattoni-Ausbruch hat Ihr Image verändert. Hat das Ihre Karriere und die Verhandlungen mit dem VfL Wolfsburg erschwert?

          Die Außenwirkung kann ich nicht beeinflußen. Aber Wolfsburg hat sich natürlich Gedanken gemacht, welches Bild ich in der Öffentlichkeit abgebe, denn ich repräsentiere nicht nur den Verein, sondern auch den VW-Konzern. Ich habe mir mit meiner seriösen Arbeit in den vergangenen Jahren mit meiner Agentur ein Image erarbeitet, daß ich vom VfL das Angebot bekam. Also hat meine Karriere durch Trapattoni nicht gelitten.

          Was prädestiniert Sie zum Manager?

          Mit meiner Agentur hatte ich drei Jahre lang Einblicke in das Fußballgeschäft, wie sie nur wenige haben. Wir haben Trainer und Manager beraten, nicht nur sportlich, auch in wirtschaftlichen Dingen. Wir haben Insiderinformationen von allen Bundesliga- und Zweitligaklubs gesammelt. Deshalb fühle ich mich nicht als Lehrling oder Neuling, wie manche schon schrieben.

          Wie kamen Sie an so viele Informationen?

          Wir betreuen 30 Spieler. Aber wenn man einen Profi wie Mike Hanke (U21-Nationalspieler von Schalke 04) berät, hinter dem acht Klubs her sind, dann bekommt man in Gesprächen zwangsläufig mit, welche Gehaltsstrukturen und wirtschaftliche Rahmendaten sie haben. Aus vielen Mosaiksteinchen setzt sich ein ziemlich klares Bild zusammen.

          Wo liegen die Chancen und Gefahren beim VfL?

          Ich habe keine Angst vor Mißerfolg. Ich beschäftige mich gar nicht mit dem Gedanken. Wir haben in Wolfsburg eine sehr gesunde Basis. Wir können uns ganz darauf konzentrieren, erfolgreich Fußball zu spielen.

          Haben Sie schon vor dem Spiegel geübt: Wie entlasse ich einen Trainer?

          Nein, so was kann man ohnehin nicht planen. Außerdem bin ich davon überzeugt, daß wir mit Trainer Gerets all unsere Ziele erreichen.

          Haben Sie sich bei Effenberg erkundigt, was Sie in Wolfsburg erwartet?

          Nein.

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