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Applaus per App : Was die Stimmung bei Geisterspielen aufheitern könnte

Stimmung geht auch händisch: Applaus per App gegen den Frust der Geisterspiele. Bild: dpa

Auch gegen die bedrückende Stimmung von Geisterspiele gibt es Abhilfe: Die Stimmungslagen jedes Fußballfans auf Knopfdruck: Klatschen, Pfeifen, Jubeln und Singen.

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          Fußballfans sind an diesem Wochentag keine im Stadion am Bornheimer Hang. Eine Geisterkulisse. Auf dem Spielfeld haben auch keine Mannschaften Aufstellung zum Spiel um Punkte genommen, die Tore sind abgebaut. Stattdessen steht Viktor Mraz, der Erfinder von „MeinApplaus.de“, in Freizeitkleidung und mit Hut auf dem Kopf auf dem Rasen, in der linken Hand sein Smartphone.

          Jörg Daniels
          Redakteur in der Sportredaktion

          Buchstäblich wie auf Knopfdruck wird es plötzlich sehr laut im Stadionrund des Regionalligavereins FSV Frankfurt. Zu hören sind Sprechchöre und Jubelgesänge von Fans über die Lautsprecheranlage Wie von Geisterhand ist zumindest akustisch Leben ins Stadion gekommen. Mraz musste für die künstliche Geräuschkulisse im Frankfurter „Hörlabor“ beim FSV lediglich einen Button auf seinem Handy drücken.

          Wenn es im Mai Punktspiele in der ersten und zweiten Liga geben sollte, dann in Zeiten der Corona-Krise nur ohne Zuschauer. Und das hat vier Entwickler vom Münchner „Herzenswerk.IT“-Team auf den Plan gerufen. Sie haben nach rund vier Wochen Entwicklungszeit eine Anfeuerungs-App für Fans herausgebracht, mit der auch bei sogenannten Geisterspielen trotz leerer Ränge Stimmung gemacht werden kann, was auch die Spieler erfreuen könnte.

          So funktioniert das Erzeugen von Stadionatmosphäre aus der Konserve: Während des jeweiligen Spiels – zur Auswahl stehen alle Begegnungen des Spieltags – können die User vom Fernsehsessel aus je nach Stimmungslage vier Buttons drücken: Klatschen, Pfeifen, Jubeln und Singen. Je mehr Fußballanhänger auf ihren Geräten einen der vier Buttons drücken oder ihre Geräte schütteln, desto größer wird die Geräuschkulisse zu Hause über die App. Der eigentliche Clou dabei ist jedoch, dass die jeweiligen Klubs die summierten Fan-Geräusche auch über die Beschallungsanlagen in den Stadien abspielen können. Das Ganze passiert in Echtzeit innerhalb einer Zehntelsekunde.

          Mit einem Schlag entsteht auch ohne Publikum eine ungewohnte Form von Stadionatmosphäre, die die gespenstische Stille ablöst. „Wir sprechen jeden Fan damit an. Wir wollen die Sache so authentisch wie möglich machen“, sagt Mraz. In Frankfurt könnten dann auch ohne die stimmgewaltige Nordwestkurve Sprechchöre wie „Schwarz, Weiß wie Schnee, das ist die SGE“ zu hören sein. Bevor aber fanspezifische Fanlieder abgespielt werden können, müssen sich die Erfinder der App erst noch mit den jeweiligen Vereinen abstimmen. Zu ihnen und den jeweiligen Fanprojekten hätten sie beim Werben um Zuspruch schon Kontakt aufgenommen, sagt Mraz. Zur digital stimmigen Geräuschkulisse beitragen können aktuell insgesamt 350.000 Menschen mit ihren gleichzeitigen Klicks, möglich wäre aber auch bei entsprechender Auslastung „eine Million“.

          Auch mit der Deutschen Fußball Liga (DFL) haben die Macher von „MeinApplaus.de“ noch keine Übereinkunft erzielt. Seit einem Monat würden Gespräche geführt werden, die Reaktion von Seiten der DFL sei „sehr positiv“, sagt Mraz. In einem namentlich nicht genannten Bundesliga-Stadion ist die Anfeuerungs-App schon getestet worden. Sie könnte aber auch in anderen Sportarten oder als Stimmungs-App bei Musikkonzerten zur Anwendung kommen. „MeinApplaus.de“ gibt es zum Download für 99 Cent im Apple Store und im Google Play Store.

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