https://www.faz.net/-gtl-8gte8

Rumänien : Ermittlungen nach Tod eines kamerunischen Nationalspielers

  • Aktualisiert am

Der rumänische Fußball trauert: Pannen könnten für Patrick Ekengs Tod verantwortlich sein Bild: AFP

Ist der kamerunische Nationalspieler Patrick Ekeng wegen grober Fahrlässigkeit gestorben? Offenbar gab es schwere Pannen bei der Erstversorgung.

          Nach dem Tod von Kameruns Fußball-Nationalspieler Patrick Ekeng ermittelt die rumänische Staatsanwaltschaft wegen fahrlässiger Tötung. Nach Justizangaben sollten erste Verhöre noch am Sonntag beginnen. Zuvor hatte es Hausdurchsuchungen bei Ekengs Klub Dinamo Bukarest und in der Zentrale eines privaten Rettungsdienstes. Es gebe Hinweise auf schwere Pannen bei der Erstversorgung des Spielers.

          Der 26-jährige Ekeng war am Freitag in der 71. Minute im Heimspiel gegen Viitorul auf dem Platz zusammengebrochen und später gestorben. Ekeng hinterlässt Frau und ein Kind. „Das ganze Dinamo-Volk weint, das ganze Land weint, der Weltfußball weint“, sagte der Dinamo-Sprecher Ionel Culina. Alle Spiele im rumänischen Fußball an diesem Wochenende wurden verschoben. Ekengs Schwester Monique Chantal sagte dem Sender BBC, der Spieler habe vor dem Spiel über Müdigkeit geklagt.

          Die geschockten Spieler und Betreuer weinten auf dem Rasen. Ekeng war erst sieben Minuten zuvor eingewechselt worden. Das Spiel wurde nicht abgebrochen - offensichtlich weil nicht sofort klar war, wie schlimm es um Ekeng stand. Das Spiel ging 3:3 aus.

          Krankenwagen nicht ausreichend ausgestattet

          Der Tod sei nach anderthalbstündigen Wiederbelebungsversuchen festgestellt worden, sagte der Arzt Cristian Pandrea vom Krankenhaus Floreasca. Der Patient sei mit Herzstillstand eingeliefert worden - allerdings in einem Krankenwagen eines privaten Rettungsdienstes, der für Wiederbelebungsversuche nicht ausgestattet gewesen sei.

          Der Arzt des Klubs Dinamo, Liviu Baltineanu, erklärte, dass im Krankenwagen Wiederbelebungsversuche unternommen worden seien. Er selbst habe Ekeng auf dem Platz zu retten versucht. Der Sportler habe zu dem Zeitpunkt noch geatmet.

          Einige Fans warfen dem Rettungsdienst Versagen vor. „Der Fahrer des Krankenwagens kam ohne Arzt auf den Platz. Die Frau Doktor rauchte derweil eine Zigarette“, sagte ein namentlich nicht genannter Fan der rumänischen Nachrichtenagentur Mediafax.

          Große Anteilnahme: Menschen gedenken in Bukarest mit Kerzen auf dem Spielfeld Ekengs Tod

          Weitere Themen

          Von den Kanaren in die Karibik Video-Seite öffnen

          Fast 5000 Kilometer rudern : Von den Kanaren in die Karibik

          In den nächsten Wochen erwarten die Teilnehmer extreme Wetterbedingungen. Tropische Stürme, Wellen mit bis zu 12 Metern Höhe, sowie drückende Hitze. 30 Teams mit Teilnehmern aus der ganzen Welt treten an

          Klopp feiert seine Mannschaft Video-Seite öffnen

          Sieg gegen Neapel : Klopp feiert seine Mannschaft

          Nach einem dramatischen Spiel gegen den SSC Neapel ist der FC Liverpool ins Achtelfinale der Champions League eingezogen. Die Reds siegten im Gruppen-Finale dank eines Tores von Salah mit 1:0.

          Topmeldungen

          EuGH-Urteil zu Fahrverboten : Hatz auf die Autofahrer

          Städte wie Paris dürfen möglicherweise selbst nagelneuen Autos die Einfahrt künftig verbieten. Umweltaktivisten jubeln, für die große Mehrheit der Bevölkerung aber wären so umfassende Fahrverbote eine Katastrophe. Ein Kommentar.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.