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St. Pauli bezwingt Rostock : Ausschreitungen und Auswärtssieg

  • Aktualisiert am

Mal wieder viel Rauch im Nordderby: Problemfan im Hamburger Block Bild: dapd

Das Problemderby zwischen Rostock und St. Pauli stand wieder einmal am Rande des Abbruchs. Hansa-Anhänger warfen Bananen und Feuerwerkskörper, die Partie wurde 15 Minuten unterbrochen.

          2 Min.

          In einem erneut von Ausschreitungen begleiteten Nordderby hat der FC St. Pauli den FC Hansa Rostock noch tiefer in den Tabellenkeller geschossen. Die Hamburger gewannen am Samstag vor 24.200 Zuschauern das Duell der 2. Fußball-Bundesliga in der Rostocker DKB-Arena mit 3:1 (1:0).

          Max Kruse hatte die Gäste nach 40 Minuten in Führung gebracht. Marek Mintal traf nach langer Verletzungspause zum verdienten Ausgleich (50.). Mahir Saglik gelangen die Siegtreffer (80./90.+1) für die Gäste.

          Verfrühter Abgang nach Spielunterbrechung: Akteure von Rostock und St. Pauli verlassen das Feld

          Rostock musste von der 8. Minute an in Unterzahl spielen, nachdem Tom Weilandt wegen einer Tätlichkeit des Feldes verwiesen worden war. In der 41. Minute musste die Partie wegen des Werfens von Feuerwerkskörpern für rund 15 Minuten unterbrochen werden.

          St. Pauli war die reifere Mannschaft, auch wenn Rostock nie aufsteckte und den frühen Platzverweis schnell verdaute. In den entscheidenden Momenten aber waren die Gastgeber nicht auf der Höhe. So konnte Saglik beim 2:1 praktisch ungehindert von der Fünf-Meter-Linie einköpfen.

          Aufräumarbeiten Ost: Helfer sammeln Bananen ein, die Rostocker Zuschauer übrig hatten

          Die Fans zeigten sich einmal mehr von ihrer schlechten Seite: Beim Torjubel nach dem 1:0 zündeten die St.-Pauli-Anhänger in ihrem Block bengalische Feuer. Rostocker Fans schossen darauf Raketen in den Gästeblock, worauf sich der Referee zur Spielunterbrechung gezwungen sah.

          Polizei verurteilt Angriffe scharf

          Als ein Alarmzeichen wertet die Gewerkschaft der Polizei (GdP) die erneuten Ausschreitungen. Jörg Radek, stellvertretender Bundesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP): „Die Gewaltspirale im Fußball dreht sich weiter.“

          Scharf verurteilte der GdP-Vize die Angriffe auf eine Polizeidienststelle in Rostock durch Vermummte am Vorabend des brisanten Zweitliga-Derbys zwischen dem FC Hansa und dem FC St. Pauli. „Die kriminelle Energie bei so genannten Fußballfans macht betroffen.“

          Es zeige sich, so Radek, dass das Verbot von Pyrotechnik, auf das sich der Deutsche Fußballbund und die Fußballliga geeinigt hätten, berechtigt sei. „Offenbar sind aber die Vereine immer noch nicht in der Lage dafür zu sorgen, dass dieses gefährliche Material nicht in die Stadien geschmuggelt wird.“

          Fortuna 0:0 in Berlin

          Im zweiten Samstagsspiel hat Fortuna Düsseldorf seine Erfolgsserie ausgebaut. Die Rheinländer kamen beim 1. FC Union Berlin zwar nicht über ein 0:0 hinaus, blieben aber auch im 22. Ligaspiel in Serie ohne Niederlage. Mit dem Remis stockte der Tabellenführer am 15. Spieltag sein Punktekonto auf 35 Zähler auf.

          Die 18.432 Zuschauer im ausverkauften „Stadion an der Alten Försterei“ sahen eine schwache Partie ohne große Höhepunkte. Die Begegnung begann mit 30 Minuten Verspätung, denn mehrere Fanbusse mit rund 1000 Düsseldorfern steckten stundenlang im Stau.

          Fußball, 2. Bundesliga

          FC Hansa Rostock - FC St. Pauli 1:3 (0:1)
          Schiedsrichter: Guido Winkmann (Kerken)
          Zuschauer: 24.300
          Tore: 0:1 M. Kruse (40.), 1:1 Mintal (50.), 1:2 Saglik (80.), 1:3 Saglik (90.+1)
          Gelbe Karten: Schyrba, Pelzer, Rob. Müller, Peitz - Thorandt, Boll
          Rot: Weilandt (8./Tätlichkeit)

          1. FC Union Berlin - Fortuna Düsseldorf 0:0
          Schiedsrichter:
          Tobias Welz (Wiesbaden)
          Zuschauer: 18.432
          Gelbe Karten: Pfertzel, Stuff, Karl, Silvio - Bröker, Rösler

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