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Wolfgang Steubing : Eintracht Frankfurt hat neuen Aufsichtsratschef

Steubing, der neue Chef des Aufsichtsrates, schätzt Veh seit seiner Zeit als Eintracht-Trainer (2011 bis 2014). Dass die Eintracht fortan auch in offizieller Mission von Steubing vertreten wird, dürfte vor allem in der Frankfurter Stadtgesellschaft auf Wohlgefallen stoßen. Steubing gibt gerne und viel Geld, so schon 2006, als zur Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland die Frankfurter Hochhäuser angestrahlt wurden. Für den neuen Campus der Frankfurt School of Finance and Management hat er eine Million Euro gespendet, der Senckenberg-Gesellschaft hat er eine temporäre Ausstellungshalle geschenkt.

Auch für die Spendenaktion dieser Zeitung, als sie einmal für die Praunheimer Werkstätten sammelte, also für jenen Stadtteil, in dem Steubing aufgewachsen ist, hat er großzügig sein Portemonnaie geöffnet. Steubing hat den Frauen-Fußballklub 1. FFC Frankfurt gefördert und ist bei der Stiftung Deutsche Sporthilfe engagiert. Die Ehrenplakette der Stadt Frankfurt gab es für ihn schon im Jahr 2000, zehn Jahre später wurde Steubing mit der erstmals verliehenen Arthur-von-Weinberg-Plakette ausgezeichnet. Beruflich hat Steubing sein Handwerk bei der Commerzbank gelernt, wo er später für den Handel mit ausländischen Aktien verantwortlich war.

Zum Zwanzigjährigen kam Gorbatschow

1987 hat er sein eigenes Unternehmen gegründet, das er zwölf Jahre später in eine AG umwandelte. Zum zwanzigjährigen Bestehen kam Michail Gorbatschow und hielt eine Rede. Reden halten, das muss der einstige Präsident von Rot-Weiss Frankfurt, der 1990 vergeblich an das Tor zur Zweiten Fußball-Bundesliga klopfte, fortan in seiner neuen Rolle als Chef des Aufsichtsrates. Von Vorteil für die Führung des Kontrollgremiums dürfte es zudem sein, dass Steubing der einzige Aufsichtsrat ist, der auch im Verwaltungsrat des Muttervereins Eintracht sitzt und über exzellente Kenntnisse des Gesamtgebildes Eintracht verfügt. Das lässt hoffen, dass seine Prognose Wirklichkeit wird: „Wir werden weiter solide bleiben. Wer etwas anderes sagt, meint es nicht gut mit uns.“

Der neue Mann ist ein alter Mäzen, dessen Spuren schon jetzt unübersehbar sind.
Der neue Mann ist ein alter Mäzen, dessen Spuren schon jetzt unübersehbar sind. : Bild: Wonge Bergmann

Vordringlichste Aufgabe der neun Räte: Sie müssen ihr formales Einverständnis für die Verpflichtung des dringend benötigten neuen Cheftrainers geben. Nach der Demission von Fußballlehrer Thomas Schaaf ist Sportdirektor Bruno Hübner im Auftrag des Vorstands damit beschäftigt, den geeigneten Kandidaten für ein Engagement bei der Eintracht zu begeistern. Wenn Konsens darüber mit den Vorständen Bruchhagen und Finanzmann Axel Hellmann besteht, wird der Aufsichtsrat informiert. Auch über Spielertransfers muss das Kontrollgremium in Kenntnis gesetzt werden. Dass sich dort derzeit nicht viel tut, ist verständlich. Der neue Trainer dürfte ein gewichtiges Wort bei den Personalien der Zukunft mitreden.

Eine Personalie der Vergangenheit ist Patrick Ochs. Der mittlerweile 31 Jahre alte Rechtsverteidiger, der im Abstiegsjahr 2011 der Eintracht den Rücken kehrte, um sein sportliches, vor allem aber wirtschaftliches Glück beim VfL Wolfsburg zu suchen, hat nach Ablauf seines Vierjahresvertrages in Form einer Initiativbewerbung sein gesteigertes Interesse bekundet, gerne zur Eintracht zurückkehren zu wollen. Ob sich die Wege von Carlos Zambrano und der Eintracht zum 30. Juni trennen, ist weiter offen. Jüngst hat der Peruaner, der sich gerne über soziale Netzwerke mitteilt, in Aussicht gestellt, vielleicht am Bosporus für Galatasaray Istanbul am Ball zu sein. Abwarten.

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