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Bestechung im Fußball : Die Wochen der Abrechnung im Fifa-Prozess

  • -Aktualisiert am

Welche Strafe erwartet ihn? José Maria Marin (Bild von 2013) Bild: Picture-Alliance

Im großen Fifa-Prozess in New York wird das Strafmaß verkündet für die mehr als 20 Angeklagten. Es sieht so aus, dass die amerikanische Justiz vor allem an einem ein Exempel statuieren will.

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          Zwei Tage vor Heiligabend hatte er zuletzt so etwas wie Lebensqualität genossen. Da verließ er seine Wohnung im Trump Tower in Manhattan, von der man einen Blick auf den Central Park hat, und fuhr hinüber auf die andere Seite des East River. Die Strecke zum Bundesgericht in Brooklyn war ihm vertraut. Nach mehreren Wochen, in denen die Staatsanwaltschaft die Aktenlage und zahllose Zeugen präsentiert hatte, um die gegen ihn und zwei weitere Angeklagte aufgebrachten Bestechungsvorwürfe zu erhärten, hatten sich die Geschworenen zur Beratung zurückgezogen.

          Nun wartete José Maria Marin, einst der Präsident des brasilianischen Fußballverbandes und zwischendurch als einflussreicher Politiker Gouverneur des Bundesstaats São Paulo, auf das Urteil. Das Leben unter Hausarrest an der Fifth Avenue war zwar etwas mühsam gewesen – es kostete ihn eine Kaution von 15 Millionen Dollar, und das Gebäude durfte er nur mit Genehmigung des FBI verlassen, begleitet von Vertretern einer Sicherheitsfirma – aber es war besser als das Schweizer Gefängnis, in dem er nach seiner Verhaftung im Mai 2015 im Zürcher Luxushotel Baur au Lac insgesamt fünf Monate verbracht hatte.

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